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Investoren verstärken den Fokus auf die SDGs

Investoren verstärken den Fokus auf die SDGs

13-04-2022 | Einblicke

Dem „Robeco Global Climate Survey 2022“ zufolge wollen die meisten Investoren ihren Fokus auf die UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) verstärken.

  • Jan Anton van Zanten
    Jan Anton
    van Zanten
    SDG Strategist

In aller Kürze

  • 63 % der Investoren legen den Schwerpunkt heute auf den Klimawandel
  • 50 % verfolgen ganzheitlichere Ziele in Sachen Unternehmensführung und Grundbedürfnisse
  • In den nächsten zwei Jahren wollen sich die Investoren stärker für das Thema „Naturkapital“ engagieren

Der zweiten jährlichen Umfrage unter 300 Finanzinvestoren zufolge steigt in den nächsten zwei Jahren die Ausrichtung der Investoren auf die 17 Nachhaltigkeitsziele in ihrer ganzen Bandbreite, da sie als Blaupause zur Erreichung bestimmter Anlageziele (z.B. Kampf gegen den Klimawandel, Empowerment) verwendet werden.

Der Studie zufolge hat die Ausrichtung bzw. das Benchmarking des Portfolios an den SDGs für rund 18 % der Investoren eine hohe Priorität, während 22 % dies zwar tun, jedoch mit geringerer Priorität. Weitere 40 % erwägen offenbar eine entsprechende Positionierung in den nächsten zwei bis drei Jahren.

Dabei sind weiterhin bestimmte SDG-Ziele populärer als andere. So wird der Bekämpfung des Klimawandels (SDG 7 und 13) die höchste Priorität eingeräumt, während an dem – damit verbundenen – Aspekt Naturkapital überraschenderweise weniger Interesse besteht (SDGs 12, 14 und 15).

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SDGs als Blaupause für Investoren

„Die SDGs bieten eine Blaupause für nachhaltige Investoren, und die Investoren nutzen sie offenbar genau für diesen Zweck“, erklärt Jan Anton van Zanten, SDG-Stratege von Robeco. „In den meisten Fällen geben die Investoren an, dass sie versuchen, ihre Geldanlage – jetzt oder künftig – mit den SDGs in Einklang zu bringen, wenn auch mit unterschiedlichen Zielsetzungen.“

„Das ist eine gute Nachricht, denn es ist mitunter recht schwierig, diese globalen Ziele in die Anlagestrategien zu integrieren. Wie finden Sie heraus, ob die Unternehmen, in die Sie investieren könnten, bestimmte Nachhaltigkeitsziele positiv oder negativ beeinflussen? Es braucht umfassende Analysen, um festzustellen, welche Unternehmen tatsächlich in der Lage sind, etwas zu bewirken. Genau hier kommen wir ins Spiel.“

„Mit dem SDG-Regelwerk von Robeco sind wir in der Lage, die Auswirkungen der Unternehmen auf die SDGs gründlich zu bewerten und unsere Investitionen auf positive Veränderungen, auf die gesamte SDG-Agenda oder erforderlichenfalls auch auf einzelne Ziele auszurichten. So sind wir gut aufgestellt, um finanzielle Renditen zu erzielen und dabei jene Unternehmen zu unterstützen, die zu einer besseren Zukunft für unsere Erde beitragen.“

Fünf SDG-Bereiche

Für unsere Umfrage haben wir die 17 SDGs in fünf Kategorien eingeteilt: Klimawandel, Governance, Grundbedürfnisse, Empowerment und Naturkapital, sodass die Teilnehmer folgende Frage beantworten konnten:

„Welche der folgenden UN-Nachhaltigkeitsziele stufen Sie für Ihren allgemeinen Investitionsansatz heute oder mit Blick auf die nächsten zwei Jahre als relevant ein?“

Interesse der Investoren an den fünf SDG-Bereichen heute und in den nächsten zwei Jahren. Quelle: Robeco Global Climate Survey 2022, CoreData.

Unsere Umfrage ergab, dass sich 63 % der Investoren heute auf den Klimawandel konzentrieren, während 55 % das Thema in den nächsten zwei Jahren priorisieren wollen. Die Investitionen werden auf Strategien ausgerichtet, die zu zwei der Ziele beitragen können: SDG 7 (Bezahlbare und saubere Energie) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz).

Das Engagement in Sachen Governance war überraschend hoch: 50 % gaben an, dass sie sich heute dafür einsetzen, während 46 % dies in den nächsten zwei Jahren tun wollen. Der Bereich Governance umfasst zwei SDGs, die normalerweise bei den Investoren weniger populär sind, da es schwieriger ist, sie mit Investments umzusetzen: SDG 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen) und SDG 17 (Partnerschaften zur Erreichung der Ziele).

Ganzheitlichere Ansätze

Im Bereich Grundbedürfnisse, der einige der drängendsten sozialen Herausforderungen wie Bekämpfung von Armut und Krankheiten betreffen, gab fast die Hälfte (46 %) der Befragten an, dass sie jetzt in die entsprechenden Ziele investieren, während 51 % dies in den nächsten zwei Jahren tun wollen. Der Bereich Grundbedürfnisse betrifft SDG 1 (Keine Armut), SDG 2 (Kein Hunger), SDG 3 (Gesundheit und Wohlergehen), SDG 6 (Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen) und SDG 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden).

Der Bereich Empowerment befasst sich ebenfalls mit ganzheitlicheren gesellschaftlichen Fragen, darunter der Abbau von Ungleichheit. Empowerment umfasst SDG 4 (Hochwertige Bildung), SDG 5 (Geschlechtergleichheit), SDG 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum), SDG 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur) und SDG 10 (Weniger Ungleichheiten). Unserer Umfrage zufolge wollen sich heute 40 % der Investoren für diese fünf SDGs einsetzen, und 52 % beabsichtigen dies in den nächsten zwei Jahren.

Die größte Verschiebung stellen wir im Bereich Naturkapital fest, auf den derzeit lediglich 24 % der Befragten ausgerichtet sind, während sich 53 % in den nächsten zwei Jahren verstärkt darauf konzentrieren wollen. Der Bereich betrifft SDG 12 (Nachhaltige/r Konsum und Produktion), SDG 14 (Leben unter Wasser) und SDG 15 (Leben an Land), bei denen es erfahrungsgemäß schwierig sein kann, geeignete Börsenunternehmen für Investitionen zu finden.

Regionale Unterschiede

Unsere Umfrage zeigt, dass die Investoren in Europa, Nordamerika und Asien unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Bei allen liegt der Fokus klar auf dem Klimawandel, wobei die Investoren in Europa diesem Thema derzeit eine höhere Priorität einräumen (76 %) als in Asien (57 %) und Nordamerika (54 %).

In Nordamerika ist heute das Interesse an Governance-Themen am größten (55 %), am Bereich Naturkapital hingegen am sehr gering (14 %). Indessen spielt bei den asiatischen Investoren heute offenbar der Klimawandel die größte Rolle (57 %), während sich lediglich 24 % auf das Thema Naturkapital ausrichten.

Es mag überraschen, dass das Thema Governance in Europa, wo viele staatliche Institutionen, darunter der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, angesiedelt sind, beim Interesse der Investoren hinter Asien und Nordamerika zurückbleibt. Nur 47 % der europäischen Investoren räumen dem Thema derzeit eine Priorität ein, gegenüber 49 % in Asien und 55 % in Nordamerika.

Die regionalen Unterschiede beim Interesse der Investoren für die fünf SDG-Bereiche. Quelle: Robeco Global Climate Survey 2022, CoreData.

Ansicht von 300 Investoren

Die Ergebnisse sind im 2022 Robeco Climate Survey enthalten, der die Einschätzung von 300 internationalen Investoren zu ihrem Vorgehen im Hinblick auf Dekarbonisierung, Klimawandel, Biodiversität und Engagement erhob. Es handelt sich um die zweite Umfrage ihrer Art im Anschluss an den erfolgreichen Report von 2021.

Durchgeführt wurde die Untersuchung im Rahmen einer umfassenden globalen Online-Umfrage durch CoreData Research im Januar 2022. Die befragten Investoren repräsentieren zusammengenommen ein verwaltetes Vermögen von 23,7 Billionen US-Dollar – von weniger als 1 Milliarde Dollar beim kleinsten Unternehmen bis zu mehr als 1 Billion Dollar beim größten.

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