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Strategische Argumente für Factor Investing in Schwellenländern

Strategische Argumente für Factor Investing in Schwellenländern

11-10-2018 | Einblicke

Faktorprämien findet man an den Aktienmärkten überall auf der Welt – auch in Schwellenländern. Bringt eine auf Faktoren abstellende Allokation in Schwellenländern einem globalen Aktienportfolio in der Praxis wirklich einen Mehrwert? Die kurze Antwort lautet – wie nachstehend ausgeführt – ja.

  • Wilma de Groot, PhD
    Wilma
    de Groot, PhD
    Head of Core Quant Equities
  • Weili  Zhou
    Weili
    Zhou
    Head of Quant Equity Research

In aller Kürze

  • Eine Allokation in Schwellenländeraktien bringt einem globalen Aktienportfolio Mehrwert
  • Die Berücksichtigung der Faktoren Value und Momentum führt zu einer besseren Performance
  • Die Umsetzungskosten ändern daran nichts

In einer vor kurzem durchgeführten Studie haben wir untersucht, ob eine teilweise Allokation in Schwellenländern einem globalen Aktienportfolio einen Mehrwert bringt. Auf Basis von Marktdaten für den Zeitraum von Januar 1988 bis Dezember 2017 sind wir der Frage nachgegangen, ob Anleger in Aktien aus Schwellenländern investieren und wie sie dies tun sollten.

Im Einzelnen haben wir uns mit zwei grundlegenden Möglichkeiten befasst. Die erste basiert auf einer passiven Allokation, die den MSCI Emerging Markets Total Return Index nachbildet. Die zweite Möglichkeit beinhaltet eine Allokation in den bekannten Faktoren Value und Momentum innerhalb des Anlageuniversums des MSCI Emerging Markets Total Return Index. Dabei haben wir einen Ranking-Ansatz und relativ einfache Faktordefinitionen sowie Regeln für die Portfoliokonstruktion (Anlage in den aus Factor-Investing-Sicht attraktivsten 33 Prozent der Aktien bei monatlicher Neupositionierung) verwendet.

Die Gewinne aus einer Allokation in Schwellenländern fallen deutlich höher aus, wenn die Faktoren Value und Momentum berücksichtigt werden

Faktoren bringen einen höheren Mehrwert als passives Investieren

Wir haben festgestellt, dass die passive Allokation eines Teils eines Portfolios in Schwellenländeraktien in der Vergangenheit dessen risikoadjustierte Rendite erhöht hat. Die Gewinne aus einer Allokation in Schwellenländern fallen jedoch deutlich höher aus, wenn die Faktoren Value und Momentum bei der Einzeltitelauswahl berücksichtigt werden. Die Vorteile einer Allokation in Faktoren in Schwellenländern können beträchtlich sein, und zwar auch dann, wenn Factor Investing bereits in dem in Aktien aus Industrieländern investierten Teil des Portfolios praktiziert wird.

In unserer Analyse haben wir auch komplexere Regeln für die Portfoliokonstruktion betrachtet, wonach Aktien, die im Hinblick auf die Faktor-Exposition an Attraktivität verlieren, nicht sofort verkauft werden. Stattdessen werden in jedem Quartal nur diejenigen Aktien verkauft, die nicht mehr unter den Top-50 Prozent sind. Diese Aktien werden dann durch die zum jeweiligen Zeitpunkt attraktivsten, noch nicht im Portfolio enthaltenen Aktien ersetzt. Unsere Berechnungen haben gezeigt, dass dieser dynamische Ansatz im Vergleich zu einem statischeren Ansatz zu einem niedrigeren Portfolio-Umschlag und zu höheren Renditen führt.

Die Kosten ändern nichts an unseren Schlussfolgerungen

Ausgehend von vorsichtigen Annahmen haben wir uns zudem angesehen, wie sich Transaktionskosten und Verwaltungsgebühren auf die Performance auswirken. Im Einzelnen haben wir Handelskosten von 30 bzw. 50 Basispunkten für Aktien aus Industrie- bzw. Schwellenländern angenommen. Ferner haben wir auf das Jahr hochgerechnet Verwaltungsgebühren von 10 Basispunkten bzw. 20 Basispunkten für passive Anlagen in Industrie- bzw. Schwellenländern angenommen. Für die Faktor-Portfolios haben wir zusätzliche Kosten von 10 Basispunkten pro Jahr eingerechnet. Unser Fazit: Auch bei Berücksichtigung dieser Kosten bringt eine Allokation in Faktorprämien in Schwellenländern immer noch einen erheblichen Mehrwert.

Schließlich haben wir die Performance der verschiedenen Anlagestrategien in zwei gleich langen Teilabschnitten untersucht, nämlich von Januar 1988 bis Ende 2002 und von 2003 bis Dezember 2017. Die Ergebnisse für beide Zeitabschnitte deckten sich mit denen für den gesamten Betrachtungszeitraum. Eine Allokation in Schwellenländern verbesserte in beiden Teilabschnitten die Sharpe-Ratio des Portfolios, die durch eine Allokation in den Faktoren Value und Momentum noch weiter verbessert wurde.

Deshalb empfehlen wir Anlegern die Allokation eines Teils ihres Portfolios in Faktorprämien an den Aktienmärkten der Schwellenländer – umso mehr, als die in unserer Studie verwendeten Faktordefinitionen relativ einfach sind. Wir sind der Auffassung, dass man mit effizienten Factor-Investing-Strategien auf Basis erweiterter Faktordefinitionen und mit intelligenten Regeln für die Einzeltitelauswahl und Portfoliokonstruktion noch bessere Anlageergebnisse erzielen und gleichzeitig Risiken und Kosten verringern kann.

Robeco verwaltet mittlerweile seit über zehn Jahren erfolgreich faktorbasierte Schwellenländer-Portfolios. Seit ihrer Einführung im Jahr 2008 hat unsere Active Equities-Strategie gezeigt, dass sie in der Lage ist, eine beständig und deutlich bessere Performance zu erreichen als der MSCI Emerging Markets Index, und zwar sowohl in steigenden als auch in fallenden Märkten. In acht von neun vollen Kalenderjahren hat diese Strategie positive Überschussrenditen generiert.

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Lesen Sie unsere Studie „Strategic allocation to emerging markets factor premiums“ (in englischer Sprache).

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