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Aktien aus der Region Asien-Pazifik stehen noch im Schatten des Dollars

Aktien aus der Region Asien-Pazifik stehen noch im Schatten des Dollars

23-09-2022 | Einblicke

Aktien aus dem asiatisch-pazifischen Raum haben sich angesichts der Stärke des US-Dollar widerstandsfähig gezeigt. Allerdings stehen viele Investoren der Region noch abwartend gegenüber. Sehr günstige Bewertungen sowie eine solide geld- und fiskalpolitische Situation schaffen eine gute Gelegenheit für mittelfristige Anlagen in Value-Aktien aus der Region.

  • Helen Keung
    Helen
    Keung
    Client Portfolio Manager
  • Joshua Crabb
    Joshua
    Crabb
    Head of Asia Pacific Equities

In aller Kürze

  • Der starke Dollar, Nachwirkungen der Corona-Krise und Unsicherheit in Bezug auf China belasten die Stimmung.
  • Die Bewertungsdifferenz gegenüber US-Aktien ist so groß wie 1999, doch heute sind die Fundamentaldaten in Asien wesentlich besser
  • Gut positioniert sind Vietnam und Indonesien, da sie demographische und strukturelle Vorteile aufweisen

Das Umfeld für die globalen Aktienmärkte ist weiterhin düster. So führt die beschleunigte Inflation zu starken Zinserhöhungen in den USA, in Europa kommt es zu einer Energiekrise und einer Rezession und im Corona-geplagten China tut sich der Immobilienmarkt schwer.

Aufgrund der Kombination dieser Faktoren und einer allgemeinen Risikoscheu hat der Wechselkurs des US-Dollar Anfang September 2022 den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht.

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Bewertungslücke ist unbegründet und dürfte sich schließen

Infolgedessen befindet sich die Bewertungslücke zwischen Aktien aus dem Raum Asien-Pazifik und US-Titeln auf einem extremen Niveau, wie es zuletzt Ende der 1990er Jahre bestand, als sich die Region in einer Schuldenkrise befand. Unseres Erachtens rechtfertigen die Fundamentaldaten diese Bewertungsdifferenz nicht. Von daher öffnet sich eine Einstiegsgelegenheit für Anleger, die eine stärkere Diversifikation zulasten Europas und der USA anstreben oder Liquidität investieren wollen.

Auf mittlere Sicht sind wir davon überzeugt, dass sich diese Bewertungslücke in den nächsten fünf Jahren schließen wird und Value-Titel aus Asien sich überdurchschnittlich entwickeln werden. Das richtige Timing ist zwar schwierig, doch im historischen Vergleich ergibt sich eindeutig eine Gelegenheit.

Die wirtschaftlichen Fundamentaldaten in den Ländern des ASEAN1 -Verbunds sind nach zwei Jahrzehnten wirtschaftlicher Fortentwicklung weit besser als in früheren Krisenphasen. Die Fiskal- und Geldpolitik war in der Region während der Coronakrise wesentlich zurückhaltender als in Europa oder den USA. Zudem fielen die Realzinsen nicht weit in den negativen Bereich hinein. Dies gab der Politik den nötigen Spielraum für den Fall einer wesentlichen Verschlechterung des globalen Konjunkturumfelds.

Die Länder des ASEAN-Verbunds befinden sich allgemein in guter Verfassung. Innerhalb der Region sind Vietnam und Indonesien unsere Favoriten. Sie verfügen zusammengenommen über eine Bevölkerung von 681 Millionen Menschen und ihre gesunde demographische Struktur begünstigt eine hohe Konsumneigung. Vietnam und Indonesien profitieren vom anhaltenden Trend zur Diversifikation der Lieferketten zulasten Chinas. Indonesien kommt außerdem zugute, dass das Land als wichtiger Rohstofflieferant eine Inflationsabsicherung ermöglicht.

Hebung von Bewertungsreserven in Japan

Zuversichtlich gestimmt sind wir auch hinsichtlich einiger Aktien aus Japan. Dort führen Reformen im Hinblick auf die Corporate Governance dazu, dass Bewertungsreserven an einem Markt gehoben werden, der lange Zeit stagniert hat. Seit 2016 unterliegen japanische Unternehmen der Vorgabe, einer Eigenkapitalrendite von 8 % anzustreben. Aktionäre sind angehalten, gegen die Wiederwahl von Boards zu votieren, welche dieses Ziel drei Jahre lang in Folge verfehlt haben. Die sich daraus ergebende Fokussierung auf die Profitabilität und eine effiziente Bilanz hat die Gewinnmargen steigen lassen.

Da sich der Yen gegenüber dem Dollar auf einem Rekordtief befindet, die Inflationserwartungen fest verankert sind, die japanische Geldpolitik völlig unbeeindruckt von der in den USA ist und die oben beschriebene „Selbsthilfe" praktiziert wird, könnte die Gelegenheit günstig sein, ein Engagement in Japan einzugehen oder auszubauen.

Selbst in China, das sich bislang durch seine Zero-Covid-Politik gelähmt hat, spiegeln die Bewertungen inzwischen den negativen Ausblick wider.

Am riesigen Markt für Aktien aus dem asiatisch-pazifischen Raum gibt es aus unserer Sicht etliche Titel, deren Kurse noch nicht das tatsächliche Potential des jeweiligen Unternehmens widerspiegeln und aufholen dürften. Auf solchen Aktien – nicht auf Titeln mit Bewertungen auf dem Niveau von US-Werten – sollte der Anlageschwerpunkt liegen.

Zu dieser Kategorie zählen Finanztitel, die von höheren Zinsen profitieren dürften, vom Markt bisher übergegangene Anbieter von Technologie-Hardware sowie Firmen, die zur Energiewende beitragen können. Die Bewältigung des derzeitigen Umfelds stellt eine Herausforderung dar. Deshalb sollte der Auswahlprozess dort ansetzen, wo klare Bewertungsvorteile bestehen.

1 Association of Southeast Asian Nations - https://asean.org/

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