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Erreichen Sie Ihre Anlageziele mit Faktoren: Höhere Renditen

Erreichen Sie Ihre Anlageziele mit Faktoren: Höhere Renditen

28-05-2018 | Einblicke

Faktorbasierte Strategien können langfristig die Gewinne steigern. Zweiter Artikel einer Serie, wie Factor Investing den Anlegern helfen kann, bestimmte Ziele zu erreichen.

In aller Kürze

  • Ein systematisches Engagement in Faktoren ermöglicht es auf kosteneffiziente Weise, höhere Renditen zu erzielen
  • Factor Investing ist ein Mittelweg zwischen aktiver und passiver Geldanlage
  • Anleger sollten darauf achten, dass sie sorgfältig konstruierte Strategien umsetzen

Der Kontext

Eine der bedeutendsten Veränderungen in der Finanzbranche in den letzten Jahren war die großangelegte Verschiebung von aktiven zu passiven Anlagestrategien. Nach Jahrzehnten oft enttäuschender Leistung aktiver Anlagemanager und angesichts zunehmenden Kostenbewusstseins haben sich viele Anleger für kostengünstige Indexstrategien entschieden, häufig in Form von ETFs.

Dieser Wandel weckt jedoch eine Reihe von Bedenken. So mögen passive Anlagen kostengünstig sein und einen vor negativen Überraschungen bei fehlgeschlagenen aktiven Wetten schützen; doch unter Berücksichtigung der Kosten führen sie zu einer chronischen Underperformance. Außerdem sind passive Strategien einem erheblichen Arbitragerisiko ausgesetzt.

Vor diesem Hintergrund haben sich viele Anleger Factor Investing zugewandt, wovon sie sich überlegene risikobereinigte Renditen bei relativ niedrigen Kosten erwarten. Tatsächlich ergab eine Umfrage von FTSE Russell aus dem Jahr 2017, dass höhere Renditen das zweitwichtigste Ziel von Anlegern sind, die faktorbasierte Strategien in Betracht ziehen.

Bleiben Sie in Bezug auf Einsichten zu Quantitative Investing auf dem Laufenden.
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Wissenschaftliche Grundlage

Factor Investing wurzelt in umfangreichen empirischen Erkenntnissen, die über vier Jahrzehnte gesammelt wurden und die Existenz verschiedener Faktorprämien an den Finanzmärkten belegen. Diese Prämien lassen sich systematisch vereinnahmen, um das Risiko/Ertrags-Profil eines Portfolios zu verbessern.

Faktoren stellen unterschiedliche Charakteristika eines Wertpapiers dar – so z.B. seine Bewertung, sein Kursmomentum und die Volatilität seiner Erträge – die sein langfristiges Risiko/Ertrags-Profil maßgeblich bestimmen. Wertpapiere mit bestimmten Faktoreigenschaften haben langfristig höhere risikobereinigte Renditen abgeworfen als das Marktportfolio (siehe Grafik 1).

Grafik 1: Historische Wertentwicklung gängiger Faktoren am Aktienmarkt

Quelle: David Blitz: „Factor Investing Revisited”, in: Journal of Index Investing, 2015 Wertentwicklung gängiger wertgewichteter US-Faktorportfolios von Juli 1963 bis Dezember 2014. Quality ist als gleichgewichtete Kombination aus den Portfolios für die Faktoren Profitability und Investment definiert.

Trotz der umfangreichen akademischen Evidenz gelang Factor Investing der Durchbruch erst im Jahr 2009 mit der Publikation eines Researchberichts1 der Professoren Andrew Ang, William Goetzmann und Stephen Schaefer. Anhand der Analyse der Wertentwicklung eines der weltweit größten Staatsfonds, der die norwegischen Öleinnahmen investiert, zeigten die drei Forscher, dass der vom Fonds erwirtschaftete Mehrwert weniger auf die Fähigkeiten des aktiven Managements zurückzuführen war als auf das implizite Exposure gegenüber systematischen Faktoren.

Die Autoren sprachen sich auch für die Nutzung von Factor Investing aus, da mit der Vereinnahmung von Faktorprämien ein langfristiger Anlagehorizont verbunden ist. Im Anschluss an diese Veröffentlichung gewann das Konzept weltweit rasch an Popularität bei professionellen Anlegern, die vor ähnlichen Problemen standen und eine effiziente sowie verlässliche Methode zur systematischen Vereinnahmung von Faktorprämien suchten.

Ergänzende Überlegungen

Die Umsetzung von Factor Investing ist nicht lediglich eine binäre Entscheidung im Sinne von „Ja“ oder „Nein“. Haben sich Anleger einmal für Factor Investing entschieden, müssen sie eine Reihe wichtiger Entscheidungen treffen, die für den Erfolg ihrer Strategie entscheiden sind. Die erste Entscheidung betrifft die Frage, in welche Faktoren investiert werden soll. Auch wenn dies einfach erscheinen mag, ist es alles andere als ein trivialer Aspekt. Die meisten Anbieter entsprechender Produkte konzentrieren sich auf eine handvoll gut belegter Faktoren. Doch in der Forschung wird noch darüber diskutiert, ob die Einbeziehung exotischerer Faktoren, die in jüngerer Zeit dokumentiert wurden, einen Mehrwert bringt.

Die zweite wichtige Entscheidung, die Anleger treffen müssen, betrifft die beabsichtigte Gewichtung jedes Faktors in ihrer strategischen Allokation. Auch dieser Punkt ist unter Forschern und Praktikern noch stark umstritten. Einige vertreten die Auffassung, dass ein taktisches Timing von Factor-Exposures möglich ist und denjenigen Faktoren der Vorzug gegeben werden sollte, die das größte kurzfristige Potential aufweisen. Andere – darunter Robeco – halten ein Timing von Faktoren für schwierig und befürworten ein ausgewogenes Exposure, sofern nicht ein spezieller Faktor von strategischem Interesse ist.

Ein dritter entscheidender Schritt besteht darin sicherzustellen, dass die gewählte Lösung die Faktorprämien auf effiziente Weise vereinnahmt. Dies impliziert die Fähigkeit, die Risiken zu identifizieren, denen man bei der Entscheidung für Factor Investing ausgesetzt ist, und zu verstehen, welche Risiken notwendig sind und welche nicht. Deshalb ist es auch sehr wichtig, Instrumente zu entwickeln, die zur Identifikation und Vermeidung nicht lohnender Risiken beitragen.

1 A. Ang, W. Goetzmann und S. Schaefer: „Evaluation of Active Management of the Norwegian Government Pension Fund – Global", erstellt im Auftrag des norwegischen Finanzministeriums, 2009.

Erreichen Sie Ihre Anlageziele mit Faktoren

Die vorliegende Artikelserie soll die vielfältigen Anlageziele veranschaulichen, die mit faktorbasierten Strategien erreicht werden können.

Sämtliche Artikel lesen:

Mit Faktoren Anlageziele erreichen: Risikoreduzierung Erreichen Sie Ihre Anlageziele mit Faktoren: Höhere Renditen Mit Faktoren Anlageziele erreichen: Stärkere Diversifizierung Anlageziele erreichen mit Faktoren: Kosten senken Erreichen Sie Ihre Anlageziele mit Faktoren: Exposure gegenüber spezifischen Faktoren
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