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Short-Positionen schaffen keinen Mehrwert bei Factor Investing-Strategien

Short-Positionen schaffen keinen Mehrwert bei Factor Investing-Strategien

09-12-2019 | Research

Unter Forschern und Anlegern ist die Ansicht verbreitet, dass man Faktorprämien am besten dadurch erschließt, dass man sowohl Long- als auch Short-Positionen eingeht. Empirische Untersuchungen von Robeco stellen diese Auffassung allerdings infrage.

  • David Blitz
    David
    Blitz
    Head of Quant Research
  • Pim  van Vliet, PhD
    Pim
    van Vliet, PhD
    Head of Conservative Equities and Quant Allocation
  • Guido  Baltussen
    Guido
    Baltussen
    Co-Head of Quant Allocation

In aller Kürze

  • Der Großteil des Mehrwerts bei Faktor-Strategien am Aktienmarkt ergibt sich aus Long-Positionen
  • Long-Positionen ermöglichen bei Factor-Investments mehr Diversifikation als Short-Positionen
  • Die Ergebnisse berücksichtigen noch nicht die höheren Kosten, die mit Short-Positionen einhergehe
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In einem kürzlich veröffentlichten Research-Papier1 haben wir gängige Faktor-Strategien am Aktienmarkt in die jeweiligen Long- und Short-Positionen zerlegt. Ziel dabei war eine kritische Überprüfung des Mehrwerts von Short-Positionen bei der Erschließung von Aktienfaktoren wie Value, Momentum and Low Risk. Wir fanden heraus, dass im Gegensatz zur herrschenden Meinung der Großteil des Mehrwerts dieser Faktorstrategien tendenziell aus den Long-Positionen resultiert.

Des Weiteren ergab unser Research, dass die Long-Positionen bei Factor-Investments mehr Diversifikation bieten als Short-Positionen und dass der Erfolg der Short-Positionen allgemein geringer ist als derjenige von Long-Positionen. Anders gesagt lassen sich die Prämien von Aktienfaktoren wirksamer vereinnahmen, wenn man auf Short-Positionen verzichtet und sich ganz auf Long-Positionen fokussiert.

Diese Ergebnisse haben sich bei einer Reihe von Überprüfungen als robust erwiesen. Sie treffen sowohl für Large Caps als auch Small Caps zu. Auch im Zeitverlauf und an den Aktienmärkten unterschiedlicher Länder sind sie robust. Sie lassen sich nicht auf Unterschiede in Bezug auf Tail Risks zurückführen. Hinzu kommt, dass unsere Ergebnisse noch nicht einmal die gegenüber Long-Positionen wesentlich höheren Kosten berücksichtigen, die die Umsetzung von Short-Positionen beinhaltet.

Die Prämien von Aktienfaktoren können wirksamer vereinnahmt werden, wenn man auf Short-Positionen verzichtet

Nicht zuletzt stehen unsere Researchergebnisse auch im Gegensatz zu der in jüngerer Zeit geäußerten Auffassung, dass die Faktoren Value und Low Risk in den neuen Fama-French-Faktoren enthalten sind, da diese Hypothese zwar für Short-Positionen in Bezug auf diese Faktoren zutrifft, nicht aber für Long-Positionen. Insgesamt zeigt unsere Untersuchung, dass die Long-Positionen von Faktor-Portfolios entscheidend für das Verständnis von Faktorprämien und die Bildung effizienter Faktorportfolios sind.

Lesen Sie das zugehörige Research-Papier „When equity factors drop their shorts“ auf SSRN.

1D.C. Blitz, G. Baltussen und P. van Vliet, „When equity factors drop their shorts“, Arbeitspapier, 2019.

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