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Elektrofahrzeuge hoch im Kurs

Elektrofahrzeuge hoch im Kurs

26-10-2018 | Einblicke

Strengere Regeln gegen Umweltverschmutzung und bahnbrechende Neuerungen im Energiemanagement und in der Werkstofftechnik verstärken das Aufkommen von Fahrzeugen mit keiner oder nur geringfügiger Schadstoffemission. Auf längere Sicht werden elektrische und autonome Fahrzeuge sowie „Shared Mobility“ unser Transportkonzept revolutionieren.

  • Thiemo  Lang
    Thiemo
    Lang
    Senior Portfolio Manager, RobecoSAM Smart Mobility Strategy & Smart Energy Strategy
  • Pieter Busscher
    Pieter
    Busscher
    Senior Portfolio Manager, RobecoSAM Smart Materials Strategy

In aller Kürze

  • Stark steigende Kosten aufgrund der Luftverschmutzung erfordern einen saubereren Transport •
  • Niedrigere Kosten in der Batterieherstellung machen Elektrofahrzeuge attraktiv
  • „Verbundene“ autonome Fahrzeuge unterstützen das „Shared-Service“-Modell

Das wachsende Bewusstsein über die gefährlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung haben die Regierungen und Unternehmen zunehmend auf den Plan gerufen. Der Transport trägt zu etwa 25 Prozent zur weltweiten Treibhausgasemission bei, wobei Leichtgewichtfahrzeuge allein für 17 Prozent verantwortlich sind1. Neben der steigenden Zahl von Sterbefällen aufgrund der Einatmung verschmutzter Luft, erhöhen sich die damit verbundenen Wirtschafts- und Wohlfahrtskosten sehr schnell. Dieser Anstieg der Kosten wird noch verstärkt durch das Bevölkerungswachstum und die urbane Dichte.

Mit der ICE-Emissionstechnologie (Verbrennungsmaschinen), die nur schrittweise Verbesserungen liefert, bieten Elektrofahrzeuge (EF) zunehmend eine attraktive Alternative.

Rein wirtschaftlich betrachtet müssten die Preise für EF sinken, um mit dem Absatz von herkömmlichen Fahrzeugen mithalten zu können. Thiemo Lang, Senior Portfolio Manager des RobecoSAM Smart Mobility Fonds, erläutert: „EF benötigen Batterien. Für eine beherrschende Stellung von EF werden jedoch leichtere, preisgünstigere, energiereiche Lithiumbatterien benötigt.“

Die Autoindustrie konsumierte etwa 18 Prozent des weltweiten Lithiumangebots in 2016, und RobecoSAM schätzt, dass dieser Wert bis 2020 auf 50 Prozent ansteigen wird. Wie die folgende Abbildung zeigt, belaufen sich Batteriekosten derzeit auf ein Drittel des Preises eines EF, sind jedoch seit 2010 bereits auf ein Fünftel der Kosten gesunken.

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Die Batterieherstellungskosten sinken kontinuierlich

Source : Samsung SDI, BPN Paribas, 2016

Während sich der Abwärtstrend fortsetzt, nähert sich der Wendepunkt der Kostenparität mit herkömmlichen Fahrzeugen sehr schnell. Außerdem fördert der Einbau von leichten Materialien wie Aluminium und Polymer-Verbundstoffen die Energie-Effizienz von EF und schafft mehr Spielraum für größere Batterien mit größerer Reichweite. Ebenfalls bietet es Platz für Sicherheitseinrichtungen und Onboard-Kontrollsysteme, die mit externen Netzwerken verbunden werden können.

Überholung des Antriebs

Die Vorteile von EF beinhalten mehr als niedrige Brennstoffkosten und Emissionen. Der Mechanismus der Umsetzung von Batteriekraft in Bewegung ist viel einfacher und leichter als herkömmliche ICE-Versionen, was zu niedrigeren Montage- und laufenden Instandhaltungskosten führt. Pieter Busscher, stellvertretender Portfolio Manager des RobecoSAM Smart Mobility Fonds, erklärt: „Diese Vorteile machen EFs preislich konkurrenzfähig, was deren Attraktivität Aufschwung verleiht.“ Aufgrund dieses positiven Hintergrunds überrascht es nicht, dass Autohersteller sich ehrgeizige Leistungs- und Produktionsziele für EF-Modelle gesetzt haben.

Die EF-Technologie wird die Mobilität revolutionieren, buchstäblich von innen heraus. Außer der Innenausstattung des Fahrzeuges werden Technologien, die eine Wechselwirkung mit einem größeren Transportsystem ermöglichen, die Kommunikation mit zentralisierten Datendrehscheiben bewerkstelligen und damit eine Optimierung der Leistung, eine Verbesserung der Sicherheit und eine Reduzierung von Verkehrsstaus unterstützen. Zusätzlich werden so genannte „Vehicle-to-grid“-Anwendungen es Eigentümern ermöglichen, die Ladetarife zu optimieren und dazu beitragen, das Energienetz zu stabilisieren.

Software, Sensoren und Halbleiter liegen diesem Übergang zugrunde, wobei die heutigen EFs bereits etwa das 10-fache Halbleiter-Potenzial von herkömmlichen ICE-Fahrzeugen besitzen.

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Sicherer und grüner

Vorausschauend sind wir überzeugt, dass sowohl die Reife von EFs als auch die Nachfrage nach diesen sich intensivieren wird, da der Konsument zunehmend autonome Fahrtechnologien begrüßt. Die Fahrzeugbauweise, Herstellung und Technik werden einer kompletten Überholung unterzogen. Die Fähigkeiten der heutigen Autos definieren sich durch reine Mechanik, Hydraulik und Kohlenwasserstoffe, während das Auto der Zukunft ein „Computer auf Rädern“ ist, das durch Schaltkreise, Silikon und Software gesteuert wird.

Diese neue Generation von Fahrzeugen wird sicherer, grüner und wird – dank deren Konnektivität – das städtische Leben und die weitere Infrastruktur verbessern können. Thiemo Lang glaubt daran, dass die Umwandlung des Sektors interessante Investitionsmöglichkeiten bieten wird, und kommentiert dies wie folgt: „Wir sind der Überzeugung, dass die EF-Revolution jetzt erst begonnen hat. Schon bald werden neue Geschäftsmodelle gefördert, da die Konsumenten sich von einer alleinigen Nutzung als Eigentümer hin zu einer geteilten Nutzung hin bewegen, was die Lebensweise des Menschen zum Besseren hin verändert.“

1Credit Suisse Connection Series, “Drive Train to Supply Chain,” April 14, 2016, p. 40

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