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Der wachsende Bedarf des Lebensmittelsektors an technischen Innovationen

Der wachsende Bedarf des Lebensmittelsektors an technischen Innovationen

15-10-2018 | Einblicke

Die zunehmende Nachfrage, der sich wandelnden Vorlieben der Konsumenten und die Digitalisierung verändern den weltweiten Lebensmittelsektor radikal. Holger Frey, Portfolio Manager des RobecoSAM Sustainable Food Equities Strategy Fonds, erläutert, wie technologische Innovation attraktive Investitionsmöglichkeiten über die gesamte Wertschöpfungskette bietet.

  • Holger Frey
    Holger
    Frey
    Senior Portfolio Manager, RobecoSAM Sustainable Food Equities Strategy

In aller Kürze

  • Das Bevölkerungswachstum fördert den Bedarf an einer erhöhten Lebensmittelproduktion
  • Die Einführung neuer Technologien ändert die Art und Weise unserer Produktion, Verarbeitung und des Konsums
  • Innovation in vielen Bereichen bietet interessantes Investitionspotenzial

Bei einem Wachstum der Weltbevölkerung auf 9,7 Milliarden bis zum Jahr 2050, muss die weltweite Lebensmittelproduktion um 70 Prozent ansteigen, um diesem Bedarf gerecht zu werden. 60 Millionen neue Konsumenten nehmen jedes Jahr am Esstisch Platz. In absoluten Tonnen hat der chinesische Bedarf an Geflügelprodukten bereits den der USA überstiegen. Auf der Grundlage einer Pro-Kopf-Berechnung müsste Chinas Bedarf an Geflügel sich jedoch vervierfachen, um den US-Konsum zu übersteigen. Das zeigt, wie sich das weltweite Lebensmittelangebot in den kommenden Jahrzehnten ausdehnen wird.

Obwohl sich Unterernährung in den letzten 20 Jahren fast halbiert hat, leiden noch immer 800 Millionen Menschen Hunger. Inzwischen leiden etwa zwei Milliarden Menschen weltweit an Mikronährstoffmangel. In den Industrieländern zeigen sich Marktkonsumverschiebungen, wobei sich mehr Konsumenten für nachhaltig erzeugte und biologisch nahrhafte Lebensmittel entscheiden.

Der Umsatz an Bio-Lebensmitteln, der sich in einigen westeuropäischen Ländern bereits im hohen einstelligen Bereich befindet, wird erwartungsgemäß die herkömmlich angebauten Produkte übertreffen, da Konsumenten besser über die gesundheitlichen und umwelttechnischen Auswirkungen ihrer Lebensmittelauswahl informiert sind.

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Bahnbrechende Technologie revolutioniert die Landwirtschaft

Die technologische Innovation hat bereits seit Jahrhunderten zu einem Anstieg der Lebensmittelproduktion geführt, wie zum Beispiel die Erfindung des Verbrennungsmotors im 19. Jahrhundert oder die Entwicklungen im Bereich der synthetischen Chemie in den 1970er Jahren. Heutzutage arbeiten Traktoren und Mähdrescher noch effizienter aufgrund von GPS. Und dennoch hinkte die Digitalisierung im Lebensmittelbereich hinter anderen Branchen her, wahrscheinlich aufgrund der Abhängigkeit der Landwirte von sich dynamisch verändernden externen Faktoren, wie das Wetter oder Krankheiten.

Anstatt sich jedoch ausschließlich auf Erkenntnisse aus der Vergangenheit zu verlassen, profitieren Landwirte heute von Lösungen, die sie sich durch die schnelle Entwicklung mobiler und Sensor-Technologie, verbesserte Computer- und Speicherkapazitäten sowie die Fähigkeit, Daten systematisch zu erfassen und zu analysieren, zunutze machen. M&A-Aktivitäten spiegeln die technologischen Veränderungen wider, die den Sektor verändern; in 2017 hat der internationale Landwirtschaftsmaschinenriese John Deere das Robotic Start-up-Unternehmen Blue River Technologies übernommen, um dieses beim Aufbau seiner Fähigkeiten im Bereich der künstlichen Intelligenz zu unterstützen.

Maschinelles Lernen kann landwirtschaftliche Ausrüstung dazu befähigen, zwischen Unkraut und Anbauprodukten zu unterscheiden, Sprays mit einer noch nie dagewesenen Präzision und Effizienz anzuwenden und somit den Verbrauch chemischer Mittel einzudämmen.

Pflügen durch das Datenfeld

„Big data“ und der deutliche Wechsel im Bereich der analytischen Stärke verändert auch die Laborforschung: Große Datenmengen können analysiert werden und zur Aufdeckung von Mustern und Lösungen führen, die vorher im Chaos verborgen blieben. Die Entdeckung von biologischen Wirkstoffen („Biologicals“), natürlich vorkommender Mikroben, die den Pflanzenertrag steigern oder gegen Seuchen und Krankheiten schützen, ist besonders vielversprechend. Das in Dänemark ansässige Unternehmen Novozymes führt Boden-Inokulante ein, ein mikrobielles Produkt, das die Nährstoffaufnahme von Pflanzen verbessert.

Und dennoch sehen sich auch etablierte Unternehmen wie Novozymes mit der Konkurrenz durch revolutionierende Neufirmen wie Indigo Agriculture konfrontiert, die genetische und mikrobielle Informationen von Pflanzen sammeln, die unter schwierigen Umweltbedingungen gewachsen sind. Unter Anwendung von Algorithmen des maschinellen Lernens, strebt Indigo danach, das perfekte Mikrobiom mit speziellen Pflanzen, geographischen Orten und den gewünschten Eigenschaften zu kombinieren.

Die Rolle der Digitalisierung bei der Lebensmittelsicherheit

Technologische Innovation bewegt sich schnell durch die Lebensmittelwertschöpfungskette. Das Start-up-Unternehmen Impact Vision versucht, die herkömmlichen invasiven, zeitraubenden, auf Proben basierten Lebensmitteltests durch nicht-invasive Hyperspektralabbildungen von elektromagnetischen Wellenlängen, die von den Materialien emittiert werden, zu ersetzen. Durch das Kombinieren von Spektralabbildungen mit maschinellem Lernen ist Impact Vision in der Lage, den Nährwert, die Frische und den Eiweiß-, Fett- und Feuchtigkeitsgehalt zu messen.

Die Fähigkeit, zwischen frischem und zuvor gefrorenem Fisch zu unterscheiden, liefert wertvolle Einblicke in die Lieferkettenpraxis und schützt gegen Betrug. Da hyperspektrale Sensoren in Größe und Preis sinken, sieht das Unternehmen Potenzial, Smartphones von Konsumenten mit Echtzeit-Versionen auszustatten.

Die Technologie ermöglicht es Lebensmittelproduzenten, neue Territorien zu betreten, einschließlich einer gesteuerten Umwelt-Aquakultur. Da das Areal rund um die norwegischen Fjords enger wird, hilft Offshore-Technologie Lachsbetrieben, in tiefere Gewässer vorzudringen. Inzwischen verwendet der Onshore-Lachsproduzent Bakkafrost, der auf den Färöer-Inseln angesiedelt ist, fortschrittliche Technologien, um das Gewicht des jungen Lachses (Smolts), der in Tanks an Land gezüchtet wird, erheblich zu steigern.

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Lebensmittelherstellung: Wachsende Investitionsmöglichkeiten

Das System reduziert die Sterblichkeitsrate unter den Smolts, die später in die widrigeren Ozeangewässer ausgesetzt werden, und verbessert die Umweltbedingungen mit Biofiltern, die 99,7 Prozent des Wassers, das bei der Produktion verwendet wird, zu recyceln.

So wie sich die Art verändert, wie Lebensmittel hergestellt, verarbeitet und transportiert werden, ändert auch die Technologie die Art, wie Konsumenten Lebensmittel betrachten. Neben Biochemikalien und KI-freigegebener Unkrautbekämpfung, verleiht die Technologie technisch versierten Landwirten der Zukunft noch bessere Instrumente, um ihre Anbauprodukte, Tiere und gezüchteten Fische zu ernähren und zu schützen, und trägt dazu bei, einen grundlegenden Wandel im Bereich der Lebensmittelproduktion zu bewirken. Ein technologieorientierter Wandel über den gesamten Sektor hinweg wird weiterhin überwältigende Möglichkeiten für innovative Unternehmen sowie Investoren gleichermaßen schaffen.

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