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Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit ist bei Factor Investing mittlerweile Standard

Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit ist bei Factor Investing mittlerweile Standard

14-05-2018 | Einblicke

Factor Investing hat in den letzten Jahren immer mehr Anhänger gefunden, vor allem im Aktienbereich. Als ein Pionier auf diesem Gebiet hat Robeco eine Zunahme der Mittelzuflüsse beobachtet, die auf verschiedene Umstände wie u. a. die Hinzugewinnung mehrerer bedeutender Mandate zurückzuführen ist. Joop Huij, Bereichsleiter Factor Investing Equities und Factor Index Research, erläutert einige der großen Trends an diesem Markt.

  • Joop  Huij
    Joop
    Huij
    Portfolio Manager, Head of Factor Investing Equities and Factor Index Research

In aller Kürze

  • Factor Investing gilt nicht länger als Nischenstrategie
  • Ein bedeutender Trend ist das Aufkommen von Multifaktor-Strategien
  • Die Anleger stellen auch höhere Anforderungen in Bezug auf die Integration von ESG

Factor Investing wird anscheinend nicht mehr als exotisch oder als eine Nische für die Kapitalanlage angesehen. Hat es im Hinblick darauf, wie dieser Investmentansatz von Anlegern wahrgenommen wird, spürbare Veränderungen gegeben?

„Ja, das stimmt. Factor Investing wird nicht mehr als Nische betrachtet, die großen, versierten Investoren vorbehalten ist. Und das ist in der Tat eine bedeutende Veränderung. Während wir in der Vergangenheit nahezu ausschließlich mit großen institutionellen Investoren über dieses Thema gesprochen haben, nimmt jetzt allmählich auch die Zahl der mittelgroßen Institutionen zu, die auf Factor Investing setzen.”

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Wenn Sie bei mittelgroßen Investoren zunehmendes Interesse feststellen, liegt das daran, dass Assetmanager in der Vergangenheit ausschließlich mit großen institutionellen Investoren gesprochen haben und sich jetzt auch an kleinere wenden? Oder ist Factor Investing tatsächlich populärer geworden? Anders formuliert: Liegt es an den Assetmanagern oder an den Investoren?

„Ich glaube, hauptsächlich an den Investoren. Viele führende institutionelle Investoren beschäftigen sich seit Jahren mit faktorbasierten Strategien und setzen sie um. Die wissenschaftlichen Grundlagen von Factor Investing zu verstehen, kann allerdings schwierig sein und erhebliche Vorarbeit erfordern.”

„Und die Kleineren unter den mittelgroßen Investoren besitzen möglicherweise nicht die Ressourcen, um diese Vorarbeit zu leisten. Sie orientieren sich häufig an dem, was Berater ihnen sagen. Und in den letzten Jahren haben sich viele Berater für Factor Investing begeistert. Deshalb überrascht es nicht, dass sich ihre Kunden — die mittelgroßen Investoren — inzwischen ebenfalls für diese Strategie erwärmen.”

Übernehmen diese mittelgroßen Newcomer Factor Investing genauso, wie wir es bei größeren Investoren gesehen haben?

„Nicht unbedingt. Denn wir haben auch festgestellt, dass Anleger zwar zunehmend Factor Investing in ihre Portfolios aufnehmen wollen, aber nicht immer an den eher traditionellen, aktiven Strategien interessiert sind. Unsere Gespräche mit Kunden offenbaren, dass eine Umsetzung von Factor Investing mit Hilfe indexbasierter Produkte überaus populär wird.”

„Dies ist in der Tat durch zahlreiche Studien bestätigt worden. Vereinfacht kann man sagen, dass vor allem diejenigen Anleger frühzeitig Factor Investing angenommen haben, die von ihren auf Fundamentaldaten abstellenden aktiven Assetmanagern enttäuscht wurden und nach faktorbasierten, aber immer noch aktiven Alternativen suchen. Zurzeit erleben wir aber, dass eine wachsende Zahl von Anlegern, die bisher eher nach Marktkapitalisierung gewichtete Ansätze verfolgt haben, Factor Investing mit Hilfe von Indizes umsetzen, weil dies eher dem entspricht, woran sie gewöhnt sind.”

„Wir beobachten, dass die Zahl der mittelgroßen Institutionen, die auf Factor Investing setzen, jetzt langsam zunimmt.”

Was ist zum Thema Nachhaltigkeit zu sagen? Die zunehmende Beachtung von Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsaspekten (ESG-Aspekte) führt zu grundlegenden Veränderungen bei der traditionellen, auf Fundamentaldaten beruhenden Kapitalanlage. Gilt dies auch für quantitatives Investmentmanagement und Factor Investing im Besonderen?

„Ja, tatsächlich. Wir beobachten eine bedeutende Veränderung der Einstellung von Anlegern zu Aspekten der Nachhaltigkeit. Vor ein paar Jahren bemerkten wir bei Anlegern ein aufkommendes Interesse an ESG-Belangen. Robeco hat bereits 2010 damit begonnen, ESG-Kriterien in seine quantitativen Aktienstrategien einzubeziehen. Die Anleger sind aber sehr viel anspruchsvoller geworden, vor allem was CO2-Emissionen angeht.”

„Robeco hat vor kurzem ein maßgeschneidertes Mehrfaktoren-Mandat für Aktien mit einem Volumen von 3 Mrd. Euro erhalten, das dies verdeutlicht. Viel Zeit wurde hier auf die Feinabstimmung dieser Strategie verwandt, wobei Nachhaltigkeitsaspekte eine große Rolle spielten. Ein wichtiges Element war die Einführung einer CO2-Referenzgröße, mit der unser Kunde den gesamten CO2-Ausstoß seines Portfolios reduzieren kann.”

„Und dieses neue Mandat ist keineswegs ein Einzelfall. So hat eine andere Pensionskasse Anfang dieses Jahres Robeco beauftragt, für die Verwaltung eines Anlagevermögens von über 1 Mrd. Euro einen Mehrfaktoren-Aktienindex mit integrierten ESG-Komponenten zu erstellen. Wir sprechen ja schon seit ein paar Jahren über ESG und haben damit das Interesse von Anlegern geweckt. Doch bei Factor Investing entwickelt sich die Berücksichtigung von Nachhaltigkeit anscheinend erst jetzt zum Standard.”

Haben Sie — was die faktorspezifische Positionierung angeht — in letzter Zeit Veränderungen festgestellt, wie Investoren Allokationen in einzelnen Faktoren wie Value, Momentum oder Low-Volatility vornehmen?

„Einer der wichtigsten Trends, die wir in den letzten Jahren in diesem Bereich beobachtet haben, ist die zunehmende Verbreitung von Mehrfaktoren-Strategien. Zunächst nahmen die Anleger häufig eine Allokation in einem bevorzugten Faktor wie z. B. Value oder Low-Volatility vor. Inzwischen verlangen sie aber Lösungen, mit denen mehrere Faktorprämien vereinnahmt werden können. Damit können sie Belastungen in Jahren reduzieren, in denen ein bestimmter Faktor eine unterdurchschnittliche Performance abliefert.“

„Die in den letzten Monaten verzeichneten Mittelzuflüsse bestätigen diese Zunahme von Allokationen in mehreren Faktoren. Doch auch die Beliebtheit des Faktors Value hat unerwartet zugenommen. Meiner Meinung nach hängt dies mit seiner dürftigen Performance in den letzten Jahren zusammen. Einige Investoren wurden enttäuscht und suchen jetzt als Alternative zu einfachen Value-Strategien erweiterte Value-Strategien.”

„Manche Anleger haben zudem festgestellt, dass ihre Portfolios nach mehreren Jahren, in denen der Faktor Value bei der Performance hinterherhinkte, in diesem speziellen Faktor in zu geringem Umfang positioniert sind. Deshalb haben sich viele von ihnen in den letzten 12 Monaten für eine ausdrückliche Allokation in diesem Faktor entschieden.”

„Gleichzeitig sehen wir eine wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Value-Strategien. Einfache Value-Strategien sind häufig zu stark in Unternehmen mit hohem CO2-Ausstoß wie Öl- und Energiekonzernen investiert. Um dem zu begegnen, hat Robeco beschlossen, eine nachhaltige Value-Strategie auf den Markt zu bringen.”

Dieser Artikel wurde erstmals in unserem Magazin Quant Quarterly veröffentlicht.

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