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Fünf Gründe, warum „Value Investing” mit aller Macht zurückkommen wird

Fünf Gründe, warum „Value Investing” mit aller Macht zurückkommen wird

24-03-2016 | Einblicke

Für „Value”-Anleger waren die letzten 18 Monate recht schwierig. Jetzt aber könnten fünf Katalysatoren dafür sorgen, dass sich der Wind dreht, meint US-Fondsmanager Mark Donovan.

  • Mark  Donovan
    Mark
    Donovan
    Chief Executive Officer at Boston Partners
  • David  Pyle
    David
    Pyle
    Portfolio Manager Boston Partners Large Cap Value

In aller Kürze:

  • Die Kurse von Substanz- oder „Value”-Aktien sind gefallen, da die Anleger teuren, defensiven Titeln den Vorzug gaben
  • Fünf Katalysatoren zeichnen sich ab – vom Ölpreis bis zu überraschenden Unternehmensgewinnen
  • Large-Cap-Aktien dürften bei der Trendumkehr die Führung übernehmen, sobald sich die Stimmung ändert

Vor dem Hintergrund der seit Jahresende 2014 kursierenden Befürchtungen über die Weltwirtschaft suchten und suchen Anleger, die gefühlte Sicherheit oder höhere Gewinne anstreben, teure, defensive Aktien und „glamouröse” Wachstumstitel. Der attraktivste Bereich, sogenannte Value- oder Substanzaktien, deren Kurse die Ertragskraft der dahinter stehenden Unternehmen nicht vollständig widerspiegeln, wird weitgehend gemieden.

Es könnten aber bessere Zeiten vor uns liegen, insbesondere was die großen etablierten Unternehmen angeht, die in den nächsten Monaten und Jahren beim Gewinnwachstum an der Spitze stehen könnten, sagt Donovan, Co-Portfoliomanager des Robeco Boston Partners US Large Cap Equities-Fonds.

Donovan, der seit vielen Jahren nach der Bottom-up-Methode in Value-Aktien investiert, praktiziert die Drei-Kreise-Philosophie von Boston Partners. Diese zielt darauf ab, nur Aktien von Unternehmen zu kaufen, die das zentrale Value-Element und zudem gute Fundamentaldaten und eine hohe geschäftliche Dynamik besitzen – Unternehmen, bei denen eine Verbesserung und keine Verschlechterung erwartet wird und die deshalb von steigenden Aktienkursen profitieren können.

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Marktverhalten in späten Zyklusphasen

„Das enge, durch Wachstumsaktien dominierte Marktumfeld der letzten 18 Monate kam unserem Anlagestil wenig entgegen”, stellt Donovan fest, der den US Large Cap Equities-Fonds zusammen mit David Pyle managt. „Das ist typisch für das Marktverhalten in späten Zyklusphasen, durch das häufig die Bedingungen für eine starke Umkehrbewegung – insbesondere in ungeliebten Bereichen – geschaffen werden. Inzwischen gibt es allerdings mehrere Marktkatalysatoren, die eine solche Umkehrbewegung beschleunigen könnten.”

Donovan sieht fünf wichtige Katalysatoren, die jetzt die Weichen zugunsten von „Value Investing” stellen könnten:

  • A bottoming in the oil price: This has hit the US energy sector hard, with looming bankruptcies, capital expenditure cuts and layoffs, as oil fell from a peak of USD 130 a barrel in 201Erreichen der Talsohle bei den Ölpreisen: Dass der Ölpreis von einem Höchstwert von 130 US-Dollar pro Barrel in 2014 in den letzten Monaten auf nur noch 26 US-Dollar gefallen ist, hat dem US-Energiesektor schwer zugesetzt und zu drohenden Insolvenzen, zur Kürzung von Investitionsausgaben und zu einem Stellenabbau geführt. Jetzt aber besteht die Aussicht, dass eine Reduzierung der Fördermengen durch OPEC-Länder und Nicht-OPEC-Länder die Ölpreise wieder steigen lassen wird.
  • Nachlassende Stärke des Dollars: Ein starker Dollar ist schlecht für US-Exporteure und kostete die im S&P enthaltenen Unternehmen nach Angaben von Fundstrat im letzten Jahr 9 US-Dollar Gewinn je Aktie – bei einer Gewinnbasis von ca. 118 US-Dollar. Wenn der Dollar allmählich an Stärke verliert, wird aus einem für die US-Unternehmen bisher negativen Faktor ein positiver Faktor werden.
  • Bewertungsabstand zwischen Value- und Wachstumsaktien: Von Empirical Research Partners erhobenen Daten zufolge ist der Bewertungsabstand zwischen Value- und Wachstumsaktien mit ca. 1,5 bis 2 Standardabweichungen vom Mittelwert derzeit recht hoch und kann nicht dauerhaft aufrechterhalten werden. Dies zeigt sich klar bei Unternehmen wie Facebook, Amazon, Netflix und Salesforce.com, die Ende 2015 3,3 Mal so hoch bewertet waren wie der Marktdurchschnitt. Eine Annäherung an den Mittelwert ist positiv für Value-Aktien.
  • Überraschende Gewinne von US-Unternehmen: Bei „Value Investing” geht es im Grunde genommen darum, Unternehmen auszuwählen, deren Gewinne höher sind, als dies in ihren Aktienkursen zum Ausdruck kommt. Viele „ungeliebte” Value-Unternehmen sorgen schließlich für positive Überraschungen und generieren eine Prämie für den Fonds. Wenn sich das Wirtschaftswachstum von seinem niedrigen Niveau im ersten Quartal 2016 erholen kann, wird es erhebliches Operating Leverage geben, was die Gewinne in vielen Branchen antreiben könnte.
  • Verzögerte Wirkung von Fed-Maßnahmen: In der Regel steigen die Märkte nach einer dreimonatigen Anpassungsphase im Anschluss an eine geldpolitische Maßnahme der US-Notenbank Fed. Da diese ihre Leitzinsen im Dezember 2015 zum ersten Mal seit fast zehn Jahren erhöht hat, sollte die Anpassungsphase im März oder April enden (s. unten stehende Grafik).

Gegenwärtige und zukünftige Stimmung

Eine Stimmungsumkehr könnte erhebliche Auswirkungen haben, vor allem weil viele Marktschwankungen durch übertriebene Befürchtungen über eine Wachstumsverlangsamung in China, eine Rezession in den USA und sogar eine weitere Finanzkrise verursacht wurden, meint Donovan. „Auch wenn die Wachstumserwartungen zweifellos zurückgeschraubt wurden, treten die schlimmsten Befürchtungen nur selten ein, und es gibt Gegenargumente gegen viele dieser Befürchtungen. Bspw. hat der niedrige Ölpreis nicht nur Nachteile, sondern auch Vorteile”, fügt er hinzu.

„Häufig wird das Marktgeschehen durch die Stimmung geprägt, die gegenwärtig sehr negativ auf Bedenken über eine Verlangsamung des Weltwirtschaftswachstums und die Möglichkeit einer Wirtschaftskrise reagiert. Bestimmte Segmente des US-Markts wie Banken, Rohstoff- und Industrieunternehmen werden aktuell aber so bewertet, als ob es eine ausgeprägte Rezession geben würde. Daraus ergeben sich nach dem Drei-Kreise-Ansatz Anlagemöglichkeiten im Finanz-, Industrie- und Energiesektor, die Boston Partners selektiv wahrnimmt.”

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