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Eine Erfolgsformel sollte man nicht ändern

Eine Erfolgsformel sollte man nicht ändern

12-06-2017 | Einblicke

„Wir verbessern die Werkzeuge, lassen die Philosophie aber unverändert. Wir machen, was wir immer gemacht haben, und versuchen nur, es besser zu machen.” Jaap van der Hart, Portfoliomanager von Robeco Emerging Stars, beschreibt einige seiner Ansicht nach besonders wichtige Elemente, die zu der beachtlichen Performance dieser Strategie beigetragen haben.

  • Jaap  van der Hart
    Jaap
    van der Hart
    Equity Fund Manager

In aller Kürze

  • „High-Conviction”-Aktientitel werden auf der Grundlage solider Fundamentalanalysen ausgewählt
  • Die Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungskriterien sowie quantitative Daten verbessern die Performance weiter
  • Stabiles und heterogenes Team von erfahrenen Spezialisten

Robeco Emerging Stars wurde 2006 als eine „High-Conviction”-Variante der Robeco-Kernstrategie für Schwellenländer eingeführt. Der von Morningstar als Fondsmanager des Jahres nominierte Portfoliomanager Van der Hart betreut die Strategie seit ihrer Auflegung. Im Mittelpunkt der Anlagephilosophie steht die Überzeugung, dass man mit einer Kombination aus aktiver Länderallokation und Einzeltitelauswahl in Schwellenländern langfristig beständig Alpha generieren kann. Die Strategie positioniert sich entgegen herrschender Marktauffassungen, indem sie nach unterbewerteten Unternehmen mit Wachstumspotenzial sucht, die vom Markt übersehen werden.

‚Langfristige Generierung von Alpha in Schwellenländern’

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Hoher Überzeugungsgrad

„Mit einer ‚High-Conviction’-Strategie, also einer Strategie, auf einem hohen Überzeugungsgrad basiert, kann man sich auf seine besten Anlageideen und eine begrenzte Zahl von Positionen – ca. 30 bis 50 Aktientitel – beschränken und gleichzeitig sicherstellen, dass das eigene Portfolio hinsichtlich seiner Aufteilung nach Ländern, Sektoren und Einzeltiteln breit diversifiziert bleibt”, erklärt Van der Hart. Dies erfordert einen ausgewogenen Ansatz, der Länderanalysen nach der Top-down-Methode mit einer Bottom-up-Aktienauswahl verbindet. Da sich die Strategie nicht an einer Benchmark orientiert, ist sie völlig flexibel, um unabhängig von der Zusammensetzung eines Index nach dem besten Risiko-Rendite-Verhältnis zu streben.

„Ein hoher Überzeugungsgrad bedeutet nicht unbedingt ein hohes Risiko”, betont Van der Hart. Die Strategie hat vielleicht ein höheres Risikolimit, nämlich 150 % des Risikogehalts des MSCI EM Index. Tatsächlich aber sind es normalerweise 100-115 %, und die Strategie hat nicht unbedingt einen höheren Beta-Koeffizienten. Der aktiv gemanagte Teil des Portfolios beträgt i. d. R. ca. 85 %. Dafür gibt es aber keinen bestimmten Richtwert.

‚Eine Strategie sollte strukturiert, klar geregelt und wiederholbar sein’

Für Van der Hart stellt „eine attraktive Aktie aus einem unattraktiven Land” kein wirkliches Dilemma dar. „Wenn die Aktie gut ist, kaufen wir sie. Wenn wir eine negative Auffassung zu einem Land oder zu seiner Währung haben, können wir dennoch Aktien eines Exportunternehmens kaufen. Südafrika ist ein gutes Beispiel. Die wirtschaftliche Situation in dem Land sehen wir zwar nicht sonderlich positiv, aber die Aktie, die wir halten, ist nur in geringem Maß von der Entwicklung in Südafrika abhängig.”

Flexible Länderauswahl

Normalerweise ist das Portfolio zu ca. 80% in den fünf attraktivsten Ländern investiert, wobei eine Obergrenze von 35 % pro Land gilt. „Wir halten recht beständig umfangreiche Positionen in Südkorea. Das ist auch das Land mit dem höchsten positiven Beitrag aus der Einzeltitelauswahl.” Südkorea ist zurzeit immer noch eines der drei von uns am stärksten gewichteten Länder – neben Indien und China. Im Grundsatz sind unsere Analysten jeweils für bestimmte Länder zuständig. „Zwischen den Schwellenländern gibt es enorme Unterschiede in Bezug auf die wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen, was eine Organisation nach Ländern nahelegt”, sagt Van der Hart.

Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungskriterien

Dies ist ein wichtiger Teil der fundamentalen Ressourcen, die zur Optimierung der Strategie zur Verfügung stehen. Obwohl die Unternehmensführung in den Schwellenländern zunehmende Beachtung findet, ist in diesem Punkt noch nicht das Niveau der Industrieländer erreicht. „Wir haben eine umfangreiche Checkliste für Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsaspekte ausgearbeitet, und diese ist ein wichtiges Element unserer Risiko-Analysen”, betont Van der Hart. Robeco macht auf Hauptversammlungen aktiv von seinem Stimmrecht Gebrauch und wirkt auf Unternehmen ein, um ihr Verhalten positiv zu beeinflussen. Manchmal schließen wir uns mit anderen Investoren zusammen, um eine größere Wirkung zu erzielen.

Schwerpunkt auf „Bewertung”

Die grundlegende Philosophie der Strategie besteht darin, nach unterbewerteten, vom Markt übersehenen Unternehmen zu suchen, die ein „solides” Geschäftsmodell und hohes Renditepotenzial besitzen. Dies alles fließt in unser internes Bewertungsmodell ein, unser wichtigstes Instrument für die Beurteilung von Bewertungskennzahlen. „Die fundamentale Analyse wird durch quantitative Elemente optimiert”, erläutert Van der Hart. „Das quantitative Screening bedient sich mehrerer Bewertungskennzahlen, anhand derer Aktien in die engere Wahl gezogen werden, um sie dann einer eingehenderen Fundamentalanalyse zu unterziehen.”

Trend-Variablen

Ein weiteres quantitatives Element stellt auf die kurzfristigen Trend-Variablen Aktienkursdynamik und Gewinnrevisionen ab. Van der Hart: „Von diesen Variablen gehen wichtige Signale aus, die Analysten veranlassen zu prüfen, ob ihre fundamentale Auffassung immer noch zutrifft: Liegt eine vorübergehende Delle oder eine strukturelle Verschlechterung vor?” Dasselbe gilt natürlich für positive Auffassungen.

Heterogenes und erfahrenes Team

Van der Hart versäumt nicht zu betonen, wie wichtig das Team ist. „Stetigkeit ist unverzichtbar, und ein stabiles Team zu haben, ist wirklich hilfreich.” Er unterstreicht aber auch die Bedeutung von Diversität. Bestärkt wird er in seiner Auffassung dadurch, dass Rating-Agenturen wie Morningstar Investmentteams große Bedeutung beimessen. „Im Durchschnitt besitzen die Teammitglieder 15 Jahre Investmenterfahrung: Einige sind beruflich in unserem Unternehmen groß geworden, andere haben bei anderen Firmen Erfahrung gesammelt. Im Team gibt es zudem verschiedene Nationalitäten, sodass wertvolles, auf das jeweilige Land bezogenes Wissen vorhanden ist. Der unterschiedliche Background der Teammitglieder bringt es mit sich, dass es unterschiedliche Auffassungen gibt. So ist sichergestellt, dass Ideen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden.”

‚Unsere stärksten Konkurrenten sind die Märkte selbst’

Laut Van der Hart trägt der Umstand, dass alle Teammitglieder in Rotterdam sitzen, zu einem einheitlichen Ansatz bei. „Natürlich reisen wir regelmäßig, um direkt Informationen über Länder und Unternehmen zu sammeln, und wir halten regelmäßig Kontakt mit unseren Kollegen vom Asien-Pazifik-Team in Hongkong.”

Mehr vom selben, aber besser

Seit ihrer Auflegung (Dez. 2006 bis Mai 2017) hat die Strategie eine annualisierte Bruttorendite von 9,45 % erzielt (verglichen mit der Rendite des Referenzindex von 5,34 %). Van der Harts fundamentaler Ansatz und die „High-Conviction”-Struktur der Strategie machen diese zu einer klaren Empfehlung für Anleger, die eine aktiv gemanagte Lösung für Schwellenländer suchen. Er will mit einer Formel weiterarbeiten, die sich als erfolgreich erwiesen hat. Die Frage nach seinen stärksten Konkurrenten beantwortet Van der Hart so: „Das sind die Märkte selbst.” Und die will er auch weiterhin bei der Performance schlagen, indem er sicherstellt, dass die Strategie auch in Zukunft gut aufgestellt ist, um von Entwicklungen in den Schwellenländern zu profitieren.

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