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Das Blatt wendet sich für Value-Anlagen

Das Blatt wendet sich für Value-Anlagen

09-12-2019 | Einblicke

Im nächsten Jahr werden Value-Investments wieder gefragt sein, nachdem sich der Anlagestil längere Zeit schwergetan hat, meint Portfoliomanager Josh Jones.

  • Josh Jones
    Josh
    Jones
    Portfolio Manager Boston Partners Asset Management

In aller Kürze

  • Der Faktor „Value“ hat elf Jahre lang schlechtere Ergebnisse abgeworfen als „Growth“
  • Eine Inversion der Zinskurve läutet traditionell einen neuen Zyklus ein
  • Im Februar 2020 dürfte voraussichtlich wieder ein Value-Zyklus einsetzen

Der Value Factor hat seit dem Ende der Finanzkrise im Jahr 2008 schlechter abgeschnitten als Growth. Auslöser für ein Comeback von Value war in der Vergangenheit die Inversion der US-Zinskurve, wenn längerfristige Anleihen eine geringere Rendite als kurzfristige aufweisen. Dies gilt traditionell als Vorbote einer Rezession.

Die Renditekurve nahm erstmals im Mai einen inversen Verlauf an. Die ersten Anzeichen dafür, dass sich Value-Aktien wieder besser entwickeln als Growth-Titel, waren einige Monate später, Mitte August, zu beobachten. Wenn der Konjunkturzyklus demselben Pfad folgt wie in früheren Fällen einer Inversion der Renditekurve – beispielsweise im Jahr 2000, als die Dotcom-Blase platzte, wird sich der Faktor Value ab Anfang nächsten Jahres stetig überdurchschnittlich entwickeln, erwartet Josh Jones.

„In der Vergangenheit tendierten Value-Anlagen dazu, sich im Anschluss an eine Inversion der Renditekurve kräftig zu erholen. Anschließend versuchen Growth-Titel erneut die Oberhand zu gewinnen, bevor Value am Ende wieder in Mode kommt,” sagt Josh Jones, Portfoliomanager des Boston Partners Global Premium Equities Fund.

„Im Jahr 2000 kam es im Januar zur Inversion der Renditekurve und Growth erlebte ein vorübergehendes Comeback. Doch drei Monate später, im April, erfolgte eine tiefgreifende Wende und ab September setzte dann der eigentliche Value-Zyklus ein. Value-Aktien und sogar zyklische Titel erhielten damals Auftrieb.”

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Neuer Value-Zyklus ab Februar?

„Ich glaube, dass derzeit grundsätzlich dasselbe geschieht. Im Mai erfolgte die Inversion der Zinskurve, im August erreichte sie ihren Tiefstand und in den nächsten zwei Monaten setzten Growth-Aktien zu einer Erholung an, die aber scheiterte. Bis 15. August haben sich unsere Anlagen in jedem einzelnen Sektor systematisch unterdurchschnittlich entwickelt. Seither jedoch haben wir eine systematische Outperformance in allen Bereichen außer dem Finanzsektor erzielt. Wenn sich die Dinge nach demselben Schema wie zuvor entwickeln, sind Value-Investments ab Februar nächsten Jahres wieder angesagt.“

Sich bis dahin zu gedulden, dürfte sich auszahlen, sagt Josh Jones. „Value-Anlagen haben sich nun elf Jahre lang schwächer entwickelt als Growth-Titel und aus unserer Sicht waren die letzten beiden Jahre verheerend. Tendenziell verhält es sich so, dass sich beim Value-Stil phasenweise eine Underperformance ergibt, die aber mehr als ausgeglichen wird, wenn das Pendel zurückschwingt.“

„Im Jahr 1999 hatte sich ein Rückstand von etwa 25 % aufgebaut, anschließend erzielte der Faktor Value eine Outperformance von 50 %. Zwischen 2000 und 2008 folgte auf einen Rückstand von 12 % eine Outperformance des Value-Faktors von 35-40 %. In der Vergangenheit entwickelte sich der Value-Zyklus tendenziell hervorragend, sobald er sich einmal etabliert hatte.“

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