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Herausforderungen beim Factor Investing: Das richtige Maß an Transparenz

Herausforderungen beim Factor Investing: Das richtige Maß an Transparenz

31-10-2017 | Herausforderung beim Factor Investing
Wie transparent sollte eine Factor Investing-Strategie sein? Faktorbasierte Produkte sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Doch die praktische Umsetzung bereitet vielen interessierten Anlegern nach wie vor Schwierigkeiten. Die richtige Balance zu finden zwischen vollständig transparenten Basisanlagen und komplexeren, aber auch weniger transparenten Lösungen, ist anspruchsvoll.

In aller Kürze

  • Bei Produkten, die auf gängigen Indizes beruhen, besteht die Gefahr von Herdenverhalten und Arbitrage
  • Vorsicht ist auch bei einem zu hohen Maß an Komplexität geboten, da dies das Produkt intransparent machen kann
  • Eine Faktorstrategie sollte so einfach wie möglich und so komplex wie nötig sein
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Einer der Hauptgründe für den bemerkenswerten Erfolg der sogenannten „Smart Beta"-ETFs, die auf gängigen Indizes beruhen, besteht darin, dass sie als kostengünstigere und einfachere Alternative zu aktiven Factor Investing-Strategien gelten. Ihr vollständig transparenter Investmentprozess ist häufig ein schlagendes Verkaufsargument, da die Kunden hier die einzelnen Transaktionen und die daraus resultierenden Positionen in ihrem Portfolio nachvollziehen können.

Ein gutes Beispiel für solche einfachen Produkte sind die beliebten ETFs, die den S&P Low Volatility Index abbilden. Dieser Index soll die Prämie des Faktors Low Volatility vereinnahmen, indem er aus den 500 Aktien im S&P 500 Index 100 Titel nur anhand ihrer Volatilität in den letzten 12 Monaten auswählt.

Für diejenigen, die dieser Art Benchmark folgen, hat die damit verbundene vollständige Transparenz jedoch einen Preis. Da die Zusammensetzung dieser Indizes den Marktteilnehmern bekannt ist und Änderungen an ihrer Struktur bereits deutlich vor der Umsetzung publiziert werden, besteht bei ihnen die Gefahr von Herdenverhalten und Arbitrage. So können opportunistisch vorgehende Investoren vorab leicht ermitteln, zu welchen Transaktionen es in Bezug auf den Index kommen wird und können diese gezielt ausnutzen.

Infolgedessen kaufen Portfolios, die solche Indizes nachbilden, tendenziell Wertpapiere zu bereits gestiegenen Kursen und verkaufen sie zu gedrückten Kursen. Dies kann die Wertentwicklung auf lange Sicht erheblich beeinträchtigen. In einem 2016 erschienenen Research-Papier1 , das sich auf die von MSCI für verschiedene Regionen angebotenen Minimum Volatility-Indizes fokussiert, bezifferten Joop Huij und Georgi Kyosev von Robecos Factor Investing-Team die Kosten der Transparenz auf gängigen Indizes basierender Faktorstrategien für die Anleger auf 16,5 Basispunkte pro Jahr

Komplexität, aber keine Intransparenz

Die allgemeine Bekanntheit der verwendeten Indizes ist nicht das einzige Problem bei gängigen „Smart Beta"-Indizes. In einem früheren Artikel aus dieser Serie, die sich mit den wichtigsten Herausforderungen beim Factor Investing befasst, erwähnten wir bereits, dass diese Produkte immer noch ein erhebliches Exposure gegenüber dem breiten Marktindex aufweisen und zugleich ein unerwartetes negatives Exposure gegenüber anderen Faktoren. Außerdem ist der Einsatz von Smart Beta-Indizes häufig mit einer ineffizienten Portfoliokonstruktion verbunden. Dies kann zu unnötigen Umschichtungen, starker Konzentration auf einzelne Ländern bzw. Wirtschaftsbranchen oder zu einem überhöhten Exposure gegenüber Largecap-Aktien führen.

Will man die Fallstricke vermeiden, die mit gängigen indexbasierten Produkten verbunden sind, muss man komplexere Ansätze verfolgen, wie sie typischerweise von aktiven Asset-Managern angeboten werden. Dabei kann es sich um klassische hausinterne aktive Strategien oder maßgeschneiderte Indizes handeln, die nur für die darin investierten Kunden transparent sind. Damit ist das Risiko von Herdenverhalten und Arbitrage ausgeschlossen.

Vorsicht ist aber auch bei einem zu hohen Maß an Komplexität geboten, da dies das Produkt intransparent machen kann. Beispielsweise sollten Anlegerlösungen meiden, die übermäßig komplexe Definitionen für die einzelnen Faktoren verwenden, ebenso solche, die sich auf fragwürdige Systeme zur Portfoliokonstruktion stützen.

So einfach wie möglich, so kompliziert wie nötig

Bei Robeco stellen wir sicher, dass unsere faktorbasierten Strategien so einfach wie möglich und nur so kompliziert wie nötig sind. Unser Ziel sind Investmentansätze, die ein effizientes Engagement in lohnenden Faktoren gewährleisten und gleichzeitig für die Kunden transparent bleiben, da sich die Portfolios und die Transaktionen leicht erklären lassen.

Bei allen unseren quantitativen Strategien bevorzugen wir daher intuitive Algorithmen zur Portfoliokonstruktion gegenüber marktgängigen Optimierungs-Tools, die tendenziell eine „Black Box“ darstellen. An den Aktienmärkten zum Beispiel basiert unser disziplinierter Investmentprozess vollständig auf dem Ranking, das aus unserem quantitativen Modell zur Aktienauswahl resultiert. Anstatt sich auf eine Optimierungsschleife zu einem späteren Zeitpunkt zu verlassen, neutralisiert unser Verfahren unbeabsichtigte Exposures gegenüber Marktrisiken bereits zum Zeitpunkt der Aktienauswahl.

Entsprechend geringer ist der Bedarf nach Einsatz komplexer Optimierungsverfahren und Risikomodellen in der Phase der Portfoliokonstruktion. Auf diese Weise sind wir – und unsere Kunden – imstande, die Begründung für jede einzelne Position und jede Kauf- oder Verkaufentscheidung nachzuvollziehen. Die Anwendung unseres robusteren und transparenteren Algorithmus zur Portfoliokonstruktion macht es uns wesentlich leichter, jederzeit die volle Kontrolle zu behalten.

1‘Price Response to Factor Index Additions and Deletions’, Joop Huij and Georgi Kyosev, 2016.

Herausforderung beim Factor Investing
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Diese Publikationsserie behandelt einige der Hauptprobleme, vor denen Investoren bei der Umsetzung von Factor Investing-Strategien stehen.

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