switzerlandde
Fakt oder Irrtum: Nachhaltige Anlagen nur ein Hype der „Millennials“

Fakt oder Irrtum: Nachhaltige Anlagen nur ein Hype der „Millennials“

26-03-2018 | Einblicke

Nachhaltige Investments werden häufig nur als modischer Trend angesehen, auf den die sogenannten „Millennials“ aufspringen. Es trifft zwar zu, dass diese Generation das größte Interesse an nachhaltigen Geldanlagen hat, doch handelt es sich dabei nicht um eine Modeerscheinung. Vielmehr stößt Nachhaltigkeit in allen Altersgruppen auf Interesse und lässt sich über Jahrhunderte zurückverfolgen.

  • Guido Moret
    Guido
    Moret
    Head of Sustainability Integration Fixed Income
  • Masja Zandbergen - Albers
    Masja
    Zandbergen - Albers
    Head of sustainability integration

In aller Kürze

  • Alle Altersgruppen sind an Nachhaltigkeit interessiert
  • UN-Initiativen haben daraus ein globales Thema gemacht, es ist nicht bloß ein Hype
  • Die Wurzeln reichen bis zu den Anti-Sklaverei-Kampagnen des 18. Jahrhunderts zurück

Das Klischee von einer Generation, die eine nachhaltigere Welt anstrebt, konzentriert sich auf die seit Mitte der 1980er Jahre Geborenen, da die Millennials laut Umfragen an diesem Thema stärker interessiert sind. Beispielsweise kaufen sie mit größerer Wahrscheinlichkeit biologische Lebensmittel, verlangen fair gehandelten Kaffee und machen sich mehr Gedanken über Menschenrechte als ihre Eltern oder Großeltern.1

Außerdem sind sie im Internetzeitalter großgeworden, sind besser über nicht nachhaltige Praktiken informiert worden und haben diesbezüglich ein stärkeres politisches Bewusstsein entwickelt. Untersuchungen in den USA zeigen, dass die Millennials die „progressivste Generation seit 50 Jahren“ sind und das Land liberaler machen.2

Lernen Sie in unserer Broschüre alle neun neuen Ideen zu Sustainable Investing kennen

Jetzt herunterladen

Gleich verteilt

Bei der Geldanlage dagegen ist das Interesse an Nachhaltigkeit über alle Altersgruppen gleich verteilt. Dies ergab eine 2017 durchgeführte Umfrage von Robeco unter seinen Privatkunden in den Niederlanden. Rund 70 % der Teilnehmer über 50 äußerten ein klares Interesse an Nachhaltigkeit, während es bei den 34- bis 50-jährigen 66 % und in der Altersgruppe von 18-34 Jahren 67 % waren. Auch wenn es sich nicht um eine umfassende wissenschaftliche Untersuchung handelte, wurde deutlich, dass Nachhaltigkeit in den mittleren und höheren Altersgruppen ebenso populär ist wie bei den Millennials.

Der Anteil derjenigen Anleger, die weiter in nachhaltige Fonds investieren, betrug 28 % bei den über 50-jährigen, 29 % bei den 34- bis 50-jährigen und 26 % bei den 18- bis 34-jährigen. Auch dies zeigt, dass das Interesse über die Altersgruppen hinweg gleichverteilt ist, wobei die mittlere Altersgruppe leicht vorne liegt. Gleichzeitig betrug der durchschnittliche Anteil des Portfolios, das bereits in nachhaltigen Anlagen investiert ist, 29 % bei den über 50-jährigen, 30 % bei den 34 bis 50-jährigen und 33 % bei den 18- bis 34-jährigen Kunden. Demnach weisen die Millennials laut der Kunden Umfrage von Robeco hier einen leichten Vorsprung auf, wenn auch keinen wesentlichen.

Eine lange Historie

Nachhaltigkeit ist keineswegs eine neue Modeerscheinung. Ihre Ursprünge reichen bis in das 18. Jahrhundert zurück, als die Glaubensgemeinschaft der Quäker die ersten Ausschlusskriterien definierten, indem sie jede mit dem Sklavenhandel verbundene Geldanlage ablehnten. In jüngerer Zeit gewann der Gedanke mit der Gesetzgebung zur Gleichberechtigung der Schwarzen in den 1960er Jahren und den Umweltschutzkampagnen der 1970er Jahre an Bedeutung. In größerem Umfang wurden Ausschlusskriterien in den 1970er Jahren angewendet, als sich Unternehmen wegen des Apartheid-Regimes in Südafrika weigerten, dort zu investieren.

Auf die globale Ebene gelangte der Nachhaltigkeitsgedanke im Jahr 1987, als die World Commission on Environment and Development der UNO ihren Report „Our Common Future“ veröffentlichten, der die unkontrollierte Ausbeutung natürlicher Rohstoffe anprangerte, damals vor allem in Form exzessiver Abholzung von Wäldern. Dieses Dokument ist besonders bekannt dafür, dass es den Begriff „nachhaltige Entwicklung“ prägte. Dieser war vor allem auf die Schwellenländer gemünzt, die dazu aufgefordert wurden, im Zuge ihres Wirtschaftswachstums die Zerstörung ihrer Umwelt zu vermeiden. Die Vorsitzende der Kommission, Gro Harlem Brundtland, definierte den neuen Begriff wie folgt: „Die Menschheit ist in der Lage, ihre Entwicklung in der Weise nachhaltig zu gestalten, dass sie die Bedürfnisse der Gegenwart stillt, ohne die Möglichkeit zukünftiger Generationen zu beeinträchtigen, ihre Bedürfnisse zu stillen.” 3

Die Wahrheit über Sustainable Investing: Fakt oder Fiktion?
Sehen Sie sich das Video an

Dreifache Bilanz

Ein weiterer eingängiger Begriff, die „Dreifache Bilanz“, wurde 1995 vom britischen Geschäftsmann John Elkington geprägt. Er sagte, dass jedes Unternehmen auf eine ausgewogene Bilanz in dreifacher Hinsicht achten müsse: in Bezug auf die Menschen, den Planeten und den Gewinn (also nicht nur auf letzteren), da sie gleichermaßen wichtig für das langfristige Gedeihen der Gesellschaft seien. Daraus wurde das ESG-Konzept mit den Aspekten Umwelt, Soziales & Governance entwickelt, das heute das Fundament der meisten Prozesse bei nachhaltigen Investments darstellt.4

Im darauf folgenden Jahrzehnt fanden der Begriff des „nachhaltigen Investierens“ und das entsprechende Anlagethema allgemeine Verbreitung, als sie erstmals von Anlegern ernstgenommen wurden. Nach einigen Metamorphosen wie „Ethisches Investment“, „Verantwortungsbewusste Anlage“ sowie „Socially Responsible Investing – SRI“ setzte sich „Nachhaltiges Investment“ allgemein als passendster Oberbegriff für die unterschiedlichen Anlagestrategien durch, die ESG-Aspekte berücksichtigen.

Die Globalisierung des Nachhaltigkeitsgedankens erlebte ihre vorläufige Krönung vielleicht mit der Climate Change Conference (COP21) der UN in Paris im Jahr 2015. Sie führte zum Abkommen von Paris, wonach die Welt den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf weniger als 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzen soll. Ratifiziert wurde das Abkommen von 174 Ländern am 22. April 2016 – das Datum wird heute von der UNO als „Earth Day“ bezeichnet.

Nachdem nachhaltiges Investieren in der Vergangenheit eher ein Nischenphänomen war, befinden wir uns nun eindeutig an einem Wendepunkt, und es gibt keinen Weg mehr zurück.

1 Produce Retailer, ‘Younger consumers buy more organics’, 2017 
2 The Millennial Pendulum: A new generation of voters and the prospects for a political realignment, 2009.
3 Bericht der World Commission on Environment and Development: ‘Our Common Future
4 John Elkington, ‘Enter the triple bottom line’, 2004

Nachhaltige Investments
Nachhaltige Investments

Lernen Sie online alle neuen Ideen zu Sustainable Investing kennen.

Lesen Sie mehr
Logo

Zugangsbeschränkung / Haftungsausschluss

Die auf diesen Seiten enthaltenen Informationen dienen Marketingzwecken und sind ausschliesslich für (i) qualifizierte Anleger gemäss dem Schweizer Bundesgesetz über die kollektiven Kapitalanlagen vom 23. Juni 2006 („KAG“), (ii) Professionelle Kunden gemäss Anhang II der Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente (2014/65/EU; „MiFID II“) mit Sitz in der Europäischen Union oder im Europäischen Wirtschaftsraum mit einer entsprechenden Lizenz zur Erbringung von Vertriebs- / Angebotshandlungen im Zusammenhang mit Finanzinstrumenten oder für (iii) solche, die hiermit aus eigener Initiative entsprechende Informationen zu spezifischen Finanzinstrumenten erfragen und als professionelle Kunden qualifizieren.

Die Fonds haben ihren Sitz in Luxemburg oder den Niederlanden. Die ACOLIN Fund Services AG, Postanschrift: Affolternstrasse 56, 8050 Zürich, agiert als Schweizer Vertreter der Fonds. UBS Switzerland AG, Bahnhofstrasse 45, 8001 Zürich, Postanschrift: Europastrasse 2, P.O. Box, CH-8152 Opfikon, fungiert als Schweizer Zahlstelle. Der Prospekt, die Key Investor Information Documents (KIIDs), die Satzung, die Jahres- und Halbjahresberichte der Fonds sind auf einfache Anfrage hin und kostenlos im beim Schweizer Vertreter ACOLIN Fund Services AG erhältlich. Die Prospekte sind auch über die Website www.robeco.ch verfügbar.

Einige Fonds, über die Informationen auf dieser Website angezeigt werden, fallen möglicherweise nicht in den Geltungsbereich des KAG und müssen daher nicht über eine entsprechende Genehmigung durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht FINMA verfügen. Einige Fonds sind in Ihrem Wohnsitz- / Sitzstaat möglicherweise nicht verfügbar. Bitte überprüfen Sie den Registrierungsstatus in Ihrem jeweiligen Wohnsitz- / Sitzstaat. Um die in Ihrem Land registrierten Produkte anzuzeigen, gehen Sie bitte zur jeweiligen Länderauswahl, die auf dieser Website zu finden ist, und wählen Sie Ihr Wohnsitz- / Sitzstaat aus.

Weder Informationen noch Meinungen auf dieser Website stellen eine Aufforderung, ein Angebot oder eine Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder einer anderweitigen Verfügung eines Finanzinstrumentes dar. Die Informationen auf dieser Webseite stellen keine Anlageberatung oder anderweitige Dienstleistung der Robeco Switzerland Ltd dar. Eine Investition in ein Produkt von Robeco Switzerland Ltd sollte erst erfolgen, nachdem die entsprechenden rechtlichen Dokumente wie Verwaltungsvorschriften, Prospekt, Jahres- und Halbjahresberichte konsultiert wurden.

Durch Klicken auf "Ich stimme zu" bestätigen Sie, dass Sie resp. die von Ihnen vertretene juristische Person eine der oben genannten Kategorien von Adressaten fallen und dass Sie die Nutzungsbedingungen für diese Website gelesen, verstanden und akzeptiert haben.

Nicht Zustimmen