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Ausblick für China 2021: Das Jahr auf dem richtigen Fuß begonnen

Ausblick für China 2021: Das Jahr auf dem richtigen Fuß begonnen

27-01-2021 | Einblicke
Trotz der Schäden infolge der Coronavirus-Krise hat China das Jahr 2021 weit dynamischer begonnen als 2020. Da die Konjunkturerholung an Schwung gewinnt und die politischen Spannungen mit den USA sich etwas abschwächen, bleiben wir für die nächsten Monate optimistisch.
  • Jie Lu
    Jie
    Lu
    Head of Investments China

In aller Kürze

  • Wirtschaftswachstum dürfte 2021 solide bleiben
  • Robuste Inlandsnachfrage und Erholung der Industrie sollten Wachstum beflügeln
  • Langfristige Wachstumsaussichten weiterhin intakt, hochwertiges Wachstum sollte dominieren

Nach einem turbulenten, aber immer noch positiven Jahr 2020 dürfte die chinesische Wirtschaft 2021 weiterhin mit solidem Tempo wachsen. Dafür sprechen die anhaltende Erholung der Inlandsnachfrage und eine künftige Erholung der Weltkonjunktur nach dem Coronavirus-Schock im März und April 2020. Nachdem China das erste Land war, das von der Coronavirus-Pandemie betroffen war, gelang es der chinesischen Regierung relativ rasch, die Ansteckungen unter Kontrolle zu bringen. Seit Anfang des zweiten Quartals 2020 führt China die konjunkturelle Erholung an.

2021 wird das Wachstum in China durch eine günstige Mischung aus Konsumaufschwung und Erholung der Industrie gestützt

2021 wird das Wachstum in China durch eine günstige Mischung aus Konsumaufschwung und Erholung der Industrie gestützt. Die Indikatoren für das Geschäftsvertrauen im Produzierenden Gewerbe haben sich deutlich von den Tiefständen Anfang 2020 erholt. Zudem gibt es auch bei den Produktionspreisen nach Monaten des Rückgangs Hinweise auf eine Stabilisierung. Damit gelangen die

Unternehmensgewinne in der Industrie wieder in den Bereich positiven Wachstums. Unterdessen befand sich die Sparquote der privaten Haushalte in den ersten neun Monaten des Jahres 2020 auf einem Rekordniveau von 37 % (32 % im selben Zeitraum der Jahre 2019 und 2018). Eine Normalisierung der Sparquote nach der Pandemie sollte sich positiv auf die Inlandsnachfrage auswirken. Die zunehmende Verbreitung von E-Commerce und der verstärkte Inlandskonsum infolge einer Reduzierung von Auslandsausgaben der Chinesen für Dinge wie Reisen, Studienaufenthalte oder Luxusgüter kommt dem Binnenmarkt zugute und sollte der Erholung der Konsumnachfrage weiteren Schub verleihen.

Grafik 1: Allmähliche Rückkehr zu normalem Aktivitätsniveau

Quelle: Morgan Stanley Research; Stand: Dezember 2020

Nach anfänglicher Verlangsamung während der strikten Lockdown-Phase Anfang 2020 hat sich das Umsatzwachstum im Online-Einzelhandel rapide beschleunigt. Aktuell befindet es sich wieder auf einem normalen Niveau von rund 15 % wie vor der Pandemie. Außerdem deuten viele Indikatoren wie zum Beispiel Kinobesuche und Belegungsquoten in Hotels darauf hin, dass sich die Konjunktur fast wieder auf Vorkrisenniveau befindet, nachdem sie im Februar 2020 drastisch eingebrochen war und sich im zweiten und dritten Quartal sehr kräftig erholt hatte.

Im folgenden Jahr dürften sich auch die Exporte positiv bemerkbar machen, da andere Länder im Jahr 2020 stärker von der Pandemie betroffen waren und sich weiter erholen werden. Unterstützt durch die abrupte Wende in China hat die Exportindustrie des Landes 2020 an Marktanteilen gewonnen, und das trotz der Stärke des Renminbis. Während im laufenden Jahr Impfstoffe gegen das Coronavirus verfügbar werden und die entwickelten Volkswirtschaften weiter wachsen, sollte die gesamte Nachfrage nach chinesischen Exportgütern hoch bleiben, auch wenn China die 2020 gewonnenen Marktanteile möglicherweise nicht ganz halten kann.

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Grafik 2: Chinesische Exporte profitieren von Coronavirus-Krise

Quelle: Research von Morgan Stanley

Während sich die konjunkturelle Situation weiter verbessert, sollte die chinesische Regierung ihre außerordentlichen Anreizmaßnahmen verringern, mit denen sie 2020 die Coronavirus-Krise bekämpft hat. Das staatliche Haushaltsdefizit wird voraussichtlich von geschätzten 15,4 % im Jahr 2020 auf 12 % im laufenden Jahr sinken. Gleichzeitig sollte sich das Wachstum der Kreditvergabe abschwächen, da die Konjunkturerholung in ein reiferes Stadium eintritt und die Geldpolitik weniger stimulierend wird. In Betracht kommt auch eine geringfügige Straffung der Geldpolitik.

Anhaltende Spannungen mit den USA

Auch wenn die Wahl von Joseph Biden zum US-Präsidenten eine gewisse Entspannung bei den Beziehungen zwischen China und den Vereinigten Staaten mit sich bringen könnte, wird die langfristige Rivalität zwischen den beiden Ländern wahrscheinlich fortbestehen. Unter Präsident Biden ist eine Verschärfung des Handelskonflikts weniger wahrscheinlich, da er voraussichtlich einen umfassenderen, besser vorhersehbaren und stetigeren Ansatz verfolgen wird. Doch wird der Wettbewerb intensiv bleiben und Biden könnte es gelingen, Verbündete im Westen für sein Vorhaben zu gewinnen, China einzuhegen.

Unter Präsident Biden ist eine Verschärfung des Handelskonflikts weniger wahrscheinlich. Doch wird der Wettbewerb intensiv bleiben

China und die USA werden sich nochmals mit ihrem Handelsabkommen beschäftigen müssen, wir rechnen aber nicht bald damit. Zum einen sind die im Phase 1-Abkommen vereinbarten Ziele schwer zu erreichen, zum Teil aufgrund der Coronavirus-Krise. Seit dem zweiten Quartal 2020 hat China die Käufe von Industrie- und Agrarprodukten sowie Energieträgern aus den USA erhöht. Dies entspricht aber lediglich 40 % des Ziels für den Zeitraum Januar bis September im Jahr 2020. Das wird wahrscheinlich nicht zu einem Rückgang der Zölle führen, könnte aber Gespräche über künftige Abkommen verzögern.

Aus längerfristiger Perspektive könnten Bidens Pläne in punkto Nachhaltigkeit bei der chinesischen Regierung größeren Anklang finden, auch wenn seine Vorhaben letztlich auf begrenzten Haushaltsspielraum treffen dürften. Auf der anderen Seite dürfte die Rivalität im Technologiesektor anhalten. Auch wenn die Regierung unter Präsident Biden Restriktionen in unkritischen Bereichen des Technologiesektors nachsichtiger handhaben könnte, werden gewisse Restriktionen fortbestehen. Dies unterstreicht, dass China in Zukunft diesbezüglich autarker werden muss.

Mit dem Ziel, seine Abhängigkeit von den USA in den Bereichen Handel und Technologie zu reduzieren, ist China kürzlich der Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) beigetreten, der größten Freihandelszone der Welt. Dieser Schritt sollte China dabei helfen, seine Position in Asien zu stärken. Die RCEP umfasst mehr als ein Dutzend Länder Nord- und Südostasiens sowie Australien und Neuseeland. Die Zone repräsentiert rund 30 % der Weltbevölkerung, 30 % der globalen Wirtschaftsleistung und 28 % des Welthandels.

Chinas Ziel besteht darin, sich den zunehmenden Spannungen mit den USA in gewissem Umfang zu entziehen, in dem es sich andere Partner wie Japan und Südkorea sucht. Das ist von besonderer Bedeutung für Bauteile von kritischer Bedeutung, insbesondere in der Halbleiterbranche, die China im Ausland beschaffen muss, wenn es technologisch unabhängig werden will. Mit dem Beitritt zur RCEP sendet China ein starkes Signal aus. Damit sind erstmals Japan, Südkorea und China demselben Handelsabkommen beigetreten.

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