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Klimafreundlichkeit und Arbeitnehmerrechte als zentrale Themen für aktive Einflussnahme in 2021

Klimafreundlichkeit und Arbeitnehmerrechte als zentrale Themen für aktive Einflussnahme in 2021

07-01-2021 | Einblicke
Die Abkehr von der Finanzierung emissionsintensiver Unternehmen und der Schutz von Arbeitnehmerrechten in der Post-Covid-19-Ära sind Robecos zentrale Themen für aktive Einflussnahme in 2021.
  • Carola van Lamoen
    Carola
    van Lamoen
    Head of Sustainable Investing
  • Peter van der Werf
    Peter
    van der Werf
    Engagement Specialist

In aller Kürze

  • Ein Programm zielt auf Banken ab, die emissionsintensive Unternehmen finanzieren 
  • Wir verstärken unseren Einsatz für mehr Klimafreundlichkeit und konzentrieren uns dabei auf die „allerschlimmsten“ Unternehmen 
  • Ein weiteres Programm befasst sich mit Arbeitsbedingungen und Menschenrechten im Rahmen von Lieferketten  

In einem Vorstoß, der auf Unternehmen abzielt, die auf der falschen Seite des Klimawandels stehen, wird das Active Ownership-Team im Jahr 2021 schwerpunktmäßig auf Finanzinstitute Einfluss nehmen, die emissionsintensive Unternehmen finanzieren. Ein anderes Programm strebt dringend erforderliche Verbesserungen bei Unternehmen an, die auf dem Weg zur Dekarbonisierung erheblich hinterherhinken. 

Zwei weitere Programme für aktive Einflussnahme zielen auf Arbeitnehmerrechte ab, die durch die Schließung von Unternehmen während der Pandemie beeinträchtigt wurden und werden, und auf Menschenrechtsverstöße in Konfliktregionen und Hochrisikobereichen. Ein fünftes Thema sind ethische Probleme in der Videospielindustrie. 

Das Active Ownership-Team wählt für seine aktive Einflussnahme auf Unternehmen in einem Dreijahreszeitraum jedes Jahr vier oder fünf neue Themen aus, die sich auf in finanzieller Hinsicht wesentliche ökologische, soziale oder die Unternehmensführung betreffende Risiken und/oder Chancen für diese Unternehmen beziehen. 

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Finanzierung des Übergangs

Viele Finanzinstitute unterhalten umfangreiche Geschäftsbeziehungen zur fossilen Brennstoffindustrie und sind deshalb selbst physischen Risiken, Übergangs- und Haftungsrisiken wegen der Auswirkungen der Erderwärmung ausgesetzt. Die Aufsichtsbehörden richten ihren Blick zunehmend auf die Finanzierung des Klimawandels und darauf, wie der Sektor den Übergang zu mehr Klimafreundlichkeit unterstützen sollte. Banken müssen ihre Kreditpolitik an den Emissionszielen ausrichten, die sich Regierungen zur Erfüllung des Pariser Klimaabkommens setzen.

„Wir wissen, dass viele Banken immer noch Kredite an emissionsintensive Unternehmen vergeben, ohne von diesen Zusagen einzufordern, dass sie zu emissionsärmeren Geschäftsmodellen wechseln werden“, sagt Carola van Lamoen, Head of Sustainable Investing bei Robeco. „So bringen sie ihr Kreditgeschäft nicht mit den Vorgaben des Pariser Klimaabkommens in Einklang.“

„Für uns ist dies ein Thema, das Unternehmensführung und Umweltschutz verbindet; denn hier geht es wirklich darum, wie der Klimawandel mit der Zuteilung von Finanzmitteln und weiter gefassten Risikomanagementkonzepten zusammenhängt.“  

„Letztendlich erwarten wir, dass der Finanzsektor wichtige Erkenntnisse zu den aus dem Klimawandel resultierenden Risiken und Chancen haben wird. Und wir haben eine Strategie für das Management von Portfolios, die mit dem Pariser Klimaabkommen völlig in Einklang stehen.“ 

Entsprechend seinem Bekenntnis zur Reduzierung von CO2-Emissionen hat sich Robeco am 4. Dezember 2020 dem Ziel verschrieben, bis zum Jahr 2050 Klimaneutralität für sein gesamtes verwaltetes Vermögen zu erreichen. Schon früher hat Robeco beschlossen, Nutzer und Erzeuger fossiler Brennstoffe unter Beachtung bestimmter Schwellenwerte aus all seinen Portfolios auszuschließen.

Stärkerer Einsatz gegen den Klimawandel

Die Kehrseite der Medaille ist die gezielte Ansprache emissionsintensiver Unternehmen. Gemäß der Verpflichtung zur Klimaneutralität wird Robeco ein Programm für aktive Einflussnahme entwickeln, das auf alle in seinen Portfolios enthaltene Unternehmen abzielt, die beim Emissionsabbau hinterherhinken. Unternehmen, die diese Übergangsziele nicht erreichen, laufen Gefahr, nach drei Jahren aktiver Einflussnahme ausgeschlossen zu werden.  

„In der Vergangenheit haben wir mit vielen Unternehmen über die Notwendigkeit gesprochen, zu emissionsärmeren Geschäftsmodellen überzugehen. Doch bei einigen gibt es in diesem Prozess noch nicht genug Fortschritt“, sagt Peter van der Werf, Teamleiter für aktive Einflussnahme bei Robeco. 

„Deshalb wollen wir im Rahmen dieses Programms unseren Einsatz für mehr Klimafreundlichkeit verstärken und uns auf die ‚allerschlimmsten‘ Unternehmen konzentrieren, die in dieser Hinsicht hinterherhinken. Diese Unternehmen reagieren nicht auf sanften Druck. Bei ihnen erfordert der Übergang zu emissionsärmeren Geschäftsmodellen grundlegende Veränderungen.“ 

„Ihre Geschäftsmodelle beruhen immer noch auf einer anderen ‚Energielandschaft‘, die sich auf fossile Brennstoffe stützt. Und diese Unternehmen müssen sich darauf konzentrieren, konkret in saubere Energien zu investieren oder zumindest entsprechende Investitionen zu planen.“ 

Arbeitnehmerrechte in der Post-Covid-19-Ära

Neben dem Klimawandel sind auch Arbeitnehmerrechte ins Rampenlicht gerückt, nachdem die Covid-19-Pandemie ohnehin schon problematische Arbeitsbedingungen in von Shutdowns schwer getroffenen Branchen weiter verschlechtert hat. Im Fokus von Robecos aktiver Einflussnahme stehen 2021 Risiken im Zusammenhang mit Arbeitsbedingungen im Einzelhandel, bei Online-Essenslieferdiensten sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe. 

Systemrelevante Arbeitskräfte in Einzelhandelsgeschäften, die während der Lockdowns weiter öffnen dürfen, sind einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt, erhalten oft niedrige Löhne, haben lange Arbeitszeiten und unsichere Beschäftigungsverhältnisse. Online-Essenslieferdienste waren und sind in der Pandemie für viele eine wichtige Stütze. Allerdings haben Arbeitskräfte in dieser Branche oft keinen Arbeitsvertrag und keinen Zugang zu Tarifverträgen oder Sozialleistungen wie der Rentenversicherung.  

Arbeitskräfte im Hotel- und Gaststättengewerbe sind von Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie massiv betroffen. Viele haben ihren Arbeitsplatz verloren, als die Schließung von Hotels und Gaststätten angeordnet wurde, und bekommen nur wenig Unterstützung.  

Hinweis auf den Umgang mit zukünftigen Schocks

„Der Umgang von Unternehmen mit ihren Mitarbeitern liefert wichtige Hinweise, wie sie auf andere Schocks reagieren können“, sagt Van Lamoen. „Eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit und ordentliche Arbeitsbedingungen sind entscheidende Voraussetzungen, um einen Wettbewerbsvorteil zu haben, wenn das Hotel- und Gaststättengewerbe und andere schwer von Covid-19 getroffene Branchen allmählich zu einem normalen Geschäftsbetrieb zurückkehren.“ 

„Die langfristige Überlebensfähigkeit der Unternehmen, in die wir investieren, ist untrennbar mit dem Wohl von Interessengruppen wie Mitarbeitern, Lieferanten und den Gemeinwesen, in denen sie tätig sind, verknüpft. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter vorbildlich behandeln, erfreuen sich oft einer geringeren Fluktuation und höherer Arbeitsproduktivität.“ 

„Dieses Thema für aktive Einflussnahme erstreckt sich vor allem auf drei Branchen, in denen Arbeitnehmer häufig weniger gut geschützt sind, und baut auf unserer einschlägigen Erfahrung in der Lieferkette der Landwirtschaft und in der Bekleidungsindustrie auf. In unserem Dialog mit Unternehmen befassen wir uns auch mit Themen wie Gesundheit und Sicherheit, Diversität und Inklusion.“  

Menschenrechte in Lieferketten

Mit diesem Thema in Zusammenhang stehen die Menschenrechte und vor allem deren ungenügende Achtung entlang der Wertschöpfungskette – häufig in Konfliktregionen, in denen es nur wenig Schutz gibt. Bei diesem Thema stehen die sorgfältigen Prüfungen im Mittelpunkt, die Technologie-, Bekleidungs- und Automobilunternehmen aus Industrieländern vornehmen müssen, wenn sie Lieferungen und Leistungen aus Hochrisikobereichen beziehen.  

„Wir hoffen, durch den Einsatz für höhere Menschenrechtsstandards das Risiko verringern zu können, dass sich Unternehmen durch ihre Geschäftstätigkeit an anhaltenden schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen beteiligen oder diese sogar noch verschlimmern“, sagt Van der Werf. „Das passiert häufig nicht in den betreffenden Unternehmen selbst, sondern in ihren Lieferketten, z. B. bei der Beschaffung von Mineralien aus Konfliktregionen.“ 

„Die Achtung von Menschenrechten ist eng mit der Widerstandsfähigkeit von Wertschöpfungsketten und stabilen Rahmenbedingungen für den Geschäftsbetrieb verbunden. Parallel dazu nimmt bei Anlegern das Bewusstsein für die erheblichen operativen, finanziellen, rechtlichen und die Reputation betreffenden Risiken zu, denen im Portfolio enthaltene Unternehmen ausgesetzt sein könnten, wenn sie mit Menschenrechten betreffenden Risiken nicht richtig umgehen.“  

Schattenseiten der Videospielbranche

Schließlich wird sich das Team auch mit der Videospielbranche befassen, die für eine wachsende Zahl von Spielern auf der ganzen Welt das Leben während der Lockdowns leichter gemacht hat. Als Investor hat Robeco aber auch festgestellt, dass Spieler und Spielentwickler von mehreren strukturellen sozialen Auswirkungen in der Gaming-Branche betroffen sind. Die Probleme reichen von Gewaltverherrlichung über eine stereotype Darstellung von Minderheiten bis zu zunehmendem Online-Missbrauch junger Spieler.  

In der Branche gibt es aber auch arbeitsrechtliche Probleme wegen der vielen Überstunden von Spielentwicklern, die teilweise gezwungen sind, sehr lange und zu wenig sozialverträglichen Zeiten zu arbeiten. Wir werden die Geschäftsleitungen von Gaming-Unternehmen auffordern, über ihre Produkterwartungen – wie z. B. eine Überspezifizierung – , ihren Design-Ansatz (das könnte ein „Alles-oder-Nichts-Ansatz“ sein), und ihre Personalausstattung nachzudenken. 

Robecos jährliche Themen für aktive Einflussnahme werden nach Abstimmung mit Investmentteams und Kunden festgelegt, die proaktiv die für sie wesentlichsten Themen benennen. Im letzten Jahr gehörten dazu Biodiversität und Sicherheit im Bergbau. 

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