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Befürchtungen über die Folgen von Trumps Politik für China sind übertrieben

Befürchtungen über die Folgen von Trumps Politik für China sind übertrieben

22-06-2017 | Einblicke

Werden die gegensätzlichen politischen Ziele von Xi Jinping und Donald Trump gravierende Folgen für die Schwellenländer haben? Um diese Frage zu beantworten, sprachen Victoria Mio, CIO China, und Fabiana Fedeli, Head of Fundamental Equities und Portfoliomanagerin für Schwellenländeraktien, mit Führungskräften aus dem Finanzbereich, Regierungsvertretern und Mitarbeitern von Denkfabriken in den USA und China.

  • Victoria  Mio
    Victoria
    Mio
    CIO Chinese Equities
  • Fabiana Fedeli
    Fabiana
    Fedeli
    Global Head of Fundamental Equities

In aller Kürze

  • Die Trump-Administration hat ihre protektionistische Rhetorik etwas abgeschwächt
  • Ein Handelskrieg zwischen den USA und China scheint erst einmal abgewendet worden zu sein
  • Trump wird sich wahrscheinlich „leichtere Opfer” suchen
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Aufgrund unserer Gespräche glauben wir, dass die Befürchtungen über negative Auswirkungen der Politik der Trump-Administration auf China – und infolgedessen auf die Schwellenländer – größer sind als das tatsächliche Risiko. Die Gefahr eines Handelskriegs zwischen den USA und China hat nach den Begegnungen zwischen Präsident Trump und Staatschef Xi Jinping im April, die den Weg für konstruktive Verhandlungen frei gemacht haben, deutlich abgenommen.

Politischer Wandel: Unsicherheit in den USA – Kontinuität in China

Die Stimmung in Bezug auf die USA und China hat sich im letzten Jahr grundlegend verändert. Bedenken in Richtung der USA haben wegen der Unsicherheit über die zukünftige Politik der Trump-Administration zugenommen. Was China angeht, hat sich die vor einem Jahr ungewöhnlich pessimistische Einschätzung verbessert. In unseren Gesprächen gab es einen Konsens dahingehend, dass sich die makroökonomischen Fundamentaldaten verbessert haben, auch wenn Chinas Schuldenproblem weiterhin ungelöst ist.

Die Daten scheinen diese Auffassung zu bestätigen. Der Li-Ke-Qiang-Index, der die Auswirkungen von Chinas jüngsten Konjunkturfördermaßnahmen auf die Margen abbildet, weist in letzter Zeit auf eine Erholung hin. Der Konsum nimmt weiter rasant zu. Chinas Importe erhöhten sich im März im Vorjahresvergleich um 20,3 %, und das Exportwachstum erreichte mit 16 % die größte Steigerung seit zwei Jahren, verlangsamte sich im April aber wieder etwas. Außerdem wird Chinas Währung durch strengere Kapitalverkehrskontrollen, Zinserhöhungen durch Chinas Notenbank und über den Erwartungen liegende wirtschaftliche Fundamentaldaten gestützt.

Überdies hegen die Behörden in den USA und China erhebliche Zweifel, ob die Trump-Administration es schaffen wird, die drei zentralen Wahlversprechen des Präsidenten umzusetzen, nämlich Steuern zu senken, die Staatsausgaben zu erhöhen und Regulierung abzubauen. Die zwei Hauptgründe hierfür sind die völlig unzureichenden personellen Ressourcen der Trump-Administration, die viele Positionen bisher nicht besetzen konnte, und der erhebliche Widerstand gegen einige ihrer politischen Vorhaben im eigenen Land. Dagegen erscheint die Machtposition von Chinas Staatschef Xi Jinping sehr gefestigt. Sie erlaubt es ihm, neue Reformanstrengungen zu unternehmen, um insbesondere etwas gegen die rasche Zunahme der Schulden des Landes zu tun.

Globalisierung und Handelskrieg: „America First” in den USA – Neue Seidenstraße in China

China tritt weiter als Verfechter der Globalisierung auf, und chinesische Funktionäre stellen das Projekt Neue Seidenstraße und die Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank in den Vordergrund. Beide Initiativen sind ein Ergebnis von Chinas Außenpolitik, die darauf abzielt, dem Land mehr Einfluss auf der internationalen Bühne zu verschaffen.

Die Neue Seidenstraße erstreckt sich auf 69 Länder und umfasst Maßnahmen auf den Gebieten Handel und Finanzierung, Infrastrukturbau und politische Koordinierung. Zur Finanzierung des Projekts Neue Seidenstraße hat China einen eigenen Fonds und die Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB) errichtet. Die USA sind zwar nicht Mitglied der AIIB, schickten aber im Mai hochrangige Vertreter zu einer Konferenz über die Neue Seidenstraße und unterstrichen damit das freundlichere Klima zwischen beiden Nationen.

Unterdessen haben China und die USA einen 100-Tage-Aktionsplan angekündigt, in dessen Mittelpunkt der Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen beiden Ländern steht und der eine Richtung für umfassende Verhandlungen über den Handel vorgibt. Ein Handelskrieg ist dadurch weit weniger wahrscheinlich geworden.

Beide Seiten hätten in einem Handelskrieg viel zu verlieren. Die USA sind Chinas größter Exportmarkt und die Ausfuhren des Landes in die USA hatten 2015 ein Volumen von 410,8 Mrd. US-Dollar, was 18 % seiner Gesamtausfuhren und 3,7 % seines BIP entsprach. Ein Handelskrieg zwischen beiden Ländern würde wahrscheinlich einen Nachfrageschock in China auslösen. Da es andererseits Lieferant vieler arbeitsintensiver Produkte ist, würde ein Handelskrieg zu einem angebotsseitigen Schock für die USA führen und möglicherweise in der US-Wirtschaft Inflationsdruck aufkommen lassen.

China ist zudem der am schnellsten wachsende Exportmarkt der USA, und große US-Unternehmen hätten viel zu verlieren, sollte der Zugang zu diesem Markt erschwert werden. Vergangenes Jahr beliefen sich Chinas Einzelhandelsumsätze insgesamt auf 33,2 Billionen CNY. Das sind umgerechnet rund 5 Billionen US-Dollar, was den gesamten Einzelhandelsumsätzen in den USA i. H. v. 5,504 Billionen US-Dollar recht nahe kommt. China wird voraussichtlich in den nächsten ein, zwei Jahren zur größten Importnation der Welt aufsteigen. Damit besitzt es enorme Verhandlungsmacht in Bezug auf den Welthandel.

Die besseren Beziehungen zwischen China und den USA könnten für andere Handelspartner der Amerikaner weniger erfreuliche Konsequenzen haben. Zum einen könnte China zumindest kurzfristig einen Teil seiner bisher aus anderen Ländern importierten Waren von den USA beziehen, und so guten Willen zeigen, was den Abbau des bilateralen Leistungsbilanzdefizits angeht. Dies ist bspw. bei Agrarprodukten wie Sojabohnen und Getreide wahrscheinlich und könnte deshalb negative Folgen für andere Länder und Unternehmen haben, die solche Produkte nach China exportieren. Dazu gehören Brasilien und in geringerem Maße Argentinien, die EU, Australien, Malaysia, Indonesien und Indien.

Um zu zeigen, dass er seine Wahlversprechen hält, könnte sich Trump andererseits für seine protektionistischen Wahlversprechen „leichtere Opfer” aussuchen als China. Dies könnte bedeuten, dass NAFTA und damit Mexiko sowie nicht den Handel betreffende Abkommen wie das Pariser Klimaabkommen Zielscheibe der Trump-Administration bleiben.

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