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Smart Beta-ETFs sind keine Gefahr für Factor Investing

Smart Beta-ETFs sind keine Gefahr für Factor Investing

29-03-2017 | Research

Der Erfolg von Smart Beta-ETFs hat Befürchtungen geweckt, dass es bei Faktorstrategien zu "Overcrowding" kommen könnte. Eine kürzlich durchgeführte Analyse der Faktor-Exposures von US-Aktien-ETFs durch David Blitz von Robeco spricht aber dafür, dass dies keineswegs der Fall ist.

  • David Blitz
    David
    Blitz
    Chief Researcher

In aller Kürze

  • Die Ausbreitung von Smart Beta-ETFs hat Befürchtungen eines möglichen Overcrowding geweckt
  • Die Analyse von US-Aktien-ETFs zeigt aber, dass dies nicht der Fall ist
  • Insgesamt betrachtet weisen US-Aktien-ETFs ein "reines" Markt-Exposure auf

Exchange-Traded Funds (ETFs) sind unter Anlegern ein zunehmend beliebtes Instrument geworden, um ein Aktienmarkt-Exposure bei begrenzten Kosten aufzubauen. Zu den Segmenten im ETF-Bereich, die sich in den letzten Jahren am dynamischsten entwickelt haben, gehören diejenigen, die spezielle Faktoren wie Value, Momentum oder Low Risk erschließen sollen.

Factor Investing beruht auf der Existenz diverser Faktorprämien, die systematisch vereinnahmt werden können, um einen höheren risikoadjustierten Ertrag und eine bessere Diversifikation als herkömmliche, kapitalisierungsgewichtete Indizes zu erreichen. Über die Jahrzehnte haben viele akademische Untersuchungen Argumente für ihren Einsatz geliefert, und Anleger können heute aus einer großen Bandbreite faktorbasierter Produkte auswählen, insbesondere ETFs. Diese oft als "Smart Beta" vermarkteten Lösungen bilden die Entwicklung von Indizes ab, die gezielt ein Engagement in einigen der am häufigsten genutzten Faktoren ermöglichen sollen.

Der kommerzielle Erfolg von Smart Beta-ETFs hat jedoch zu ernsthaften Befürchtungen geführt, dass es bei Faktorstrategien zu einem "Overcrowding" kommen könnte und dass die von der Forschung dokumentierten Prämien verschwinden könnten. Doch eine kürzlich von David Blitz, dem Head of Quantitative Equity Research bei Robeco, veröffentlichte Studie speziell zum US-Aktienmarkt spricht dafür, dass diese Sorgen übertrieben sind.

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Reines Markt-Exposure

Zwar weisen einige US-Aktien-ETFs ein erhebliches Exposure gegenüber Faktoren auf, die erfolgreich Prämien abwerfen, doch auf aggregierter Ebene ist dies nicht der Fall. Eine detaillierte Analyse zeigt, dass sich die Faktor-Exposures innerhalb der Gesamtheit der US-Aktien-ETFs stark unterscheiden. Addiert man sämtliche Exposures, bleibt ein reines Markt-Exposure, oder Beta, übrig.

In seiner Studie hat David Blitz den Mehrertrag aller in den USA notierten ETFs analysiert, die Ende 2015 über eine Wertentwicklungshistorie von mindestens 36 Monaten verfügten. Zusammengenommen waren dies 415 unterschiedliche Fonds mit einem Gesamtvolumen von mehr als 1,2 Billionen US-Dollar. Das entspricht rund 5 % der gesamten Kapitalisierung des US-Aktienmarkts. Die Daten zum risikofreien Zins, zum jeweiligen Mehrertrag gegenüber dem Markt und zu den Erträgen der Faktoren Size, Value und Momentum wurden der Online-Datenbank von Professor Kenneth French entnommen.

"Diese Ergebnisse widersprechen der Vorstellung, dass die Faktorprämien der Arbitrage von ETF-Investoren zum Opfer fallen”

Anhand dieser breiten Datenbasis nahm David Blitz eine Regressionsanalyse der ETF-Erträge im Zeitraum von 2011 bis 2015 vor. Dabei fand er heraus, dass viele Fonds ein erhebliches positives Exposure gegenüber Faktoren wie Value, Momentum oder Low Volatility aufweisen. Grundsätzlich konnten sie als geeignete Instrumente für Anleger gelten, die die entsprechenden Prämien systematisch vereinnahmen wollen, vielleicht mit Ausnahme des Faktors Momentum.

Allerdings zeigten gleichzeitig viele andere US-Aktien-ETFs ein umfangreiches negatives Exposure gegenüber den genannten Faktoren. In der aggregierten Betrachtung ergab sich dann ein Gesamtexposure gegenüber den Faktoren Size, Value, Momentum und Low Volatility von annähernd null.

Low-Volatility als Beispiel

Gut veranschaulichen lässt sich dies anhand der populären Low Volatility-Strategien. Angesichts des Milliardenvolumens, dass in ETFs mit spezieller Ausrichtung auf die Low Volatility-Anomalie investiert ist, mag die Sorge der Anleger um mögliches Overcrowding auf den ersten Blick berechtigt sein. Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass die entsprechenden Fonds lediglich einen Bruchteil gesamten ETF-Markts ausmachen.

Hinzu kommt, dass es am anderen Ende des Spektrums eine ähnliche Zahl von ETFs gibt, die genau entgegengesetzte Faktor-Exposures aufweisen, wobei es eine starke Tendenz hin zu High Volatility-Aktien gibt. Bei diesen ETFs handelt es sich im Regelfall um Produkte, die auf einzelne Branchen konzentriert sind. Sie sind natürlich nicht als "High Volatility Fonds" gekennzeichnet, doch im Ergebnis neutralisieren sie das Exposure der Low Volatility-ETFs.

Diese Ergebnisse widersprechen der Vorstellung, dass die Faktorprämien rapide von ETF-Investoren aufgezehrt werden, und entkräften die Sorge um ein mögliches Overcrowding bei Faktorstrategien.

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