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Werden Trends durch Covid-19 gebremst oder beschleunigt?

Werden Trends durch Covid-19 gebremst oder beschleunigt?

13-05-2020 | Einblicke
Die beispiellosen weltweiten Reaktionen der Politik auf den Covid-19-Ausbruch sorgen für erhebliche Unsicherheit, was die zukünftigen sozioökonomischen Auswirkungen angeht. Daraus ergeben sich für Anleger beträchtliche Herausforderungen. Während die kurzfristigen Effekte bereits sichtbar sind, ist weniger klar, ob diese auf mittlere bis längere Sicht fortbestehen werden.
  • Steef  Bergakker
    Steef
    Bergakker
    Senior Portfolio Manager

In aller Kürze

  • Ausmaß und Intensität der Covid-19-Krise bereiten offenkundig Sorgen
  • Die Pandemie wird die Trends, in die wir investieren, nicht aus dem Tritt bringen oder stoppen
  • Die Krise könnte den Effekt von Trends wie der Digitalisierung beschleunigen
Das Trends Investing-Team von Robeco folgt drei Megatrends, die die Zukunft bestimmen werden: umwälzende Technologien, soziodemografischer Wandel und Erhaltung unserer Erde. Zu jedem dieser Trends gehören drei Subtrends, von der Kaufkraft einer aufsteigenden Mittelschicht in den Schwellenländern bis hin zu verstärkter Regulierung weltweit. Sie ergeben sich aus technologischen, demographischen und von der Politik getriebenen Veränderungen, die die Welt seit dem Beginn des Internetzeitalters bestimmen, der Aufstieg der Emerging Markets und die Einsicht, dass die globale Erwärmung eine fundamentale Bedrohung für die Menschheit darstellt.

Langfristige Trends sollten durch die Coronavirus-Krise nicht beeinträchtigt werden, da ein Trend grundsätzlich nicht anfällig für kurzfristige oder sporadische Schocks wie Epidemien oder Naturkatastrophen ist. Doch bereiten das Ausmaß und die Intensität der Krise, die durch die Covid-19-Pandemie ausgelöst wurde, offenkundig Sorgen. Außerdem könnten die Maßnahmen zur Begrenzung der Ausbreitung des Coronavirus über die erste Ansteckungswelle hinaus es notwendig machen, dass wir wegen der damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen unsere langfristigen Erwartungen anpassen müssen.

Im vorliegenden Artikel erörtern wir die wahrscheinlichen Effekte der Covid-19-Krise und ihre wirtschaftlichen Folgen für sämtliche Megatrends und Subtrends, in die unsere Palette aus fünf Strategien investiert. Insgesamt sind wir der Ansicht, dass die Covid-19-Pandemie und die sich daran anschließende globale Rezession die Trends, die wir in unseren Anlagestrategien abbilden, nicht aus dem Tritt bringen oder stoppen werden.

Im Gegenteil könnte die Krise durchaus die Effekte einiger Trends verstärken statt bremsen – insbesondere die Vorteile der Digitalisierung in einer Welt des Lockdown. Tatsächlich sind wir der Auffassung, dass die Coronavirus-Krise zwar auf kurze Sicht eine Rezession bewirkt, dass thematische Investments aber nach wie vor begünstigt werden. Der Grund dafür ist, dass die Covid-19-Krise zu folgendem geführt hat:

  • Einem größeren Einfluss des Staates auf wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten, was eine verstärkte Regulierung des Verhaltens von Unternehmen und in sozialer Hinsicht zur Folge hat. Das beinhaltet vermehrte Verstaatlichungen von Teilen der Wirtschaft und einen stärkeren Fokus auf einen kollektivistischen Ansatz im Unterschied zur Befriedigung individueller Bedürfnisse. Dies kommt Unternehmen zugute, die auf den Trend „Erhaltung unserer Erde“ fokussiert sind.
  • Die schiere Größe der Anreizmaßnahmen, bei denen die Notenbanken weiterhin die Geldmenge in beispiellosen Umfang ausweiten, bis sich die Volkswirtschaften zu erholen beginnen. Damit sollen die stärker anfälligen Bereiche der Wirtschaft geschützt werden. Dies bedeutet aber auch, dass die Zinsen noch länger niedrig bleiben werden. Davon profitieren wachstumsstarke Unternehmen, die sich häufig im Technologiesektor finden: „umwälzende Technologien“.
  • Eine Verlangsamung oder sogar Rückgängigmachung der Globalisierung, da die Staaten und Unternehmen die Attraktivität langer internationaler „Just-in-time"-Lieferketten auf den Prüfstand stellen. Die Diversifikation und lokale Auswahl von Zulieferern angesichts der zutage getretenen grenzüberschreitenden Engpässe wird voraussichtlich zunehmen. Davon profitieren Unternehmen, die auf den steigenden Bedarf nach Automatisierung und Digitalisierung der Lieferketten ausgerichtet sind: „umwälzende Technologien“.
  • Für Anleger bedeutet das Umfeld niedrigeren Wirtschaftswachstums, dass Unternehmen, die weiterhin stark wachsen, noch geraume Zeit favorisiert werden und ihre Aktienkurse von einer Knappheitsprämie profitieren.

Wir sind der Ansicht, dass die Covid-19-Krise die Trends, die wir in unseren Anlagestrategien abbilden, nicht aus dem Tritt bringen oder stoppen wird

Der größte Gewinner all dieser Veränderungen ist eindeutig der von uns verfolgte Digitalisierungstrend, insbesondere im Bereich Fintech, der Übergang zum bargeldlosen Bezahlen und der Ausbau der Internetverbindungen, die das Arbeiten von zuhause ermöglichen. Damit einhergehen werden auch positive Effekte in den Bereichen Cybersecurity, Gesundheit und in sämtlichen Bereichen des Online-Handels, die sich bereits bisher alle in einem Aufwärtstrend befinden. Der einzige Subtrend, der negativ betroffen sein könnte, ist der Aufstieg der Mittelschicht, deren Kaufkraft beeinträchtigt wird, bis die jeweiligen Volkswirtschaften sich vollständig erholen.

Die Marktteilnehmer scheinen diese Einschätzung weitgehend zu teilen, da die Mehrzahl unserer Trendstrategien eine sehr gute relative Wertentwicklung erzielt hat. Das gilt insbesondere im Vergleich zu den Bereichen des Aktienmarkts, die von den Lockdown-Maßnahmen negativ betroffen sind. Die wachstumsstarken Unternehmen, die die genannten Trends verkörpern, werden wahrscheinlich auch nach dem Ende der Coronavirus-Krise weiterhin zu den Favoriten zählen. Damit eignen sie sich in idealer Weise für Anleger, die mit Blick auf die Zukunft investieren.

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