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In die Kreislaufwirtschaft investieren

In die Kreislaufwirtschaft investieren

16-10-2020 | Einblicke
Der unermessliche Ressourcenhunger, der durch lineare Produktions- und Verbrauchsmuster angetrieben wird, übersteigt die Regenerationsfähigkeit der Erde. Regulatorische Maßnahmen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft werden dadurch unterstützt, dass sich Verbraucher für kreislauffähige Produkte entscheiden. Dank anhaltender Innovation und des technischen Fortschritts sind die Aussichten für eine Entmaterialisierung besser denn je. Was aber können Anleger im Zuge dieses Übergangs tun, um neu entstehende Anlagechancen zu nutzen?
  • Holger Frey
    Holger
    Frey
    Senior Portfolio Manager, Circular Economy Equities & Sustainable Food Equities
  • Elina Kaarina Kulak
    Elina Kaarina
    Kulak
    Senior Analyst, SI Research
  • Michal Adam Kulak
    Michal Adam
    Kulak
    SI Analyst

In aller Kürze

  • Unsere heutige lineare Weltwirtschaft verbraucht Ressourcen, welche die Regenerationsfähigkeit der Erde im Durchschnitt um den Faktor 1,75 übersteigen 
  • Innovation, von Verbrauchern ausgeübter Druck und regulatorische Maßnahmen fördern den Trend zur Kreislaufwirtschaft 
  • Unser systematisches Rahmenkonzept weist auf vier wichtige Investment-Bereiche hin 

Die Kreislaufwirtschaft ist an einem Wendepunkt angelangt

Die traditionelle lineare Wirtschaft, die auf einem ressourcenintensiven Produktions- und Konsummodell beruht, überfordert die Erde und hat dazu geführt, dass eine wachsende Koalition aus Wissenschaftlern, Innovatoren, Politikern und Verbrauchern einen Umstieg auf geschlossene Produktions- und Verbrauchskreisläufe fordern, bei denen Abfälle, Emissionen, Material- und Energieverluste minimiert werden. Der Umstieg auf eine Kreislaufwirtschaft könnte bis zum Jahr 2030 weltweit Wertpotenziale von schätzungsweise 4,5 Billionen US-Dollar freisetzen, wobei innovative Technologien neue Wege eröffnen, um Dienstleistungsmodelle zu entwickeln und Wert aus geschlossenen Kreisläufen herauszuziehen.

Der Umstieg auf eine Kreislaufwirtschaft könnte bis zum Jahr 2030 weltweit Wertpotenziale von schätzungsweise 4,5 Billionen US-Dollar freisetzen

Technologische Antriebsfaktoren der Kreislaufwirtschaft

Technologie wird zu einem wichtigen Faktor, der den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft ermöglicht. Der Fortschritt auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz (AI), bei digitalen Plattformen und cloud-basierten Lösungen verringert deutlich den Bedarf an Sachvermögen und trägt so zur Entmaterialisierung ganzer Wertschöpfungsketten bei. Dank der fortschreitenden Digitalisierung von Produktion und Logistik können Ressourcen- und Produktströme besser verfolgt und der Gebrauch von Produkten während ihrer Nutzungsdauer optimiert werden – auch durch vorausschauende Wartungslösungen. Erhöhte Sichtbarkeit ermöglicht nicht nur eine bessere Kontrolle über potenzielle Abfallerzeugung, sondern trägt auch zu verantwortungsvollerem Handeln von Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette bei. Zugleich ermöglicht die Entwicklung neuer Chemikalien und Katalysatoren die Herstellung biobasierter Rohstoffe, die fossile Alternativen ersetzen können.

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In die Kreislaufwirtschaft investieren

Wir haben vier Investment-Cluster identifiziert, die vom Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft profitieren dürften: neuartige Produktionsmittel, wegbereitende Technologien, umlaufende Nutzung und Kreislaufsysteme für Ressourcen. 

Der erste Cluster, „neuartige Produktionsmittel“, umfasst Anlagechancen, die auf den Umstieg von fossilen auf erneuerbare Produktionsmittel abzielen. Beim Cluster „wegbereitende Technologien“ stehen Lösungen im Fokus, die entweder Infrastruktur für Unternehmen der Kreislaufwirtschaft bereitstellen, zur Entmaterialisierung der Produktion beitragen oder neue, nichtlineare Geschäftsmodelle wie z. B. „Produkte als Dienstleistung“ erschaffen. Der Cluster „umlaufende Nutzung“ umfasst Unternehmen, die kreislauffähige Verbrauchsmuster durch nachhaltige Beschaffung, die Wirtschaft des Teilens, die Langlebigkeit und Wiederverwendbarkeit von Produkten unterstützen. Beim Cluster „Kreislaufsysteme für Ressourcen“ stehen Anbieter von Lösungen im Mittelpunkt, welche die Nutzungsdauer von Produkten verlängern oder in weggeworfenen Produkten enthaltenen Wert wiedergewinnen. 

Fazit

Die Zeit scheint reif zu sein dafür, die Weltwirtschaft stärker auf geschlossene Stoffkreisläufe auszurichten. Regierungen stehen trotz der wirtschaftlichen Probleme infolge der anhaltenden Pandemie klar zu ihrem Bekenntnis zur Kreislaufwirtschaft. Durch Aufdeckung entscheidender Schwachstellen in globalen Lieferketten macht die Covid-19-Pandemie den Wechsel von einer linearen zu einer systemorientierten Denkweise noch dringender, und sie erlaubt gleichzeitig einen Blick auf die umfangreichen zukünftigen Möglichkeiten der Entmaterialisierung, die durch ausgereifte Digitalisierungslösungen in mehreren Sektoren eröffnet werden. 

Während innovative Technologien zur Freisetzung neuer Wertpotenziale in der Kreislaufwirtschaft beitragen, wird der Übergang zu dieser zu einer wirtschaftlichen Grundsatzfrage und ist kein Trend, der ausschließlich durch dringend gebotenes Handeln zum Schutz der Umwelt angetrieben wird. Unternehmen mit auf der Kreislaufwirtschaft basierenden Geschäftsmodellen werden wohl von den vor uns liegenden strukturellen Veränderungen profitieren. Innovationsführer werden Grundsätze der Kreislaufwirtschaft befolgen, um sich mit ihrem Produktangebot von Mitbewerbern abzuheben. Von dieser bislang kaum beachteten Wachstumsstory können Anleger profitieren, indem sie in Geschäftsmodelle, die mit Grundsätzen der Kreislaufwirtschaft in Einklang stehen, oder Unternehmen, die diesen Wandel ermöglichen, investieren.

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