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Weltweite Klimaschutzanstrengungen treiben zukünftiges Wachstum an

Weltweite Klimaschutzanstrengungen treiben zukünftiges Wachstum an

26-01-2021 | Interview
Angetrieben durch Klimaschutzanstrengungen von Regierungen und Unternehmen auf der ganzen Welt dürfte der Sektor für saubere Energien 2021 weiter glänzen. Zusagen der neuen Biden-Administration sowie von Regierungen in Europa und Asien unterstützen das weitere Wachstum des Sektors für saubere Energien.
  • Thiemo  Lang
    Thiemo
    Lang
    Senior Portfolio Manager, RobecoSAM Smart Mobility Strategy & Smart Energy Strategy

In aller Kürze

  • Die Covid-19-Pandemie hat den Trend zu erneuerbaren Energien beschleunigt und traditionelle Akteure massiv unter Druck gesetzt
  • Die Biden-Administration dürfte 2021 einen positiven Einfluss auf den Sektor für saubere Energien haben
  • Traditionelle Energieunternehmen müssen ihre CO2-Emissionen verringern, da sie andernfalls Gefahr laufen, vom Markt zu verschwinden

Das Jahr 2020 wurde sehr stark durch die Covid-19-Pandemie geprägt. Wie hat sich diese insgesamt auf den Energiesektor ausgewirkt?

„2020 war ein ganz entscheidendes Jahr für den Energiesektor. Die Covid-19-Pandemie hat den Trend zu erneuerbaren Energien beschleunigt und traditionelle Energieunternehmen massiv unter Druck gesetzt. Dem aktuellen World Energy Outlook der Weltenergieagentur zufolge dürfte die weltweite Nachfrage nach Energie 2020 um 5 % zurückgegangen sein. Die Nachfrage nach Öl hat demnach um schätzungsweise 8 % abgenommen, der Verbrauch von Kohle um 7 %, während der Anteil erneuerbarer Energien leicht gestiegen ist. 1 In krassem Gegensatz zum traditionellen Energiesektor war 2020 für erneuerbare Energien wie Solar- und Windstrom ein weiteres gutes Jahr – angetrieben durch weltweite Anreize mit dem Ziel, die Weltwirtschaft zu dekarbonisieren.”
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Wird die Biden-Administration den Ausblick für 2021 für Aktien aus dem Sektor für erneuerbare Energien beeinflussen?

„Die neue Administration hat bereits angekündigt, dass sie dem Pariser Klimaschutzabkommen sofort wieder beitreten und bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden will. Ihr Ziel, die Energieerzeugung in den USA bis zum Jahr 2035 völlig klimaneutral zu machen, erscheint sogar noch ehrgeiziger. Endlich scheint die Welt im Kampf gegen den Klimawandel vereint zu sein.“

„Es gibt Pläne, in den nächsten vier Jahren über 2 Billionen USD in die Erneuerung der Infrastruktur zu investieren. Ein hoher Betrag ist dabei für die Steigerung der Energieeffizienz und eine weitere Elektrifizierung durch erneuerbare Energien vorgesehen. Die Energieeffizienz von vier Millionen Gewerbeimmobilien soll unter Verwendung hochmoderner Technik erhöht werden. Ein Großteil der Investitionsgelder wird für eine weitere Elektrifizierung auf der Grundlage erneuerbarer Energiequellen zur Verfügung gestellt werden. Angesicht dieser ehrgeizigen Pläne wird die Biden-Administration 2021 zweifellos einen positiven Einfluss auf den Sektor für saubere Energien haben.“

Sie haben die ehrgeizigen Ziele der neuen US-Administration erwähnt. Wie sieht es in anderen Ländern aus?

„Zurzeit arbeiten viele Länder an entsprechenden Plänen. China hat vor kurzem als offizielles Ziel ausgegeben, bis zum Jahr 2060 klimaneutral zu werden. Laut China Energy News will Chinas Nationale Energiebehörde die Leistung aus erneuerbaren Energiequellen 2021 um 120 GW erhöhen. Außerdem will China seine installierten Solar- und Windstromkapazitäten bis 2025 verdoppeln und den Marktanteil von Elektrofahrzeugen bis zum Jahr 2035 von derzeit 5 % auf 50 % erhöhen2. Europa hat seine Ziele erneut verschärft. Jetzt will die EU-Kommission die CO2-Emissionen bis zum Jahr 2030 um 55 % (bisher: „mindestens 40 %“) unter das Niveau von 1990 absenken und bis 2050 Klimaneutralität erreichen.3 Der Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix soll bis 2030 auf 38-40 %4 (und nicht wie bisher auf 32 %) ansteigen, verglichen mit dem 2018 erreichten Anteil von 18,9 %5. “

„Andere Länder wie Japan und Südkorea haben ähnlich ehrgeizige Programme. Ökologisch ausgerichtete Konjunkturmaßnahmen sind für Politiker das Mittel der Wahl, um die wirtschaftliche Erholung voranzubringen; denn sie verbinden Klimaziele mit starken Impulsen für die Beschäftigten vor Ort.“

Gibt es für traditionelle Versorgungs- und Ölunternehmen Geschäftsmöglichkeiten, in den Markt für erneuerbare Energien einzutreten? Reichen diese Möglichkeiten für alle aus?

„Traditionelle Versorgungs- und Ölunternehmen bleibt keine andere Wahl, als ihre CO2-Emissionen zu verringern oder im Lauf der Zeit vom Markt zu verschwinden. Wir müssen in den nächsten dreißig Jahren viel mehr Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugen, um den Transport- und den Bausektor zu elektrifizieren und damit zu dekarbonisieren.“ 

„Nach unseren eigenen Schätzungen könnte im Jahr 2050 realistischerweise sechs Mal so viel Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt werden wie heute. Doch damit würden wir unsere CO2-Emissionen nur um 50 % verringern. Deshalb sind alle Unternehmen, die über das erforderliche Kapital verfügen, um zur weiteren Elektrifizierung unseres Primärenergie-Angebots beizutragen, mehr als willkommen, sich anzuschließen.“

1 Internationale Energieagentur (2020): World Energy Outlook 2020. https://www.iea.org/reports/world-energy-outlook-2020
2China Society of Automotive Engineers (27. Oktober 2020): Offizielle Bekanntgabe der „Energy-saving and New Energy Vehicle Technology Roadmap 2.0“ http://en.sae-china.org/a3967.html
3 Europäische Kommission. (16. September 2020). Rede zur Lage der Union von EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen: „Europas Kurs aus der Coronavirus-Krise und in die Zukunft“ (Pressemitteilung). https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/ip_20_1657 
4Europäische Kommission. (2020): Mehr Ehrgeiz für das Klimaziel Europas bis 2030. https://eur-lex.europa.eu/legal-content/EN/TXT/?uri=CELEX:52020DC0562
5Eurostat. (2020): Energie in der EU im Rampenlicht. https://ec.europa.eu/eurostat/cache/infographs/energy/bloc-4c.html

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