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Wird die COP26 ein Erfolg oder Misserfolg? Wir hoffen auf echte Entscheidungen bei der COP26

Wird die COP26 ein Erfolg oder Misserfolg? Wir hoffen auf echte Entscheidungen bei der COP26

08-09-2021 | Einblicke
Bald findet die wichtigste Konferenz zum Klimawandel statt, sechs Jahre nach der Unterzeichnung des Abkommens von Paris. Was erwarten wir nun von der COP26? Wird sie ein Erfolg oder Misserfolg? Unseres Erachtens hängt alles davon ab, ob die Teilnehmer sich des wahren Ausmaßes der Krise bewusst sind, in der wir uns befinden.
  • Lucian Peppelenbos
    Lucian
    Peppelenbos
    Climate Strategist

In aller Kürze

  • Die COP26 in Glasgow ist die erste Überprüfung der politischen Entscheidungen seit dem Pariser Klimaabkommen.
  • Die politischen Vorgaben in Richtung netto null CO2-Emissionen und die Regeln für den Handel mit CO2-Zertifikaten müssen verschärft werden
  • Ebenfalls auf der Agenda steht die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen und die Verpflichtung zu mehr Transparenz

Die 26. Conference of the Parties to the United Nations Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) – besser bekannt als COP26 – findet vom ersten bis 12. November im schottischen Glasgow statt. An ihr nehmen Spitzenpolitiker aus aller Welt teil. Sie stellt die erste formale Überprüfung der Klimapolitik seit dem wegweisenden Abkommen von Paris (2015) dar. 

Vorangegangen ist ihr die bisher drastischste Warnung des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), wonach die Bekämpfung der globalen Erwärmung eine vordringliche Aufgabe für die Menschheit ist. Der IPCC-Bericht vom 9. August wies darauf hin, dass sich die durchschnittliche Temperatur auf der Erde seit 1850 bereits um 1,09 °C erhöht hat. Die Auswirkungen seien in Form von Waldbränden, zunehmend extremen Wetterereignissen und schmelzenden Eiskappen zu beobachten.

Wird die COP26 ein Erfolg oder Misserfolg?
Wird die COP26 ein Erfolg oder Misserfolg?
Wir hoffen auf echte Entscheidungen bei der COP26
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Das Ausmaß der globalen Erwärmung ist im August-Bericht des IPCC grafisch veranschaulicht. Quellen: IPCC

Die letzten fünf Jahre waren die wärmsten seit Beginn regelmäßiger Aufzeichnungen. Daher sei es umso wichtiger, die Emissionen von Treibhausgasen drastisch zu reduzieren, bevor das Klima unumkehrbare Schäden erleidet. Das Abkommen von Paris fordert die Staaten auf, die globale Erwärmung bis zum Jahr 2100 auf maximal 2 °C – idealerweise maximal 1,5 °C – oberhalb vorindustrieller Niveaus zu begrenzen. Das Abkommen wurde von allen 196 Mitgliedern der UNFCCC unterzeichnet. Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Welt bis 2050 bei den CO2-Emissionen ein Niveau von netto null erreichen.

Werden die führenden Politiker der Welt die Gelegenheit ergreifen und weitreichende Entscheidungen treffen? Die COP26 hat vier Ziele: 1. Sicherstellung des Netto-Null-Ziels bis 2050, um das 1,5-Grad-Ziel in Reichweite zu halten, 2. Anpassungsmaßnahmen zum Schutz menschlicher Ansiedlungen und natürlicher Lebensräume, 3. Mobilisierung von Kapital zur Finanzierung der Maßnahmen und 4. Kooperation zwecks Erarbeitung von Lösungen. 

Nach Aussage von Lucian Peppelenbos, Climate Strategist bei Robeco, warten die Anleger auf Basis dieser Zielsetzungen auf vier Ereignisse:

Verschärfung der Vorgaben in Richtung auf das Netto-Null-Ziel:

Die Staaten müssen ihre Dekarbonisierung nach Art eines Ratschen-Mechanismus beschleunigen und zunehmend größere Senkungen der Emissionen zur Erreichung des Netto-Null-Ziels vornehmen. Robeco verfolgt einen eigenen Zeitplan, um bis 2050 in allen Anlagestrategien CO2-neutral zu werden. Zugrundegelegt wird dabei das Rahmenwerk der Net Zero Asset Managers Alliance.

„Anspruch und Wirklichkeit der politischen Maßnahmen liegen um den Faktor 100 auseinander“, sagt er. „Die derzeitigen Vorhaben führen bis 2030 lediglich zu einer Emissionssenkung um 0,5 %, während zur  Einhaltung der Obergrenze von 1,5° eine 50%ige Reduzierung erforderlich ist. Daher wäre es gut, wenn bei der COP26 zumindest eine Senkung der Emissionen um 25 % bis 2030 beschlossen würde. Dann würde sich die Welt auf einem Pfad hin zu einer Obergrenze von 2° befinden.“

Naturbasierte Lösungen und Handel mit CO₂-Zertifikaten:

Mehr als die Hälfte aller Treibhausgasemissionen werden von der Natur absorbiert. Wälder, Böden und Ozeane sind unsere stärksten Verbündeten bei der Begrenzung der globalen Erwärmung. Wir sind zugleich von entscheidender Bedeutung für die Lösung der Krise im Bereich der Biodiversität. Der Schutz und die Wiederherstellung der Natur können über über CO2-Zertifikate finanziert werden. Robeco verfügt über Positionspapiere zu diesen Themen sowie über Programme zum Dialog mit Unternehmen, um die Dekarbonisierung zu beschleunigen und gegen Abholzung und Verlust von Biodiversität vorzugehen. 

„Der länderübergreifende Handel mit CO2-Zertifikaten und klare Vorgaben für freiwillige CO2-Märkte sind essentiell, um kostengünstige kurzfristige Aktivitäten wie zum Beispiel Wiederaufforstung zu beschleunigen“, sagt Lucian Peppelenbos. „Die COP26  wird dann ein Erfolg, wenn die Länder eine Einigung erzielen, welche die Umsetzung von Art. 6 des Pariser Abkommens ermöglicht. Dieser zielt auf internationale Kooperation mittels CO2-Märkten ab.“

Finanzierung von Anpassungs- und Abmilderungs- Maßnahmen:

Das Pariser Abkommen soll Finanztransfers von Bereichen in ärmere Länder anregen, um pro Jahr 100 Milliarden US-Dollar für klimabezogene Maßnahmen zu mobilisieren. Dabei handelt es sich um einen der umstrittensten Punkte des Abkommens, da dieses Ziel als kaum erreichbar gilt. Robeco bietet klimabezogene und thematische Fonds an, die eine Investition in Klimalösungen mittels gängiger Aktien und Unternehmensanleihen, Green Bonds sowie im Hinblick auf die Sustainable Development Goals ermöglichen.

„Die globale Erwärmung ist in der Vergangenheit vorwiegend von den entwickelten Ländern verursacht war, während die Kosten hauptsächlich von den Schwellenländern zu tragen sind“, sagt Lucian Peppelenbos. „Aus diesem Grund hatten die Länder 2009 die Bereitstellung von jährlich 100 Milliarden US-Dollar vereinbart. Dieses Ziel ist nicht erreicht worden. Deshalb wäre die COP26 dann ein Erfolg, wenn eine Einigung hinsichtlich der Finanzierung für die Zeit nach 2020 erreicht würde.

Verpflichtende und einheitliche Offenlegung:

Bislang erfolgen Offenlegungen willkürlich und auf freiwilliger Basis. In diesem Jahr wurde intensiv auf eine globale Harmonisierung klimabezogener Offenlegungen und eine Verpflichtung dazu hingearbeitet.  Robeco legt routinemäßig die CO2-Exposures seiner verwalteten Assets offen, orientiert an den Leitlinien der Taskforce on Carbon-related Financial Disclosures (TCFD). Unsere Anlageteams nutzen auch Emissionsdaten der Unternehmen, an denen wir beteiligt sind.

„Dafür gibt es bereits Unterstützung innerhalb der G7-Staaten. Zusätzlichen Schub erhält die Initiative durch die neue Sustainable Finance Disclosure Regulation Der EU sowie durch eine EU-Taxonomie, welche die Berichterstattung in den 27 Ländern der Union standardisieren wird“, sagt Peppelenbos. „Im Rahmen unseres Investmentprozesses verlangen wir bereits klimabezogene Angaben von den Unternehmen. COP26 wäre ein Erfolg, wenn Klimareporting weltweit verpflichtend würde. 

Wird die COP26 nun ein Erfolg oder Misserfolg?

Robeco wird während der COP26 eine Serie von fünf Videos produzieren, die erläutern sollen, ob die Konferenz zu einem Durchbruch führt und ob es Fortschritte bei der Bekämpfung der globalen Erwärmung gibt. Die Videos werden zusammen mit anderen relevanten Berichten auf unserer COP26-Website verfügbar sein.

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