• Einblick

Schwellenländer und die neue Geoökonomie

Die regelbasierte internationale Ordnung zerfällt, doch einige Schwellenländer nutzen die Rivalität zwischen den USA und China zu ihrem Vorteil, statt unter ihr zu leiden.

Autoren/Autorinnen

    Client Portfolio Manager

Merkmale

  • Schwellenländer sind agil genug, um in merkantilistischer Welt erfolgreich zu sein
  • Entscheidend ist eine neutrale Haltung in Bezug auf die Rivalität zwischen China und den USA
  • Geoökonomie beeinflusst unsere Länderallokation in Schwellenländern

Ein neues Zeitalter geopolitischen Wettbewerbs

Eines der Themen, über die das Emerging Markets Team von Robeco ausführlich geschrieben hat, sind die Schwankungen in der Performance zwischen Schwellenländern unter dem Blickwinkel der Aktienmarktstruktur, der politischen Rahmenbedingungen, der institutionellen Stärke, der Demografie, der Technologieeinführung und der Ressourcenausstattung. Hinzu kommt nun eine neue und starke Differenzierungsquelle: das neue Zeitalter geopolitischer Rivalität. Für einige Länder wie Brasilien, Indien, Vietnam und Mexiko erweist sich die Rivalität zwischen China und den USA bereits als struktureller Vorteil. Dadurch, dass sie unterschiedliche Formen strategischer Flexibilität aufrechterhalten, konnten diese Länder Investitions-, Handels- und Produktionsströme von beiden Seiten anziehen. Diese Fähigkeit, Handels- und Außenpolitik zwischen konkurrierenden Wirtschaftsblöcken wirksam zu gestalten, ist inzwischen ein immer wichtigeres Kriterium bei unserer Länderauswahl.

Emerging Markets Equities D EUR

performance ytd (31-8)
26,10%
Performance 3y (31-8)
21,25%
morningstar (31-8)
4 / 5
SFDR (31-8)
Article 8
Ertragsverwendung (31-8)
No
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Frühere Wertentwicklungen, Simulationen oder Prognosen sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung.Annualisiert (für Zeiträume, die länger als ein Jahr sind). Die Performance-Zahlen sind abzüglich Gebühren und basieren auf den Transaktionspreisen.

Der Vorteil eines aktiven Ansatzes

Für Anleger lautet die Schlussfolgerung nicht einfach, dass Schwellenländer von der neuen geoökonomischen Ordnung profitieren werden. Vielmehr vergrößert die geopolitische Fragmentierung die Unterschiede zwischen Ländern, Sektoren und Unternehmen und stärkt damit die Argumente für einen aktiven Ansatz bei der Allokation in Schwellenländern.

Auf Länderebene wird die Fähigkeit, die Beziehungen zu den USA, China und anderen großen Wirtschaftsmächten zu bewältigen, zu einem immer wichtigeren Anlagekriterium. Länder, die strategische Flexibilität mit glaubwürdigen Institutionen, wettbewerbsfähiger Infrastruktur, qualifizierten Arbeitskräften und Zugang zu Energie oder kritischen Ressourcen verbinden, sind besser positioniert, um Produktionskapazitäten und ausländische Investitionen anzuziehen. Dagegen könnten Länder, die stark von einem einzelnen Handelspartner abhängig sind, denen es an politischer Glaubwürdigkeit fehlt oder die anfällig für Sanktionen und Handelsbeschränkungen sind, mit einer höheren strukturellen Risikoprämie konfrontiert sein.

Die Länderallokation allein reicht jedoch nicht aus. Unternehmen innerhalb desselben Marktes können sehr unterschiedlich von Zöllen, Exportkontrollen, chinesischen Vorleistungen, der US-Nachfrage und der Verlagerung von Lieferketten betroffen sein. Der Sitz eines Unternehmens ist folglich ein immer weniger verlässlicher Indikator für das wirtschaftliche Engagement. Anleger müssen verstehen, wo Unternehmen ihre Umsätze erzielen, kritische Komponenten beziehen, ihre Produktion ansiedeln und von staatlicher Unterstützung oder Marktzugang abhängen. Dies unterstreicht die Bedeutung von Bottom-Up-Research und selektiver Aktienauswahl.

Das daraus resultierende Umfeld dürfte eher zu einer größeren Streuung als zu einem einheitlichen Anstieg der Vermögenswerte in Schwellenländern führen. Einige Länder und Unternehmen werden Marktanteile, Investitionen und Preissetzungsmacht gewinnen, während andere mit höheren Kosten, eingeschränktem Zugang zu Technologie oder Druck auf bestehende Geschäftsmodelle konfrontiert sein werden. Für aktive Anleger schafft dies Chancen, Kapital auf die Begünstigten zu lenken und zugleich das Engagement gegenüber den anfälligeren Teilen des Schwellenländeruniversums zu begrenzen.

Laden Sie das PDF herunter, um den vollständigen Bericht darüber zu lesen, wie Schwellenländer die neue Geoökonomie meistern, einschließlich einer Analyse der unterschiedlichen Ansätze in Argentinien, Brasilien, Indien, Mexiko und Vietnam.

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