Research

Liquidität bedroht: Wasserrisiko für die Chemie

Die zunehmende Wasserknappheit birgt erhebliche finanzielle Risiken für die weltweite chemische Industrie, die für schätzungsweise 5-10 % der weltweiten Entnahme von Süßwasser verantwortlich ist. Trotz der bedeutsamen Abhängigkeit von Wasser für Kühlung, Dampferzeugung und Produktionsprozesse fehlt es den meisten Chemieunternehmen an messbaren, zeitgebundenen Zielen für eine geringere Wasserentnahme. Da sich der Wasserstress weltweit verschärft – bedingt durch den Klimawandel, strengere Vorschriften und den zunehmenden Wettbewerb um begrenztes Süßwasser – führen diese Lücken zu erheblichen Betriebs- und Bewertungsrisiken.

Autoren/Autorinnen

    Portfolio Manager
    Sector Lead Industrials

Zusammenfassung

  1. Die Wasserentnahmen durch Industrie, Landwirtschaft und Bevölkerung nehmen zu
  2. Die Nachfrage übersteigt das Angebot, was die Verfügbarkeit für die Interessengruppen weltweit verringert
  3. Umsatz- und Bewertungsrisiken für Chemieunternehmen bei Wasserstresstests

Die folgende Analyse des Wasserrisikos ist eine Zusammenarbeit zwischen den Teams für Sustainable Alpha und Fundamental Equities von Robeco, die einen Schock von 10 % der Wasserversorgung im Jahr 2030 für vier weltweit tätige Chemieunternehmen modelliert.

Die Ergebnisse offenbaren einen wesentlichen Widerspruch: Unternehmen mit der stärksten operativen Widerstandskraft erleben oft die größte Zerstörung des Shareholder Value aufgrund geringer Margen, hoher Fixkostenstrukturen und eines negativen operativen Hebels. Bei allen vier Unternehmen führen selbst geringe Produktionsverluste zu unverhältnismäßig großen Rückgängen bei EBITDA, Unternehmenswert und Nettokapitalwert.

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Außerdem verdeutlichen diese Ergebnisse, dass die gängigen ESG-Daten häufig nicht das wahre Ausmaß (geschweige denn die finanzielle Bedeutung) der Wasserknappheit erfassen. Diese Analyse unterstreicht die Notwendigkeit einer systematischeren und detaillierteren Untersuchung des Wasserrisikos nicht nur für Chemieunternehmen, sondern für alle Unternehmen, die in wasserarmen Regionen tätig sind oder stark vom Zugang zu Süßwasser abhängig sind.

Wir hoffen, dass diese Analyse dazu beiträgt, ein solideres, zukunftsorientiertes Rahmenwerk für Wasserrisiken in Investmentteams zu schaffen – ein Rahmenwerk, das Anleger dazu ermutigt, Szenarien von Wasserstress in fundamentale Bewertungen zu integrieren, Unternehmen zu absoluten Entnahmeziele zu verpflichten und Unternehmen zu bevorzugen, die die Wasserverfügbarkeit in langfristige Entscheidungen für Kapitalallokationen einbeziehen.