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Research in die Praxis umzusetzen, macht sich für den Global Multi-Factor Credits-Fonds bezahlt

Research in die Praxis umzusetzen, macht sich für den Global Multi-Factor Credits-Fonds bezahlt

18-07-2016 | Einblicke

„Es ist immer spannend, das eigene Research in der Praxis zu testen. Und wenn es dann gut funktioniert, ist das sehr zufriedenstellend.” Das ist Patrick Houwelings Fazit zum ersten Jahrestag des Global Multi-Factor Credits-Fonds, und er präsentiert dazu eine Grafik, die den Performance-Vorsprung des Fonds gegenüber seiner Benchmark darstellt.

  • Patrick  Houweling
    Patrick
    Houweling
    Head of Quant Credits

In aller Kürze:

  • Robecos Global Multi-Factor Credits-Fonds übertrifft in seinem ersten ganzen Jahr die Performance seiner Benchmark.
  • Der Fonds ist in defensiven Sektoren über- und im Bankensektor untergewichtet.
  • Er wurde durch Einbeziehung von ESG-Kriterien und des Faktors Value erweitert.

Der Fonds verwendet die Faktoren Low-Risk, Value, Momentum und Size, um am globalen Markt für Investment-Grade-Unternehmensanleihen Papiere mit überdurchschnittlicher Performance zu finden. Angesichts von Houwelings Hintergrund im quantitativen Research muss die Theorie in der Praxis funktionieren, wenn der Fonds in einem gegenüber Volatilität sensitiven Markt Erfolg haben soll.

Und das erste Jahr war sicherlich ereignisreich. In der Zeit seit der Auflegung des Fonds vor einem Jahr sind die Zinssätze in der Eurozone negativ geworden. Die US-Notenbank Fed hat ihre Leitzinsen angehoben, der Ölpreis ist abgestürzt, und das Brexit-Votum hat zuletzt einen Schock ausgelöst. Dennoch übertraf der Fonds in seinem ersten Jahr mit einer Rendite von 6,73% die Performance seiner Benchmark (6,10%) um 63 Basispunkte.

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Ein Jahr mit großen Schwankungen

„Es war ein Jahr mit großen Schwankungen. Dennoch hat sich der Fonds behauptet und die Performance der Benchmark über ein Jahr um 63 Basispunkte übertroffen – ein für uns sehr zufriedenstellendes Ergebnis”, sagt Houweling.

„Der Performance-Abstand zur Benchmark war im Jahresverlauf höher, ging dann aber etwas zurück. Wir hatten ein paar sehr gute Monate, vor allem Dezember, Januar und Februar, als es eine große Verkaufswelle bei Anleihen aus dem Banken- und Energiesektor gab; denn in beiden Sektoren waren wir untergewichtet. Das hat uns sehr genützt.”

„Der Brexit hat letztlich alles ausgeglichen”

„Was den Brexit angeht, hatten wir einige gute, aber auch schlechte Positionen. Letztlich hat sich alles ausgeglichen, und der Brexit hat sich insgesamt kaum auf die Performance ausgewirkt. Wir waren in Papieren von britischen Banken untergewichtet, in auf Pfund Sterling lautenden Anleihen dagegen übergewichtet. Der Fonds ist durch Hedging-Geschäfte abgesichert, so dass keine Währungsrisiken bestehen.”

„Das Portfolio ist recht stabil und besitzt eine geringere Volatilität als der Markt. Im Allgemeinen waren wir in eher defensiven Sektoren wie dem Sektor für nicht zyklische Konsumgüter und dem Technologiesektor übergewichtet. Angesichts der makroökonomischen Schocks im Jahresverlauf war das eine gute Entscheidung.”

„Auch das Anleihekaufprogramm der EZB hat die Handelsbedingungen erheblich beeinträchtigt. Damit sind wir dank unseres systematischen Ansatzes für die Aufdeckung von Liquidität gut zurecht gekommen.”

Aufteilung des Fonds zum 30. Juni 2016. Quelle: Robeco.

Unterschiedliches Verhalten von Faktoren

Laut Houweling war der Hauptgrund für die Auflegung des Fonds die Nachfrage von Kunden nach dem Factor-Investing-Anlagestil, der sich an den Aktienmärkten als so erfolgreich erwiesen hat. Der Fonds konzentriert sich auf die Faktoren Low-Risk, Value, Momentum und Size, um die Gewinner unter den Unternehmensanleihen ausfindig zu machen. Diese Faktoren kommen aber nicht immer zur selben Zeit zum Tragen. Häufig kann ein Faktor gerade auf Kosten der anderen bevorzugt werden – je nachdem, wie die Marktbedingungen sind. Deshalb hält Houweling es für wichtig, einen Mehrfaktorenansatz zu verfolgen.

„In seinen ersten sieben Monaten entwickelte sich der Fonds dank des Low-Risk-Faktors besonders erfreulich, nicht aber in den letzten Monaten, weil wir da einen Bullmarket hatten”, so Houweling. „Der Faktor Value trug in den ersten sechs Monaten negativ zur Performance bei, drehte dann aber, sodass er die Performance im zweiten Halbjahr positiv beeinflusste. Insgesamt war Momentum über die gesamten zwölf Monate der beste Faktor, während Value und Low-Risk sich gegenseitig ergänzten: Wenn im ersten Halbjahr der eine für eine gute Performance sorgte, war es im zweiten Halbjahr der andere und umgekehrt.”

Bessere Verwendung von ESG-Kriterien

Houweling hat zwei Verbesserungen in den Fonds eingebracht: zum einen in Bezug auf die Art und Weise, wie Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsfaktoren (ESG-Faktoren) verwendet werden, und zum anderen durch Anpassung des Faktors Value, sodass dieser besser auf Veränderungen der Marktbedingungen reagiert.

„Wir haben stets die Integration von ESG-Kriterien verwendet, um Risiken zu entdecken, die von unserem quantitativen Modell nicht erfasst werden. Doch seit dem 1. Juli haben wir eine neue Beschränkung beim Portfolio-Aufbau hinzugenommen, nämlich dass die ESG-Punktzahl des Portfolios mindestens so hoch sein muss wie die der Benchmark”, erläutert Houweling.

„Wenn wir also die Wahl zwischen zwei Anleihen mit gleicher Punktzahl aus dem Mehrfaktorenmodell haben, das dem Fonds zugrunde liegt, entscheiden wir uns für die Anleihe mit der höheren ESG-Punktzahl. Das Portfolio hatte bereits eine hohe ESG-Punktzahl, sodass wir nicht viel ändern mussten. Denn das Modell bevorzugt bereits nachhaltiger wirtschaftende Unternehmen.”

Bessere Reaktionsfähigkeit

In einem Jahr mit mehreren makroökonomischen Schocks mit den sich ständig wandelnden Märkten Schritt zu halten, ist eine weitere Innovation. „Wir betreiben ständig Research und versuchen, die Verwendung von Faktoren zu verbessern”, so Houweling. „Unser Value-Faktor stellt auf die Wechselbeziehung zwischen Kreditrisikoaufschlag und Risiko ab. D. h., wir suchen nach Anleihen, die im Vergleich zu Papieren mit ähnlichem Risikoprofil nicht richtig bewertet sind. Wir haben eine neue Risikokennzahl hinzugefügt, die besser auf Veränderungen der Marktsituation reagiert.” „Wir betreiben ständig Research und versuchen, die Verwendung von Faktoren zu verbessern”

„Wir verwendeten bereits Kennzahlen wie Rating, Verschuldungsgrad oder Ertragskraft. Doch Ratings reagieren nur träge, und Daten aus dem Rechnungswesen werden nur vierteljährlich veröffentlicht. Deshalb wollten wir eine auf Marktinformationen beruhende Variable, die schneller reagiert.”

Der Fonds ist bei Pensionskassen und institutionellen Investoren beliebt und verwaltet mittlerweile ein Vermögen von 240 Mio. EUR. Das Team besteht aus sechs Personen: Neben Houweling und seinem Co-Portfoliomanager Mark Whirdy gibt es zwei Research-Mitarbeiter und zwei Spezialisten für Datenbanken und Tools. Einer der beiden Researcher, Jeroen van Zundert, verfasste 2014 zusammen mit Houweling einen wissenschaftlichen Aufsatz mit dem Titel ‘Factor investing in the corporate bond market’.

Die oben dargestellten Performance-Zahlen beziehen sich auf die im Juni 2016 eingeführte EUR IH-Anteilsklasse des US Global Multi-Factor Credits-Fonds von Robeco. Die Performance anderer Anteilsklassen kann hiervon abweichen. Der Wert von Geldanlagen kann schwanken. In der Vergangenheit erzielte Ergebnisse sind keine Garantie für die zukünftige Wertentwicklung. Stand der Daten: 30. Juni 2016.

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