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Drei Gründe, warum Südkorea von uns die Goldmedaille erhält

Drei Gründe, warum Südkorea von uns die Goldmedaille erhält

05-02-2018 | Einblicke

Südkorea gehört seit Jahren zu unseren bevorzugten Schwellenländern. Es wird bald, nämlich vom 9. bis 25. Februar, als Gastgeber der Olympischen Winterspiele im Rampenlicht stehen. Für uns steht Südkorea immer im Rampenlicht; denn südkoreanische Dividendentitel nehmen in unseren Schwellenländer-Aktienportfolios breiten Raum ein. Das hat sich bezahlt gemacht, und es gibt nach wie vor solide Argumente für Kapitalanlagen in Südkorea.

  • Koos  Burema
    Koos
    Burema
    ‎Analyst Emerging Markets at Robeco

In aller Kürze

  • Südkorea ist aus zwei schweren Finanzkrisen gestärkt hervorgegangen
  • Die Aktien des Landes sind sehr attraktiv bewertet und immer noch mit einem „Korea-Kursabschlag” belegt
  • Die Unternehmensführung wird langsam, aber sicher besser

Aufstieg und Fall von Präsident Park

Südkoreas Aufstieg begann unter Präsident Park Chung-Hee, der das Land von 1963 bis 1979 regierte. Eines seiner wichtigsten Ziele war die Beseitigung von Armut. Um das zu erreichen, industrialisierte er das Land, wobei ein bedeutender Schwerpunkt auf dem Export lag. In Parks Regierungszeit entstanden große, Chaebols genannte Mischkonzerne wie Samsung, Hyundai und Lucky Goldstar (LG).

Bedauerlicherweise schwang sich Präsident Park 1972 mit der Auflösung des Parlaments praktisch zum Diktator auf, was letztlich zu seiner Ermordung im Jahr 1979 führte. Auch heute noch ist Südkorea eine exportorientierte Volkswirtschaft. Nach Angaben der Notenbank des Landes trug der Export 2017 55 Prozent zum BIP bei.

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Südkorea steigt wie ein Phönix aus der Asche auf – zwei Mal!

Seit den Olympischen Spielen von 1988 in Seoul ist Südkorea aus zwei schweren Krisen gestärkt hervorgegangen. Die erste war die asiatische Finanzkrise im Jahr 1997, die mehrere große Unternehmen in den Konkurs trieb. Der Internationale Währungsfonds unterstützte Südkorea mit einem 57 Mrd. US-Dollar schweren Hilfspaket und verlangte im Gegenzug Umstrukturierungsmaßnahmen.

Diese Krise hatte auch eine massive Abwertung der Landeswährung Won von 850 Won pro US-Dollar zum Jahresende 1996 auf fast 2.000 Won pro US-Dollar im Dezember 1997 zur Folge. Deshalb hat Südkoreas Notenbank bis heute eine sehr strenge Haltung zum Handel mit der Landeswährung. Und das ist einer der Gründe, warum Südkorea von MSCI immer noch nicht als entwickelter Markt anerkannt wird. MSCI bemängelt, dass „es keinen Offshore-Devisenmarkt für den Won gibt und der Inlandsdevisenmarkt Anleger weiterhin vor operationelle Herausforderungen stellt.“ Folglich gehen wir nicht davon aus, dass dem Land in naher Zukunft der Status eines entwickelten Marktes zuerkannt werden wird.

In den Jahren 2007/2008 erlebte Südkorea mit der globalen Finanzkrise eine zweite schwere Krise. Laut Südkoreas Notenbank brach das BIP-Wachstum von einer Jahresrate von 6,3 Prozent im vierten Quartal 2007 auf -1,9 Prozent im ersten Quartal 2009 ein. Der MSCI Korea-Index fiel bei Betrachtung in US-Dollar um 55 Prozent und damit etwas stärker als der MSCI Emerging Markets-Index, der 53 Prozent verlor. Auch die zweite Krise überwand Südkorea vollständig. Von 2009 bis 2017 kam der MSCI Korea-Index in US-Dollar auf eine jährliche Rendite von 14 Prozent, verglichen mit 11 Prozent für den MSCI Emerging Markets-Index. Wie die Tabelle zeigt, hat Südkorea seit der globalen Finanzkrise in den meisten Jahren eine bessere Performance erreicht als die Aktienmärkte der Schwellenländer insgesamt.

Tabelle 1: Aktienmarktrenditen Südkoreas und der Schwellenländer insgesamt im Vergleich

Quelle: MSCI, Bloomberg

Warum südkoreanische Aktien immer noch günstig sind

Ungeachtet dieser Aktienmarktrenditen sind südkoreanische Dividendentitel immer noch relativ günstig. Wie in nachstehender Grafik zu den Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGV) dargestellt, werden diese Renditen durch den Anstieg der Unternehmensgewinne untermauert. So liegt das durchschnittliche KGV auf Basis der Gewinne von 2017 bzw. der Gewinnschätzungen für 2018 immer noch bei 9,4 bzw. 8,4 und damit deutlich unter den Durchschnittswerten für den MSCI Emerging Markets-Index von 14,0 in 2017 und 12,4 in 2018. Die beiden Hauptgründe für den „Korea-Kursabschlag” sind die Spannungen mit dem Nachbarland Nordkorea und die Unternehmensführung

Grafik 1 | Kurs-Gewinn-Verhältnisse südkoreanischer Aktien

Quelle: Factset, I/B/E/S, Robeco

Die Spannungen im Verhältnis zu Nordkorea haben nach mehreren Nuklear- und Raketentests zugenommen. Doch in letzter Zeit gibt es positive Entwicklungen: Die beiden Länder haben wieder Gespräche aufgenommen, um die militärische Situation zu entschärfen. Außerdem schickt Nordkorea eine Delegation zu den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang. Dennoch erwarten wir keine Veränderung der politischen Situation, sodass wir wie bisher von Zeit zu Zeit eine Zunahme der politischen Spannungen erleben werden.

Nach ein paar schlagzeilenträchtigen Skandalen haben südkoreanische Unternehmen damit begonnen, ihre unzulängliche Unternehmensführung zu verbessern. Ein großer Skandal war bspw. Ende 2016 die Amtsenthebung von Präsidentin Park Geun-Hye, der Tochter des früheren Präsidenten Park Chung-Hee, weil sie mehrere Großkonzerne um „Spenden” gebeten hatte.

Diese Skandale, die Südkoreas zugrunde liegende Probleme offenbarten, haben mehrere positive Entwicklungen im Bereich der Unternehmensführung in Gang gebracht. Die staatliche Pensionskasse, der ca. 10 Prozent des Aktienmarkts des Landes gehören, hat versprochen, den Verhaltenskodex für institutionelle Investoren für sich übernehmen, der professionelle Anleger zu verantwortungsbewusstem Investieren anhält. Samsung Electronics ist durch Einziehung aller eigenen Aktien viel aktionärsfreundlicher geworden. Zudem hat der Konzern zugesagt, mehr als 50 Prozent seines freien Cashflows durch Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe an seine Aktionäre zurückzugeben. Ferner wurde die Konzernleitung vollständig ausgewechselt und die Position des Verwaltungsratsvorsitzenden von der des CEO getrennt. Das sind nur einige wenige Beispiele für positive Trends auf dem Gebiet der Unternehmensführung in Südkorea.

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