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„Rückkehr zur Normalität“ verheißt defensiven Aktienanlegern wieder bessere Aussichten

„Rückkehr zur Normalität“ verheißt defensiven Aktienanlegern wieder bessere Aussichten

17-10-2022 | Einblicke

Nach drei aufeinanderfolgenden Jahren mit Kurszuwächsen im zweistelligen Prozentbereich treten wir nun in ein neues, aber vertrautes Umfeld der Unsicherheit ein. Die Global Conservative Equities-Strategie ist eine Option für Aktienanleger, die sich defensiver positionieren wollen.

  • Jan Sytze  Mosselaar
    Jan Sytze
    Mosselaar
    Portfolio Manager

Zusammenfassung

  • Anlageumfeld erneut von erheblicher Unsicherheit geprägt
  • Conservative Equities-Strategie schneidet typischerweise in moderatem, volatilem Marktumfeld gut ab
  • Fokus auf relativ kursstabilen soliden Titeln mit attraktiver Bewertung und hoher Dividende

Nachdem die ultralockere Geldpolitik an den Aktienmärkten drei Jahre lang für ein ideales Umfeld mit zweistelligen Wertzuwächsen gesorgt hat, sind die Anleger jetzt mit deutlichem Gegenwind konfrontiert. Die Zinsen sind von extrem niedrigen Niveaus aus wieder angestiegen, die Inflationsrate ist nach oben geschnellt und die Notenbanken verkehren ihre mehrjährige lockere Geldpolitik ins Gegenteil. Unseres Erachtens wird dieses ungünstige Umfeld auf absehbare Zeit bestehen bleiben. Das bedeutet, dass die Aktienmärkte grundsätzlich in die Normalität zurückkehren und von nun an eher moderate Erträge abwerfen werden – verbunden mit gelegentlichen Phasen verstärkter Kursschwankungen. 

Aufgrund der weltweiten Normalisierung des Zinsniveaus Konnten die Anleihemärkte in diesem Jahr keine sichere Alternative bieten. Daher sollte man sich ins Bewusstsein rufen, dass sich in einem unsicheren Umfeld Strategien mit relativ geringem Risiko finanziell besser halten. Dies impliziert auch, dass man gewinnt, indem man weniger verliert. Insbesondere hat die Vergangenheit gezeigt, dass die Global Conservative Equities-Strategie in einem solchen Marktumfeld typischerweise eine relativ gute Wertentwicklung aufweist.

Exkurs zur historischen Volatilität

Die untenstehende Tabelle zeigt die Wertentwicklung der Strategie über drei 5-Jahres-Zeiträume, beginnend mit der Auflegung. Daraus ist ersichtlich, wie sich die Strategie in früheren Phasen verstärkter Kursschwankungen entwickelt hat.

Tabelle 1 | Übersicht über die drei 5-Jahres-Zeiträume, den aktuellen Zeitraum und das Gesamtergebnis

Alle Zahlen in EUR vor Abzug von Gebühren. In der Praxis werden Kosten (zum Beispiel Verwaltungsgebühren und weitere) belastet. Diese wirken sich nachteilig auf die angegebenen Renditen aus. Der Wert von Kapitalanlagen kann schwanken. In der Vergangenheit erzielte Ergebnisse sind keine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung. Quelle: Robeco Performance Measurement. Wertentwicklung für den Gesamtzeitraum unabgesichert Vor Juli 2012 war das Portfolio gegen Euro abgesichert. Die hier wiedergegebene Entwicklung ist zur besseren Vergleichbarkeit unabgesichert. Phase 4 ist zu kurz für die Berechnung eines aussagefähigen Betas (und damit auch Alphas).

Im ersten 5-Jahres-Zeitraum wurde ein anfänglich ruhiger und von Selbstgefälligkeit geprägter Markt durch die größte globale Finanzkrise seit der Depression der 1930er Jahre erschüttert. In dieser Phase starker Kursschwankungen wies die Global Conservative Equities-Strategie im Jahr 2008 ein deutlich geringeres Risiko auf. Dies ermöglichte ein positives Alpha, auch wenn die Strategie 2009 im Zuge der Erholung ins Hintertreffen geriet. Dieser Zeitraum umfasst auch die beiden ersten schwankungsintensiven Phasen der europäischen Staatsschuldenkrise. Wiederum wies die Strategie damals geringere Wertrückgänge auf. Die ersten fünf Jahre waren ein relativ erfolgreicher Zeitraum für die Strategie. Sie konnte Verluste vermeiden, während der breite Markt einen durchschnittlichen Rückgang um 4,16 % p.a. verzeichnete. 

Im zweiten 5-Jahres-Zeitraum rückte die europäische Schuldenkrise in den Mittelpunkt. Viele Marktteilnehmer fürchteten damals eine weitere globale Finanzkrise auf Basis fauler Kredite. Dessen ungeachtet gelang es den Aktienmärkten, trotz Phasen erhöhter Volatilität jährliche Kurszuwächse im zweistelligen Prozentbereich zu erzielen. Somit erwies sich der Zeitraum für Aktienanleger und die Global Conservative Equities-Strategie als erfolgreich. Während der MSCI World Index um durchschnittlich 15,7 % p.a. anstieg (10,8 % in Lokalwährung), vermochte die Strategie ein noch besseres Ergebnis zu erzielen, verbunden mit geringerem Risiko. Auch die erste Hälfte des Jahres 2016 war für die Strategie günstig. Im Juli 2016 kam es allerdings zu einer grundlegenden Änderung, da sich ein neues Marktregime deutlich abzeichnete. 

Der dritte Zeitraum war von einem schwankungsarmen und anhaltenden Bullenmarkt geprägt. Der Auslöser waren die phänomenalen Kurszuwächse US-amerikanische Technologieaktien, insbesondere der Titel Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google (FAANG). Dieser Trend verstärkte sich während der Corona-Pandemie, welche die digitalen Trends drastisch beschleunigte. In diesem idealen Umfeld hoher Erträge und niedriger Kursschwankungen blieb die Global Conservative Equities-Strategie hinter dem Bullenmarkt zurück. Dies gilt speziell für die kräftige Erholung im Zeitraum vom zweiten bis zum vierten Quartal 2020, nachdem es im ersten Quartal angesichts der Pandemie zu einem Kurseinbruch gekommen war. Betonen möchten wir allerdings, dass das Alpha der Strategie in diesem Zeitraum bis zum Beginn der Pandemie positiv war. Ab dann leistete die Strategie erstmals seit ihrer Auflegung nicht die zu erwartende Risikominderung.

Bewältigung der derzeitigen und künftigen Volatilität

Seit dem vierten Quartal 2021 haben sich die Muster am Aktienmarkt verändert. Defensive Aktien liegen nicht länger hinter der breiten Marktentwicklung zurück. Die starken Kursschwankungen in den ersten neun Monaten des Jahres 2022 haben dem Faktor Low Risk gute relative Erträge beschert. Wir glauben, dass dieses normalisierte Marktumfeld mit gestiegenen Zinsen und einer Umkehr der mehrjährigen ultralockeren Geldpolitik günstige Voraussetzungen für die zukünftige Entwicklung der Global Conservative Equities-Strategie schafft. 

Der Grund dafür ist der, dass in der Vergangenheit zwar negative Marktrenditen schlechte Nachrichten für Aktien Anleger darstellten, dass Titel mit konservativer Charakteristik jedoch in einem Umfeld verstärkter Kursschwankungen relativ gut abschneiden. Die folgende Grafik zeigt, wie sich die Global Conservative Equities während der Kurseinbrüche im laufenden Jahr und während früherer Korrekturen geschlagen hat (Wertentwicklung in Euro).1 Während der letzten acht größeren Börsenkorrekturen konnte die Strategie das Ausmaß der Kursrückgänge am breiten Markt um durchschnittlich 31 % verringern. Der Umfang variierte je nach Art der Korrekturen.2 Dieselben Muster beobachten wir bei unserer entsprechenden Strategie mit Ausrichtung auf die Schwellenländer bzw. Europa.3

Grafik 1 | Strategie konnte während der meisten größeren Kurseinbrüche seit Auflegung das Risiko verringern

Sämtliche Angaben vor Gebühren in Euro; Stand: 31. August 2022. In der Praxis werden Kosten (zum Beispiel Verwaltungsgebühren und weitere) belastet. Diese wirken sich nachteilig auf die angegebenen Renditen aus. Wertentwicklung für den Gesamtzeitraum unabgesichert. Vor Juli 2012 war das Portfolio gegen Euro abgesichert. Die hier wiedergegebene Entwicklung ist zur besseren Vergleichbarkeit unabgesichert. GFC 1 2007 = erste Phase der globalen Finanzkrise vom 12. Oktober 2007 bis zum 15. März 2008; GFC 2 2008 = zweite Phase vom 25. Juni 2008 bis zum 9. März 2009; EDC 1 2010 = erste Phase der europäischen Schuldenkrise vom 23. April 2010 bis zum 2. Juli 2010; EDC 2 2011 = zweite Phase vom 2. Mai 2011 bis zum 3. Oktober 2011; China, Griechenland 2015 = Marktturbulenzen vom 5. August 2015 bis zum 29. September 2015. Wachstumsängste 2018 = Kurseinbruch vom 3. Oktober 2018 bis zum 25. Dezember 2018; Pandemie-Korrektur = Kurseinbruch vom 19. Februar 2020 bis zum 23. März 2020; Inflation, Ukraine-Krieg 2022 = Kurseinbruch vom 4. Januar 2022 bis zum 20. Juni 2022; Rezessionssorgen 2022 = Kurseinbruch vom 25. August 2022 bis zum 30. September 2022. Der Wert von Kapitalanlagen kann schwanken. In der Vergangenheit erzielte Ergebnisse sind keine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung. Quelle: Robeco Performance Measurement.
Trotz der jüngsten Outperformance notieren Aktien mit konservativen Profil weiterhin mit einem Kursabschlag gegenüber dem Marktdurchschnitt. Außerdem bieten sie nach wie vor einer ordentliche Ausschüttungsrendite (Dividenden plus Nettoertrag aus Aktienrückkäufen), siehe untenstehende Grafik. Insbesondere unsere auf die Emerging Markets ausgerichtete Strategie weist ein niedriges Kurs/Gewinn-Verhältnis und eine attraktive Rendite auf. Demnach können nicht nur auf den Faktor Low Risk ausgerichtete Anleger, sondern auch Value-Investoren mit der Conservative Equities-Strategie ihr Portfolio defensiver ausrichten.

Grafik 2 | Kurs/Gewinn-Verhältnis und Dividendenrendite der wichtigsten Conservative-Strategien im

Quelle: Robeco, FactSet. Beide Kennzahlen beziehen sich auf die letzten zwölf Monate. Stand: 31. August 2022

Fokus auf relativ stabilen soliden Titeln mit attraktiver Bewertung und gute Dividendenrendite

In diesem Abriss haben wir beleuchtet, wie sich die Marktgegebenheiten verändert haben, und dargelegt, dass die Global Conservative Equities-Strategie ein geeignetes Anlagekonzept für Investoren ist, die sich defensiver positionieren möchten. Unseres Erachtens sind Anleger in den nächsten Jahren mit einem wesentlich schwierigeren Marktumfeld konfrontiert, nachdem sie ein Jahrzehnt mit Gewinnen im zweistelligen Prozentbereich genießen konnten.
Da sich mehrere für Aktienanleger positive Faktoren verflüchtigt haben und das ideale Umfeld einer Situation der Skepsis unter den Investoren gewichen ist, sollte die Strategie in einem moderateren, volatilen Umfeld für die Asset-Preise gut abschneiden. Nicht zuletzt stellen aus unserer Sicht die moderaten Bewertungen in unseren Strategien auf absehbare Zeit einen Renditepuffer für unsere Kunden dar.

1Aufgrund der Stärke des US-Dollar und der Schwäche des Euro fallen die Ergebnisse des Index und des Fonds in Euro gerechnet besser aus als in Lokalwährung bzw. Dollar.
2Eine nennenswerte Ausnahme stellte der Kurseinbruch zu Beginn der Corona-Pandemie dar. Damals machten sich die konkreten Auswirkungen der Lockdowns bei etlichen Aktien mit Low Risk-Profil negativ bemerkbar. Gleichzeitig besaßen in dieser Phase Technologieaktien mit hohem Beta die defensivsten Qualitäten. Von dieser außergewöhnlichen Phase abgesehen kann die Strategie eine sehr gute Erfolgsbilanz in punkto Risikominderung in abwärtsgerichteten Märkten vorweisen.
3Vgl. beispielsweise unsere Kundeninformation „Celebrating 15 years of European Conservative: higher returns against lower risks”, Jan Sytze Mosselaar, September 2022. Die European Conservative Equities-Strategie vermochte das Risiko während des pandemiebedingten Kurseinbruchs zu reduzieren, da Technologieaktien nur einen kleinen Teil des MSCI Europe Index ausmachen.

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