germanyde
Die Zeichen stehen auf eine Lockerung der Geldpolitik

Die Zeichen stehen auf eine Lockerung der Geldpolitik

10-06-2019 | Einblicke

Die Markterwartungen bezüglich der Leitzinsen der Notenbanken sind wegen der anhaltend schwachen Weltwirtschaftslage und des Bruchs in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China deutlich zurückgegangen. Der Markt stellt sich jetzt darauf ein, dass die Notenbanken eine stärker akkommodierende Geldpolitik verfolgen werden. Und wir gehen davon aus, dass die Notenbanken diese Erwartung erfüllen werden.

  • Rikkert  Scholten
    Rikkert
    Scholten
    Portfolio Manager
  • Bob Stoutjesdijk
    Bob
    Stoutjesdijk
    Analyst
  • Martin van Vliet
    Martin
    van Vliet
    Analyst

In aller Kürze

  • Die Fed nimmt Kurs auf Zinssenkungen
  • Von EZB-Chef Draghi gibt es keine abschließende Maßnahme – bisher
  • China lockert seine Geldpolitik

Die australische und die neuseeländische Notenbank haben ihre Leitzinsen bereits gesenkt, und wir erwarten, dass die Fed schon bald ihrem Beispiel folgen wird. Wenn die Notenbanken nicht zuhören, wird der Markt sie wahrscheinlich zum Handeln zwingen.

Da sich der erwartete Renditeanstieg in Europa und Japan in den letzten Monaten ins Gegenteil verkehrt hat, sind die USA und der Dollar-Block mehr oder weniger die einzigen Staatsanleihemärkte in den Industrieländern, in denen es noch positive Renditen gibt. In diesem Umfeld wird wahrscheinlich jeder Anstieg der Renditen auf Staatsanleihen als Kaufgelegenheit angesehen werden. Daher haben wir eine positive Haltung zur Duration eingenommen.

Erhalten Sie regelmäßig die Robeco e-News
Erhalten Sie regelmäßig die Robeco e-News
Anmelden

Die Fed kann sich mit ihrer Zinspolitik immer noch wieder einen Schritt vor die Inflationsentwicklung setzen

Die Fed hat zwei Optionen: Sie kann entweder die Zinsen bald senken (entweder um 50 Basispunkte in einem Schritt oder um jeweils 25 Basispunkte im Juni und Juli), um die Erwartungen zu erfüllen, oder abwarten und eine Verschärfung der finanziellen Rahmenbedingungen riskieren, wenn risikobehaftete Vermögenswerten in großem Stil verkauft werden. Die heutige Fed befindet sich anscheinend weniger in Übereinstimmung mit den Märkten als ihre Vorgängerin. Deshalb besteht das Risiko, dass sie mit ihrer Geldpolitik weiter hinter der Inflationsentwicklung zurückbleiben könnte. Dies ist aber nicht unser Hauptszenario. Wir glauben, dass die Fed aus den Ereignissen vom Dezember gelernt hat und ihre Leitzinsen in überzeugender Weise senken wird. Andernfalls wird sie die Zinsen zu einem späteren Zeitpunkt wahrscheinlich stärker senken müssen.

Die EZB macht deutlich, dass eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik von der weiteren Entwicklung abhängt

EZB-Präsident Draghi äußerte sich nach der letzten Sitzung des EZB-Rats zurückhaltend in Bezug auf Zinserhöhungen, erfüllte die entstandenen Markterwartungen aber nicht in vollem Umfang.

Die Finanzmärkte haben seit der Pressekonferenz 3 Basispunkte der Zinssenkung „ausgepreist“. Wir halten es für angebracht, dass die Märkte eine Zinssenkung um mindestens 10 Basispunkte bis zum Jahresende weiter mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % einpreisen. Die Hürde für eine solche Zinssenkung durch die EZB ist unserer Ansicht nach niedriger als die für eine Wiederaufnahme von QE – die nur dann wahrscheinlicher wird, wenn es zu einer breit angelegten Rezession kommen sollte. Nach unserer Einschätzung würde eine Zinssenkung wahrscheinlich durch Maßnahmen wie z. B. ein abgestuftes Reservesystem flankiert werden, mit denen die Nebenwirkungen negativer Zinssätze auf das Bankensystem abgefedert werden sollen.

In China könnte es eine weitere, breiter angelegte Lockerung der Geldpolitik geben

Die Lockerung von Chinas Geldpolitik seit Jahresbeginn zielt anscheinend hauptsächlich darauf ab, die finanziellen Rahmenbedingungen für in Privatbesitz befindliche Unternehmen/KMU zu lockern. Während die Finanzmärkte in den nächsten 12 Monaten von weitgehend unveränderten Bedingungen am Interbankenmarkt für Pensionsgeschäfte ausgehen, sehen wir eher abwärts gerichtete Risiken. Vor diesem Hintergrund behalten wir unsere Positionierung mit Blick auf eine weitere Abschwächung des Renminbi bei, dessen Wechselkurs zum US-Dollar trotz größer werdender Zinsabstände einigermaßen stabil bei 6,90 liegt.

Logo

Disclaimer

Ich bestätige ein professioneller Kunde zu sein.

Die Informationen auf der nachfolgenden Website der Robeco Deutschland, Zweigniederlassung der Robeco Institutional Asset Management B.V., richten sich ausschließlich an professionelle Kunden im Sinne von § 67 Abs. 2 (WpHG) wie beispielsweise Versicherungen, Banken und Sparkassen. Die auf dieser Website dargestellten Informationen sind NICHT für Privatanleger bestimmt und entsprechen nicht den für Privatanleger maßgeblichen gesetzlichen Bestimmungen.

Wenn Sie kein professioneller Kunde sind, werden Sie auf die Privatkundenseite weitergeleitet.

Nicht Zustimmen