11:30 CET
Rentenperspektiven zum Nahostkonflikt
Von Martin van Vliet, Fixed Income Strategist
Die jüngsten Entwicklungen im US-Iran-Konflikt haben eine Flucht in sichere Anlagen an den Märkten ausgelöst, bislang jedoch mit begrenzten Auswirkungen auf die Rentenmärkte. Die Öl- und Gaspreise stiegen deutlich, während die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen in den Tagen vor der Krise zurückgingen. Der Rückgang der Treasury-Renditen spiegelt Risikoaversion wider, da Investoren in Staatsanleihen mittlerer Laufzeit umschichteten.
Die Kreditmärkte haben sich moderat, aber geordnet neu bewertet, was eher einem allgemeinen Risk-off-Umfeld als systemischem Stress entspricht. Das zentrale makroökonomische Risiko liegt bei den Rohstoffen, insbesondere durch die effektive Störung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus – eine entscheidende Lebensader für Öl, LNG und Düngemittel –, was bei anhaltender Dauer breitere Auswirkungen auf Inflation und Geldpolitik haben könnte.
Vor diesem Hintergrund bleiben die Portfolios ausgewogen, mit einer Kreditrisikoposition nahe neutral und einer Übergewichtung in der Duration in Europa. EMD-Strategien haben ihre Engagements im Nahen Osten vor dem Konflikt reduziert, behalten jedoch selektive Übergewichtungen in Zinsmärkten wie Brasilien, Mexiko und Peru sowie in Kreditmärkten wie Argentinien, Ghana und Ecuador bei.
































