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Einen Bitcoin ausgeben = 330.000 Kreditkartentransaktionen

Einen Bitcoin ausgeben = 330.000 Kreditkartentransaktionen

11-04-2019 | Spannende Zahlen

Neuen Studien zufolge verbraucht eine durchschnittliche Bitcoin-Transaktion inzwischen 330.000 Mal so viel Energie wie eine Kreditkartentransaktion.

  • Peter van der Welle
    Peter
    van der Welle
    Strategist

In aller Kürze

  • Zahlen quantifizieren, wie viel Energie benötigt wird, um Bitcoins zu erzeugen und damit Transaktionen abzuwickeln
  • Der gesamte Stromverbrauch ist höher als der Rumäniens
  • Der CO2-Ausstoß entspricht dem von vier Millionen Autos mit Verbrennungsmotor
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Was ist geschehen?

Wenn ein Bitcoin den Besitzer wechselt, werden dafür nach Studien von Digiconomist 511 Kilowattstunden verbraucht. Das entspricht dem Stromverbrauch von 330.000 Visa-Transaktionen und macht Bitcoin zur energieintensivsten elektronischen Handelsform, die wir bisher kennen. Die für die Verarbeitung der ungemein komplexen und stromhungrigen, für eine einzige Transaktion erforderlichen Blockchain-Algorithmen von Computern benötigte Energie würde ausreichen, um 17 US-Haushalte einen Tag lang zu versorgen.1

Im März 2019 wurde der Energieverbrauch des gesamten Bitcoin-Netzwerks, einschließlich der „Mining“-Kosten für Einheiten der Kryptowährung, mit 51,5 Terawattstunden pro Jahr errechnet. Das ist mehr als der gesamte jährliche Stromverbrauch Rumäniens, der 2016 49,6 Terawattstunden betrug.2

Warum ist das wichtig?

Obwohl der Preis eines Bitcoins im Dezember 2017 auf über 17.000 USD gestiegen war und dann innerhalb von sechs Wochen auf 8.000 USD einbrach, sind Bitcoins als alternatives Zahlungsmittel und als Geldanlage nach wie vor beliebt. Der gesamte Bitcoin-Markt hat ein Volumen von ca. 70 Mrd. USD.3

Bitcoins sind inzwischen für 0,23 % des weltweiten Energieverbrauchs und für 24,4 Mio. Tonnen CO2 verantwortlich – so viel, wie vier Millionen Autos mit Verbrennungsmotor in einem Jahr ausstoßen.4 Hinzu kommt, dass die führenden Data-Mining-Unternehmen, von denen – wie man weiß – die Hälfte ihren Sitz in China hat, bei der Stromerzeugung oft in hohem Maße auf Kohle angewiesen sind. Somit trägt die Bitcoin-Industrie erheblich zur Erderwärmung bei, ohne dass sie den Vorschriften unterliegt, die für Nationen gelten.

Und daran wird sich wahrscheinlich so schnell nichts ändern; denn die Bitcoin-Industrie erzielte 2018 einen Umsatz von 2,8 Mrd. USD. Sie sorgt für dringend benötigte Einnahmen und Arbeitsplätze in Schwellenländern wie Georgien, wo sich ein Viertel der Bitcoin-Mining-Einrichtungen der Welt befindet und 15 % aller weltweit erzeugten Bitcoins generiert werden. Das Land mit der größten CO2-Intensität ist eine weitere ehemalige Sowjetrepublik, Estland. Dort fallen pro Kilowattstunde 793 Gramm CO2 an, verglichen mit 711 Gramm in China.5

Was bedeutet das für Anleger?

„Wir haben immer unsere Zweifel an dem ‚Proof-of-work’-Konsensmechanismus, auf dem Bitcoin basiert, zum Ausdruck gebracht: Neben den Bedenken wegen des Energieverbrauchs ist auch die Transaktionsgeschwindigkeit gering“, sagt Jeroen van Oerle, Portfoliomanager im Trends-Investing-Team. „Zum Glück gibt es weniger energie- und zeitaufwendige ‚Proof-of-Work’-Alternativen.

„Wir investieren nicht aktiv in Kryptowährungen, beurteilen die dahinter stehende Technologie aber positiv. Wir gehen davon aus, dass große Finanzinstitute und Notenbanken wahrscheinlich Kryptowährungen verwenden werden, um ihre Systeme effizienter zu machen. Sobald regulierte Kryptowährungen am Markt auftauchen, sind Zweifel berechtigt, ob die 2.000 aktuell für Zahlungen zur Verfügung stehenden Münzen langfristig überleben können.“

„Wir sehen neben Münzen, die zur Zahlung dienen, sehr viele neue Aktivitäten, die großes Potenzial besitzen. Die Tokenisierung realer Vermögensgegenstände ist eine solche alternative Verwendungsmöglichkeit. Der Energieverbrauch und die Transaktionsgeschwindigkeit sind wichtige Überlegungen beim Aufbau der Infrastruktur hierfür. Wir sind bestrebt, in Unternehmen zu investieren, die Technologie ermöglichen, und beobachten sorgfältig versierte Nutzer, die die Technologie in rentable Geschäftsmöglichkeiten umwandeln können.“

1https://digiconomist.net/bitcoin-energy-consumption
2https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/ro.html
3https://www.statista.com/statistics/377382/bitcoin-market-capitalization/
4https://www.cartalk.com/content/global-warming-and-your-car-0
5http://forbes.ge/news/3175/Three-Countries-With-the-Largest-Number-of-Bitcoin-Miners

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