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Sie dachten, Smart Beta-Indizes hätten eine unbegrenzte Kapazität? Denken Sie noch einmal darüber nach!

Sie dachten, Smart Beta-Indizes hätten eine unbegrenzte Kapazität? Denken Sie noch einmal darüber nach!

06-11-2018 | Einblicke

Die Abbildung von Smart Beta-Indizes ist eine beliebte Methode zur Umsetzung von Factor Investing. Doch je mehr Geld in diese Strategien fließt, umso mehr wachsen die Zweifel an ihrer Fähigkeit, das versprochene Ergebnis zu erzielen.

  • David Blitz
    David
    Blitz
    Head of Quant Research

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  • Die Kapazität von Smart Beta-Produkten ist weit geringer als behauptet wird
  • Eine verzögerte Ausführung von Transaktionen würde die Umsetzbarkeit verbessern
  • Aktive Factor Investing-Strategien verfügen über die notwendige Flexibilität

Bei der Umsetzung einer Anlagestrategie stehen Investoren und Assetmanager zwangsläufig vor einer Reihe praktischer Hürden. Dazu gehören können Elemente wie direkte und indirekte Transaktionskosten, Beschränkungen hinsichtlich der Zahl der in einer bestimmten Zeit bei einem einzelnen Wertpapier ausführbaren Transaktionen oder auch schlicht das Management der Mittelzu- und -abflüsse.

Je mehr das verwaltete Vermögen wächst, desto höher werden diese Hürden tendenziell und können sich am Ende erheblich auf die Wertentwicklung auswirken. Die Kapazität einer Anlagestrategie oder eines Investmentstils wird durch den Punkt bestimmt, an dem zusätzliche Mittelzuflüsse die gesamte Wertentwicklung der Strategie oder des Stils zu belasten beginnen.

Die zunehmende Beliebtheit von Smart Beta-Strategien hat bei vielen Experten die Frage aufgeworfen, ob es dort früher oder später zu Kapazitätsproblemen kommen könnte. In einer kürzlich veröffentlichte Studie1 eines der größten Anbieter von Smart Beta-Produkten wurde versucht, diese Frage zu beantworten. Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass Smart Beta-Indizes eine enorme, fast unbegrenzte Kapazität aufweisen. Wir bezweifeln jedoch diese Behauptung.

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Nicht umsetzbare Smart Beta-Transaktionen

So sind wir der Ansicht, dass Transaktionen in Smart Beta-Produkten bei den in der Untersuchung genannten Anlagevolumina schlicht nicht mehr umsetzbar sind. Die meisten Transaktionen würden dem 10- bis 100-fachen des typischen täglichen Handelsvolumens der jeweiligen Aktien entsprechen. Die Platzierung von Kauf- oder Verkaufsorders in einer Aktie in einer Größenordnung des 10- bis 100-fachen durchschnittlichen Tagesumsatzes würde wahrscheinlich dazu führen, dass diese Titel seitens der jeweiligen Börse vom Handel ausgesetzt werden.

Dagegen berücksichtigt die Studie nicht die Umsetzbarkeit von Transaktionen und betrachtet lediglich die damit verbundenen geschätzten Handelskosten. Auf Grundlage eines selbstentwickelten Modells führen die Verfasser Beispiele dafür an, dass die geschätzten Handelskosten für gängige Transaktionsvolumina ähnlich hoch sind wie bei Zugrundelegung anderer Transaktionskostenmodelle wie zum Beispiel einige der in der Forschungsliteratur verwendeten Modelle und sogar unser hauseigenes Modell.

Doch diese Modelle sind auf konventionelle Handelsvolumina ausgelegt, die sich typischerweise in einer Bandbreite von 0 bis 20 % des durchschnittlichen täglichen Transaktionsvolumens in einer Aktie bewegen. Die Annahme, dass die Prognosen solcher Modelle auf Transaktionen übertragen werden können, die 10- bis 100-mal so hoch sind wie das typische tägliche Handelsvolumen einer Aktie, erscheint eindeutig überzogen.

Richtig ausgestaltete aktive Faktorstrategien können die hohe Kapazität bieten, die Anleger suchen

Flexibles aktives Factor Investing

Wir vertreten auch die Auffassung, dass richtig ausgestaltete aktive Faktorstrategien die hohe Kapazität bieten können, die Anleger suchen. Dahinter steht folgende Überlegung: Während sich bei Smart Beta-Indizes sämtliche Transaktionen pro Jahr auf lediglich eine Handvoll Rebalancing-Zeitpunkten konzentrieren, können aktive Faktorstrategien ihre Transaktionen schrittweise umsetzen und so die am Markt verfügbare Liquidität vollständig ausnutzen. In einem Simulationsbeispiel haben wir das Rebalancing in MSCI Minimum Volatility-Indizes schrittweise vorgenommen, indem wir die Transaktionen mit Verzögerung ausführten. Dabei kam es zu keiner Beeinträchtigung der Wertentwicklung, doch zu einer spektakulären Verbesserung der Umsetzbarkeit der Transaktionen. Dies gilt nicht nur für die MSCI Minimum Volatility-Indizes, sondern auch für andere Smart Beta-Indizes wie zum Beispiel die MSCI Quality- und MSCI Value-weighted-Indizes.

1R. Ratcliffe, P. Miranda and A. Ang, 2017, ‘Capacity of Smart Beta Strategies from a Transaction Cost Perspective’, The Journal of Index Investing.

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