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Wegen des Nahostkonflikts sind die wirtschaftlichen Aussichten unsicherer geworden. Anleger an den globalen Aktienmärkten sollten aber die kurzfristigen Risiken gegen die Chancen abwägen, die sich aus den etablierten langfristigen Themen ergeben.
Nachdem der Krieg im Iran und im gesamten Nahen Osten inzwischen seit einem Monat andauert, scheint eine Lösung ferner denn je zu sein, und die Märkte reagieren entsprechend. Unser optimistischer Ausblick für Aktien im Jahr 2026 ist daher in Gefahr. Die Vorräte an Öl und raffinierten Produkten an den wichtigsten Standorten schrumpfen, LNG-Ladungen sind Gegenstand eines Bieterwettstreits, in dem sowohl Asien als auch Europa versuchen, ihre Vorräte wieder aufzufüllen. Die Auswirkungen auf andere Rohstoffmärkte wie Getreide, Düngemittel und Aluminium sind allerdings noch nicht in vollem Umfang zu spüren. All diese Aspekte führen zu einem Inflationsdruck, der für die Weltwirtschaft und die Aktienmärkte offensichtlich nicht gut ist.
Es ist inzwischen bekannt, dass man auch in Krisen, Konflikten und Schocks investiert bleiben sollte. Aus einer langfristigen Perspektive betrachtet, ist dies unbestreitbar, aber es entwickelt sich auch zu einem reflexartigen Verhalten an den Märkten. In diesem Monat war die Dynamik beachtlich, denn die Erinnerung an die rasche Erholung der Aktienmärkte nach dem „Befreiungstag“ im letzten Jahr ist noch frisch. Der Wunsch ist spürbar, bei jeder kleinsten Andeutung eines Waffenstillstands wieder mehr Risikobereitschaft zu zeigen.
Wir müssen aber der Realität ins Auge sehen. Es bleibt zwar zu hoffen, dass sich für alle Beteiligten Auswege ergeben, um diesen Konflikt schnell zu beenden, doch zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Dokuments ziehen die USA noch immer Bodentruppen im Nahen Osten zusammen, und die Angriffe auf wesentliche Infrastrukturen von verschiedenen Seiten häufen sich.
Als langfristige Anleger haben wir viel Aufwand betrieben, um unsere Portfolios zu schützen. Unsere erheblichen, etablierten Investitionen in den Sektor für erneuerbare Energien waren hilfreich, während die Positionierung in traditionellen Energiesegmenten in unseren globalen und europäischen Aktienstrategien teilweise als Absicherung dienten. Neben der Suche nach Inflationsschutz sind unsere langfristigen Themen weitgehend intakt.
So haben wir beispielsweise das Thema KI in den USA und in China, die im Überfluss über Energie verfügen, weiterhin im Blick. Auch wenn der Ölpreisschock und die jüngste Stärke des US-Dollars eine Herausforderung für die Schwellenländer darstellten, bleibt die langfristige These für Schwellenländer gültig, da sie starke makroökonomische Fundamentaldaten, eine geringere Verschuldung und geopolitische Optionen aufweisen, in die es sich zu investieren lohnt, wie Wim-Hein Pals in unserem Ausblick für Schwellenländer erläutert. Unser Analyst für Lateinamerika, João Giesta, beschreibt seine Erkenntnisse von einem kürzlichen Besuch in Argentinien und Chile, und Portfoliomanager Richard Purkiss bietet eine faszinierende Perspektive auf die laufende Revolution im Pharmasektor.
Es bleibt zu hoffen, dass der Konflikt bald beendet wir und wir zu Beginn des dritten Quartals auf ein positiveres Umfeld für Aktien blicken dürfen.
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