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Fallstricke bei einer passiven Anlage in einer globalen Multi-Asset-Benchmark

Fallstricke bei einer passiven Anlage in einer globalen Multi-Asset-Benchmark

20-09-2017 | Fünfjahresausblick
Es gibt keine globale Benchmark für einen passiven Multi-Asset-Fonds, weshalb ein Forscherteam selbst eine solche kreiert hat – mit überraschenden Resultaten.
  • Laurens Swinkels
    Laurens
    Swinkels
    Researcher

In aller Kürze

  • Passive Investoren legen typischerweise in bestimmten Anlageklassen an.
  • Im Rahmen einer Studie wurde für Vergleichszwecke ein globales Marktportfolio geschaffen.
  • Es zeigte sich, dass ein vollständig passiver Ansatz nicht das beste Ergebnis liefert.
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Anleger tendieren dazu, passive Instrumente zur Investition in einzelne Anlageklassen zu nutzen, anstatt eine umfassende Lösung zu wählen. Das Problem besteht darin, dass es zwar geeignete Benchmarks wie den MSCI World Index für Aktien und den Barclays Aggregate Index für Anleihen gibt, aber keine ähnlich anerkannte Benchmark im Multi-Asset-Bereich.

Wie könnte eine echte Benchmark für passive Multi-Asset-Investoren aussehen und hätte sie eine Chance, sich in Zukunft als solche zu etablieren? In der Publikation Historical Returns of the Market Portfolio simulierten der frühere Chief Strategist von Robeco, Ronald Doeswijk, der Robeco-Researchmitarbeiter Laurens Swinkels und der bei der Rabobank tätige quantitative Analyst Trevin Lam die Auswirkungen.

Den Ausgangspunkt stellte die Bildung eines Globalen Marktportfolios (GMP) dar, das alle Investoren weltweit umfasst und entsprechend der Zusammensetzung des aktuellen Durchschnittsportfolios gewichtet ist. Zu sehen ist das GMP in der untenstehenden Grafik.

Ein theoretisches Globales Marktportfolio. Quelle: https://personal.eur.nl/lswinkels/

Erträge des Globalen Marktportfolios

Anschließend griffen sie auf eine Datenbank zurück, die historische Erträge seit 1960 enthält und die auf der Arbeit von Roger Ibbotson und Laurence Siegel basiert – den ersten Kapitalmarktforschern, die eine eingehende Untersuchung eines theoretischen Globalen Marktportfolios vorgenommen haben. In dem 56 Jahre umfassenden Zeitraum (1959-2015) hätte das Portfolio einen annualisierten Gesamtertrag von 8,4 % erzielt.

Unter den vier Hauptanlageklassen erzielten Aktien mit 9,5 % den höchsten annualisierten Gesamtertrag ab, gefolgt von Immobilien mit 9,2 %, nichtstaatlichen Anleihen (Investment Grade und High Yield) mit 7,4 % und Staatsanleihen mit 7,0 %. Bereinigt um die von 1960-1979 vorherrschende Inflationsrate betrug der durchschnittliche jährliche reale Ertrag des Marktportfolios 2,8 %. In der von 1980-2015 reichenden Phase sinkender Inflationsraten erzielte das GMP einen Durchschnittsertrag von 6,2 % p.a.

Allerdings ist die passive Abbildung eines solchen Portfolios unter Umständen nicht optimal. So können bestimmte Marktsegmente sich zeitweise von ihrem Gleichgewicht wegbewegen, was im Zeitverlauf zu Fehlbewertungen führt. Dies war während der Technologieblase zu beobachten, als Technologieaktien sehr hohe Bewertungen aufwiesen, die sich später als falsch erwiesen. Was die Angebotsseite angeht, werden Aktien und Anleihen häufig dann emittiert, wenn das Marktumfeld günstig ist. Diese Timing-Effekte bleiben verborgen, wenn man die tatsächlichen Erträge berechnet.

Alternative Portfolios

Um die genannten Probleme zu umgehen, konstruierten die Autoren drei Portfolios mit fixen Gewichtungen, die jährlich wiederhergestellt werden; da sich ihre Struktur im Zeitverlauf nicht ändert, lassen Sie sich besser vergleichen. Das erste Portfolio wies eine Gleichgewichtung der vier Hauptanlageklassen auf. Im zweiten Portfolio wurde die Marktkapitalisierung jeder Anlageklasse berücksichtigt. So ergab sich ein Portfolio aus 40 % Aktien, 30 % Staatsanleihen, 20 % nichtstaatlichen Anleihen und 10 % Immobilien. Das dritte alternative Portfolio bestand aus 50 % Aktien und 50 % Staatsanleihen.

Was war das Ergebnis? Alle drei Portfolios erzielten eine höhere durchschnittliche annualisierte Rendite als der Markt: 31 % beim gleichgewichteten Portfolio, 25 % beim kapitalisierungsgewichteten Portfolio und 15 % beim Portfolio mit jeweils 50 % Aktien und Anleihen.

In anderen Worten: Das GMP ist wahrscheinlich nicht das optimale Portfolio. Dies und die Tatsache, dass ein marktorientierter Multi-Asset-Ansatz zu sehr unterschiedlichen Risikoprofilen führt, spricht dafür, dass ein wirklich passiver Ansatz kaum Aussicht auf Erfolg in der Zukunft hat, auch wenn sich solche Anlagen derzeit wachsender Beliebtheit erfreuen.

Dieser Artikel ist eine Zusammenfassung eines von fünf Spezialbeiträgen in unserem neuen Fünfjahres-Ausblick.

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