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Ausschlüsse verschieben möglicherweise bloß ein Problem

Ausschlüsse verschieben möglicherweise bloß ein Problem

03-02-2020 | Research

Haben Ausschlüsse Erfolg? Das Instrument ist bei Anlegern weit verbreitet, wenn es darum geht, sich gegen fragwürdige Praktiken wie die Herstellung von Tabak oder Waffen zu wenden. Doch wird damit bloß das Problem vom einen Investor zum anderen verschoben und die Auswirkungen auf das jeweilige Unternehmen sind möglicherweise nur gering, wie neue Untersuchungen von Robeco zeigen.

  • David Blitz
    David
    Blitz
    Head of Quant Research, Robeco
  • Laurens Swinkels
    Laurens
    Swinkels
    Researcher, Robeco

In aller Kürze

  • Ausschlüsse verschieben die Eigentümerrolle von besorgten Anlegern zu unbesorgten
  • Forschungspapier von Robeco stellt den Nutzen des Instruments infrage
  • Maßnahmen im Rahmen von Active Ownership können weit effektiver sein 

Robeco als bedeutender Investor entscheidet sich allgemein für den Ausschluss von Unternehmen, deren Produkte oder Verhaltensweisen nicht durch Maßnahmen im Rahmen von Active Ownership wie zum Beispiel Dialog mit der Firma verändert werden können. Zu den ausgeschlossenen Unternehmen zählen Hersteller von Streubomben oder Zigaretten, wiederholt durch Umweltverschmutzung aufgefallene Firmen sowie solche, die in Korruptionsfälle oder Menschenrechtsverletzungen verwickelt sind.

Hat man ein Unternehmen ausgeschlossen, ist es nicht möglich, mit ihm in Dialog zu treten. Das bedeutet, dass seine Produkte oder Verhaltensweisen dann einer kritischen Auseinandersetzung entzogen sind. Im Allgemeinen ist eher ein Dialog im Hinblick auf bestimmte Verhaltensweisen möglich als in Bezug auf ein spezielles Produkt. Doch einige Unternehmen reagieren überhaupt nicht auf Bedenken von Anlegern.

Das Pro und Contra in Bezug auf Ausschlüsse wird in einem Forschungspapier analysiert, das im Februar 2020 im Journal of Portfolio Management erscheint und den Titel „Is Exclusion Effective?“ trägt. Der für das renommierte Fachmagazin verfasste Artikel stammt von David Blitz, dem Head of Quantitative Research bei Robeco und Laurens Swinkels, Senior Researcher und Assistenzprofessor für Finance an der Erasmus-Universität.

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Verschiebung der Eigentümerrolle

„Die Auffassung ist verbreitet, dass Anleger zu einer nachhaltigeren Welt beitragen können, indem sie sich von Beteiligungen an Unternehmen mit den schlechtesten Nachhaltigkeitsprofilen trennen“, schreiben die Autoren des Artikels. „Doch da ein Ausschluss im Ergebnis lediglich die Verschiebung der Eigentümerrolle von besorgten Anlegern zu weniger besorgten bedeutet, ist keineswegs gesagt, dass man davon einen Wandel zum Besseren in der Gesellschaft erwarten kann.“

„Wenn beispielsweise Anleger A Aktien eines Tabakunternehmens an Anleger B verkauft, wird am nächsten Tag keine Zigarette weniger von Rauchern angezündet. Typischerweise wird die Wirksamkeit einer Ausschlusspolitik nicht evaluiert, indem man ihren Effekt auf die reale Welt bestimmt, obwohl es genau das ist, worauf es wirklich ankommt.“

„Dieser Artikel untersucht kritisch die verschiedenen Argumente dafür, wie Ausschlüsse auf lange Sicht positive Effekte haben können. Doch anstatt Unternehmen auszuschließen, können Anleger durchaus mehr erreichen, indem sie Einfluss als aktiver Aktionär durch Stimmabgabe und Dialog mit den Unternehmen ausüben.“

Den ganzen Artikel lesen Sie hier

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