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Wie die Regulierung nachhaltigen Geldanlagen 2021 Schub verleiht

Wie die Regulierung nachhaltigen Geldanlagen 2021 Schub verleiht

17-02-2021 | Einblicke
Die Integration von Nachhaltigkeitsaspekten bei der Geldanlage wird im Zuge neuer regulatorischer Vorschriften der EU, die in diesem Jahr in Kraft treten, erheblich an Bedeutung gewinnen.
  • Kenneth Robertson
    Kenneth
    Robertson
    Client Portfolio Manager - Sustainable Investing

In aller Kürze

  • Der Sustainable Finance Action Plan schafft für Anleger in der EU ein neues Umfeld
  • Neue Vorgaben zur Offenlegung des Nachhaltigkeitsprofils von Investmentfonds
  • Regulierung zielt auf verbesserte Transparenz und die Bekämpfung von „Greenwashing" ab 

Im Lauf des Jahres 2021 tritt der Sustainable Finance Action Plan der EU in Kraft. Er stellt die einflussreichste Regulierung für die Assetmanagement-Branche dar, seitdem die MiFID II2-Richtlinie 2018 das Reporting und die Transparenz verbessert hat. Ein zentraler Bestandteil des Plans ist die Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR), die erstmals eine Klassifizierung von Investmentfonds entsprechend ihres Nachhaltigkeitsprofils vorsieht. 

Abgesehen von der Schaffung einheitlicher Ausgangsbedingungen, die Endanlegern und der Allgemeinheit ein besseres Verständnis ermöglichen, soll die Regulierung Greenwashing. vermeiden. Davon ist die Rede, wenn Besitzer oder Manager von Vermögensanlagen behaupten, nachhaltig zu sein, obwohl sie lediglich Symbolhandlungen vornehmen wie beispielsweise den Ausschluss eines offensichtlich umstrittenen Unternehmens aus den Portfolios.

Robeco ist seit über einem Jahr auf die neuen Klassifizierungen und deren Bedeutung für Fondsdokumente wie zum Beispiel Verkaufsprospekte vorbereitet. Ein spezielles Team, das Mitarbeiter aus dem ganzen Unternehmen umfasst, soll gewährleisten, dass sowohl Robeco als auch seine Kunden alle Vorgaben des Plans einhalten können.

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Kampf gegen Greenwashing

„Die Finanzbranche muss genau darlegen, wie ökologische und soziale Themen vorangebracht und diesbezügliche Risiken berücksichtigt werden”, sagt Masja Zandbergen, Head of ESG Integration bei Robeco. „Das geforderte Ausmaß an Transparenz sollte zur Bekämpfung von Greenwashing beitragen.“  

„Der Bestandteil der Regulierung, der die unmittelbarsten Auswirkungen hat, ist die SFDR. Diese umfasst eine Reihe von Schritten, die darauf abzielen, die Finanzbranche nachhaltiger zu machen. So soll das Nachhaltigkeitsprofil von Fonds mittels vordefinierter Messgrößen für im Investmentprozess verwendete Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG) für Endanleger besser vergleichbar und verständlicher gemacht werden.“

Klassifizierung von Fonds

Ein wesentlicher Bestandteil der Regulierung ist ein Klassifizierungssystem, welches die Angaben spezifiziert, die für jedes Anlageprodukt zu machen sind. Die drei Fondskategorien, die die EU in ihren Vorgaben beschreibt sind folgende:

  • Fonds gemäß Paragraf 6: solche, die ihre ESG-Charakteristika nicht bewerben.
  • Fonds gemäß Paragraf 8:  „Finanzprodukte, bei denen unter anderem ökologische oder soziale Merkmale oder eine Kombination aus diesen Merkmalen beworben werden – sofern die Unternehmen, in die investiert wird, sich an gute Governance-Praktiken halten.“
  • Fonds gemäß Paragraf 9: „Finanzprodukte, die eine nachhaltige Geldanlage zum Ziel haben und bei denen ein Index als Referenzgröße angegeben ist.“

Robeco integriert bereits ESG-Aspekte in die Investmentprozesses aller Fonds, bei denen dies möglich ist. Dies gilt für seine fundamentalen Aktien- und Anleihenfonds sowie quantitative Fonds und maßgeschneiderte Nachhaltigkeitsstrategien. Robeco verfolgt außerdem eine strenge Ausschlusspolitik und einen strukturierten Active Ownership-Ansatz. Infolgedessen gehört die Mehrzahl der Strategien der Kategorie von Paragraf 8 an.

Die Palette von Impact Investing-Strategien unter der Bezeichnung RobecoSAM, die auf Themen wie die Sustainable Development Goals der UNO ausgerichtet sind, oder die neuen Anleihenfonds mit Bezug zum Thema Klimawandel fallen in die Kategorie von Paragraf 9. Lediglich eine Handvoll Fonds, die nicht ausdrücklich ESG-Aspekte berücksichtigen – darunter solche, die Derivate einsetzen – werden als Produkte gemäß Paragraf 6 klassifiziert.

Ein mehr als 30 Personen umfassendes Projektteam hat an der Gewährleistung der Einhaltung der Regulierung durch Robeco mitgearbeitet. Die Anlageteams haben mit den Juristen des Unternehmens, der Compliance-Abteilung sowie externen Beratern und Regulierungsbehörden kooperiert, um sicherzustellen, dass alle Fonds die relevanten Kriterien erfüllen und die notwendigen Angaben machen.

Nichts Neues für Robeco

But despite the extensive nature of the regulation, much of this is ‘business as usual’ for Robeco. As a pioneer of sustainable investing, Robeco has been taking sustainability seriously since the mid-1990s, fully using active ownership since 2005 and ESG integration since 2010.

“Our company-wide philosophy is that companies (and countries) that act in a sustainable way towards the environment, society and all their stakeholders are likely to be more able to deal with a variety of issues in their future endeavors,” says Zandbergen. 

“This does not mean there was no work involved, as risk measures, and environmental and social limits and disclosures needed to be aligned with the regulation.” 

Erweiterte Offenlegung

Alle für Kunden vorgesehenen Dokumente müssen aktualisiert werden und werden ab Anfang März auf der zentralen Website von Robeco verfügbar sein. Eine regulatorische Änderung besteht darin, dass die Fonds etwaige negative Effekte der Unternehmen in ihren Portfolios auf eine Reihe von Indikatoren wie CO2-Emissionen und Geschlechter-Vielfalt offenlegen müssen.

„Die Fondsprospekte sind aktualisiert worden, um von der SFDR geforderten Änderungen Rechnung zu tragen. Dazu gehört die Information, in welche Kategorie jeder einzelne Fonds gehört“, sagt Kenneth Robertson, Kundenbetreuer für nachhaltige Investments im SI Center of Expertise bei Robeco. 

„Auf Fondsebene wird Robeco ab 2023 beginnen, das Abschneiden der Portfolios im Hinblick auf Indikatoren für negative Effekte offenzulegen. Die für die jeweiligen Strategien relevanten Indikatoren werden im Verkaufsprospekt und in den wesentlichen Informationen für den Anleger (KIIDs) genannt.

„Bei Fonds gemäß Paragraf 9 werden alle Indikatoren für negative Effekte berücksichtigt. Bei Fonds gemäß Paragraf 8 und 9 wird anschließend auf jährlicher Basis im Rahmen des regulären Fondsreportings darüber berichtet, was zur Abmilderung negative Effekte unternommen wurde.“

„Zusätzlich zu den Angaben auf Einzelproduktebene werden wir auch eine Reihe weiterer Leitlinien und Angaben auf Unternehmensebene veröffentlichen, die ebenfalls von der Regulierung verlangt werden. Dazu gehört eine neue Leitlinie in Bezug auf Nachhaltigkeitsrisiken, eine Vergütungsregelung sowie eine Reihe von Angaben, die vertiefte Einblicke zu den verwendeten Methoden erlauben, die der ESG-Integration und Impact-Messung bei unseren Produkten zugrundeliegen.“ 

Nächste Schritte

Für Komplikationen haben einige Verzögerungen bei der Publikation der regulatorischen technischen Standards geführt. Diese sogenannten „Level 2 RTS“ spezifizieren die genauen Messgrößen, Methoden und weitere Vorgaben im Hinblick auf die genaue Bedeutung und die technischen Standards, die bei jedem Paragrafen zugrunde gelegt werden. Da die Level 2-Standards bis Februar nicht verfügbar waren, mussten die Assetmanager anschließend für ihre Planungen die Level 1-Standards verwenden. 

„Das hat die Sache natürlich etwas auf den Kopf gestellt“, sagt Robertson. „So musste die Finanzbranche zunächst ihre Fonds klassifizieren, bevor die eigentlichen technischen Standards hinsichtlich der für die einzelnen Kategorien jeweils tatsächlich geltenden ESG-Restriktionen verfügbar waren.“

„Da die meisten Besitzer und Manager von Assets wahrscheinlich nicht zu ihren früheren Klassifizierungen zurückkehren wollen, werden voraussichtlich von allen die Level 2-Anforderungen umgesetzt. Damit wird am Gesamtmarkt die Latte für nachhaltige Geldanlagen noch höher gelegt!“

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