Einblick

Konflikt im Nahen Osten: Marktkommentar

Willkommen in unserem Blog mit aktuellen Analysen und Einschätzungen zu den Entwicklungen im Nahen Osten und deren Auswirkungen auf die Kapitalmärkte. Die Situation bleibt dynamisch und von hoher Unsicherheit geprägt, da Ausmaß und Dauer des Konflikts derzeit nicht absehbar sind. In diesem Blog geben unsere Investmentexperten regelmäßig aktualisierte Einschätzungen zu den möglichen Folgen für verschiedene Anlageklassen sowie für ausgewählte Robeco-Strategien.

MONTAG, 2. MÄRZ

  • 11:30 CET

    Rentenperspektiven zum Nahostkonflikt

    Von Martin van Vliet, Fixed Income Strategist

    Die jüngsten Entwicklungen im US-Iran-Konflikt haben eine Flucht in sichere Anlagen an den Märkten ausgelöst, bislang jedoch mit begrenzten Auswirkungen auf die Rentenmärkte. Die Öl- und Gaspreise stiegen deutlich, während die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen in den Tagen vor der Krise zurückgingen. Der Rückgang der Treasury-Renditen spiegelt Risikoaversion wider, da Investoren in Staatsanleihen mittlerer Laufzeit umschichteten.

    Die Kreditmärkte haben sich moderat, aber geordnet neu bewertet, was eher einem allgemeinen Risk-off-Umfeld als systemischem Stress entspricht. Das zentrale makroökonomische Risiko liegt bei den Rohstoffen, insbesondere durch die effektive Störung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus – eine entscheidende Lebensader für Öl, LNG und Düngemittel –, was bei anhaltender Dauer breitere Auswirkungen auf Inflation und Geldpolitik haben könnte.

    Vor diesem Hintergrund bleiben die Portfolios ausgewogen, mit einer Kreditrisikoposition nahe neutral und einer Übergewichtung in der Duration in Europa. EMD-Strategien haben ihre Engagements im Nahen Osten vor dem Konflikt reduziert, behalten jedoch selektive Übergewichtungen in Zinsmärkten wie Brasilien, Mexiko und Peru sowie in Kreditmärkten wie Argentinien, Ghana und Ecuador bei.

MONTAG, 2. MÄRZ

  • 11:15 CET

    Auswirkungen des Iran-Konflikts auf die Weltwirtschaft

    Von Michiel Plakman, Lead Portfolio Manager und Co-Head Global Equity

    Die entscheidende Frage für die Weltwirtschaft bleibt, ob die Straße von Hormus für Öl- und Gasexporte länger als einige Wochen effektiv geschlossen werden könnte. Eine anhaltende Unterbrechung würde das globale Wachstum belasten und die Inflation spürbar erhöhen. Beispielsweise könnte ein nachhaltiger Anstieg des Ölpreises um 15 USD pro Barrel das Niveau der US-Verbraucherpreise um nahezu 0,5 % erhöhen und die Zuwächse bei den verfügbaren Einkommen entsprechend schmälern.

    Die Ölpreise sind bislang um nahezu 8 % gestiegen, doch die Geschichte zeigt, dass solche Preisspitzen in der Regel nur von kurzer Dauer sind. Frühere Vorfälle im Nahen Osten (z. B. der Houthi-Angriff auf saudische Anlagen im Jahr 2019) führten dazu, dass die Produktion rasch wiederhergestellt wurde und sich die Preise vollständig zurückbildeten. Bemerkenswert ist, dass die aktuelle Bewegung moderater ausfällt als der nächtliche Anstieg von 15 % im Houthi-Beispiel. Der Markt scheint eine Deeskalation einzupreisen, insbesondere vor dem Hintergrund der Aussage von Präsident Trump, dass ein Konflikt nicht „länger als einige Wochen“ dauern würde, was dazu beiträgt, die Risikostimmung stabil zu halten.

    Wir erwarten, dass Präsident Trump große Anstrengungen unternehmen wird, um einen anhaltenden Anstieg der Energiepreise zu verhindern, der ihm innenpolitisch im Vorfeld der US-Zwischenwahlen im November schaden könnte. US-Wähler hatten ihn bereits vor den Angriffen auf den Iran für hohe Verbraucherpreise verantwortlich gemacht. Er könnte die militärische Stärke der USA einsetzen, um eine längerfristige Schließung der Straße von Hormus zu verhindern, mit dem Iran verhandeln und/oder andere Ölexporteure auffordern, ihre Lieferungen zu erhöhen, um etwaige Rückgänge iranischer Exporte auszugleichen.

    In den kommenden Tagen werden wir beobachten, ob sich die Betriebsrouten normalisieren. Die Aussichten für den Iran selbst bleiben äußerst unsicher, mit einer breiten Palette möglicher politischer Entwicklungen: das alte Regime unter neuer Führung, ein Regimewechsel, anhaltende Unruhen oder sogar ein Bürgerkrieg? Langfristig könnten die iranischen Ölexporte unter einem neuen Regime und/oder durch ein Abkommen mit den USA sogar steigen.

    Implikationen für das Portfolio
    Wir werden unsere Gewichtung im Energiesektor voraussichtlich weiter erhöhen. Zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir keine weiteren unmittelbaren Auswirkungen auf unsere Portfolioausrichtung.

    Wir konzentrieren uns weiterhin auf die Identifikation hochwertiger Unternehmen, die mit einem deutlichen Abschlag auf ihren inneren Wert gehandelt werden – Unternehmen mit soliden Fundamentaldaten, die gut positioniert sind, um einem herausfordernden makroökonomischen Umfeld mittelfristig standzuhalten.

MONTAG, 2. MÄRZ

  • 11:00 CET

    Reaktion auf den Iran-Konflikt vom Robeco EM Fundamental Equities Team

    Von Jan de Bruijn, Client Portfolio Manager


    Die seit dem 28. Februar koordinierten groß angelegten Angriffe der USA und Israels auf den Iran haben eine erhebliche Reaktion seitens Irans ausgelöst, einschließlich der Schließung des Luftraums im Nahen Osten sowie Auswirkungen auf die kommerzielle Schifffahrt im Arabischen Golf. Beide Regierungen bezeichneten die Operation als präventiven Schritt zur Eindämmung aufkommender Bedrohungen, während US-Vertreter signalisierten, dass man interne politische Veränderungen im Iran fördern wolle. Angesichts fortgesetzter gegenseitiger Angriffe bleibt der kurzfristige Ausblick volatil, und diplomatische Bemühungen haben bislang keinen stabilisierenden Weg aufgezeigt.

    Diese Eskalation stellt einen bedeutenden geopolitischen Schock mit Auswirkungen auf verschiedene Anlageklassen dar. Die erhöhte Unsicherheit führte unmittelbar zu einer Risikoaversion an den Aktienmärkten: Der MSCI Emerging Markets Index fiel um 1,8 %, der MSCI Asia Pacific Index um 1,8 %, der Stoxx Europe 600 um 1,8 % und die US-S&P-500-Futures um 1,5 %.* Rohstoffe lagen überwiegend im Plus: Brent-Rohöl stieg um 9,6 % auf 76,9 USD pro Barrel und Gold um 2,5 % auf 5.410 USD pro Unze.

    Ein langanhaltender Konflikt erhöht das Risiko neuer Sanktionen, maritimer Einschränkungen und rascher Veränderungen westlicher Sicherheitsstrategien – all dies könnte Kapitalflüsse und grenzüberschreitende Handelsdynamiken beeinflussen. Kunden sollten kurzfristige Volatilität erwarten und auf szenariobedingte Schwankungen der globalen Risikostimmung vorbereitet sein.

    Energieaktien stehen im Zentrum dieses Schocks. Die Rohölpreise dürften aufgrund des erhöhten Risikos von Lieferunterbrechungen hoch bleiben, insbesondere angesichts der strategischen Lage Irans nahe der Straße von Hormus – einem der wichtigsten Öltransitkorridore der Welt –, die zum Zeitpunkt der Erstellung faktisch geschlossen ist, da Seeversicherer ihre Deckung zurückgezogen haben. Die Rohölexporte von Saudi-Arabiens Ras-Tanura-Seeinsel laufen normal, doch bleibt unklar, ob die Ladungen den Golf verlassen können.

    Fondspositionierung:
    Der Golf-Kooperationsrat (GCC – politische und wirtschaftliche Allianz von sechs Ländern des Nahen Ostens: Saudi-Arabien, Kuwait, Oman, Katar, VAE & Bahrain) macht 5,6 % Gewicht im MSCI EM Index aus (Stand 31. Januar 2026). Alle Robeco Emerging Markets Strategien sind in der Region untergewichtet, mit einer Übergewichtung nur in den VAE.

    Beide Flaggschifffonds sind im Öl- und Gassektor leicht untergewichtet, doch angesichts der Unsicherheiten werden wir die Situation weiterhin genau beobachten.

    *Quelle: Bloomberg 09:43 MEZ, 2. März 2026

Key contributors

  • Strategist
  • Portfolio Manager and Co-Head of Robeco’s Global Equity team
  • Client Portfolio Manager

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