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Wirtschaftsführer absolvieren ein Brainstorming zur nachhaltigen Zukunft beim „SI Explore“-Event

Wirtschaftsführer absolvieren ein Brainstorming zur nachhaltigen Zukunft beim „SI Explore“-Event

27-07-2020 | Einblicke
Unternehmensführer müssen auf den Nachhaltigkeitszug aufspringen, mehr mit Investoren zusammenarbeiten, sich der jungen Generation öffnen und erkennen, dass alles der Natur untergeordnet ist. Das war die aufrüttelnde Botschaft des SI Explore-Forums von Robeco, auf dem Wirtschaftsführer darüber diskutierten, wie sich die Covid-19-Pandemie auf das Thema Nachhaltigkeit auswirkt.

In aller Kürze

  • Digitales Event thematisiert die Herausforderungen bei der Erholung nach der Covid-19-Pandemie  
  • Hauptredner teilen ihre Vorstellungen von einer nachhaltigen Zukunft 
  • Kernbotschaften: Wir legen uns mit der Natur an und sie schlägt zurück 

Das Hauptthema des erstmals vollständig digitalen Events unter Einbeziehung von Gästen, die noch von zuhause aus arbeiten, war die Frage, wie sich die globale Pandemie auf die zukünftige Welt auswirkt und welche Herausforderungen mit der Bewerkstelligung einer nachhaltigen Erholung verbunden sind.  

Die Frage, was dies jetzt für Unternehmen und Investoren bedeutet, wurde von vier herausragenden Vertretern der Wirtschaft, der Forschung und der Anlagebranche diskutiert – gemeinsam mit zwei Nachhaltigkeitsexperten von Robeco. Mehr als 300 Zuschauer verfolgten die Veranstaltung, die von Erika van der Merwe und dem Head of Sustainability Integration, Masja Zandbergen, moderiert wurde. 

Ohne um den heißen Brei herumzureden, sagte der frühere CEO von Unilever, Paul Polman, dass das Corona-Virus und das größere Problem der Bewältigung des Klimawandels zeigen, dass es an der Zeit ist anzuerkennen, wie die Natur zurückschlägt. Polman ist inzwischen Mitgründer von Imagine, eine Stiftung, die auf die Kooperation von Unternehmen zwecks Bewerkstelligung systemischen Wandels fokussiert ist. 

Von Genf aus zugeschaltet sagte er: „Wir zündeln an den Grenzen der Umwelt. Die Natur schickt uns die Quittungen dafür. Und es ist nicht so, dass die Wirtschaft die Natur dominiert: tatsächlich ist die Wirtschaft quasi ein 100%iges Tochterunternehmen der Natur.“ 

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Seien Sie kein Dinosaurier

„Meine Botschaft an die CEOs ist sehr einfach: der Zug ist bereits unterwegs. Wenn Sie nicht sehr rasch aufspringen, droht Ihnen bald das Schicksal der Dinosaurier. Man kann beobachten, dass dies bereits geschieht. Die durchschnittliche Lebensdauer börsengehandelter Unternehmen sinkt. Die durchschnittliche Anstellungsdauer des CEO sinkt ebenfalls.“ 

„Wir haben vielerorts schlicht nicht die richtige Führung oder die richtigen Geschäftsmodelle. Mittlerweile finden sich überwältigende Belege dafür, dass Unternehmen, die ESG-Aspekte stärker integriert haben – sei es in Bezug auf Klimawandel, Diversität oder Verantwortung für die Lieferkette – auch in finanzieller Hinsicht besser abschneiden.“  

„Wenn also Unternehmer argumentieren, dass ihre treuhänderische Verpflichtung gegenüber ihren Aktionären gilt und sie deren Rendite maximieren müssen, dann muss ich sagen, dass die Realität sie zwingt, ihr Unternehmen weit stärker nach ESG-Kriterien zu führen zu beginnen, da mittlerweile überwältigende Belege dafür vorliegen, dass dies eine höhere Rendite abwirft.“ 

Katalysator des Wandels

Bei der Bewältigung bedeutender Herausforderungen wie der Covid-19-Pandemie und des Klimawandels ist eine weit größere Zusammenarbeit entscheidend, sagte Adam Matthews, Direktor für Ethics & Engagement im Pensions Board der Church of England. Er ist außerdem Co-Vorsitzender der Transition Pathway Initiative, die darauf hinarbeitet, CO2-intensive Unternehmen von fossilen Brennstoffen abzubringen. 

Von Edinburgh aus sagte er: „Die derzeit stattfindenden Veränderungen erfolgen nicht in dem Tempo, das der Botschaft der Wissenschaft angemessen ist. Die Wissenschaft gibt uns den Weg vor zur Erholung nach der Covid-19-Pandemie. Die Wissenschaft läutet alle Alarmglocken in Bezug auf den Klimawandel. Doch derzeit reagieren wir als Gesellschaft darauf nicht ausreichend.“ 

„Was jetzt allerdings anders ist, ist die Tatsache, dass es unterschiedliche Kooperationen verschiedener Institutionen gibt, die sonst nicht zwangsläufig zusammenarbeiten, die nun aber ein gemeinsames Ziel verfolgen können, sei es in der Wirtschaft, in der Investmentbranche oder in der breiten Zivilgesellschaft.“ 

„Wenn man eine solche Zusammenarbeit zwischen diesen Institutionen erreicht, kann man aus meiner Sicht Veränderungen außerhalb der Prozesse auf Regierungsebene auf eine Weise bewirken, die zuvor nicht möglich war. 

Reporting verbessern

Ein großer Fortschritt wäre die Anhebung der Standards beim Nachhaltigkeits-Reporting auf dasselbe Niveau wie bei normalen Finanzkennziffern, sagte Carlos Joly, Fellow am Cambridge Institute for Sustainable Leadership. 

Von Sardinien aus sagte er: „Wir wissen, wie man Finanzdaten publiziert: Wir publizieren sie in zig Varianten, bereiten Sie feinsäuberlich auf und so weiter und so fort. Was wir tun müssen, ist ESG-Reporting und wir müssen lernen, dies auf demselben Niveau zu tun wie beim Finanzreporting. 

„Ich würde mir wünschen, dass Fonds aus dem Bereich nachhaltiger Geldanlage eine Umwelt- und Sozialdividende publizieren und berechnen, wie sich das Portfolio tatsächlich auf die Bedingungen in der Gesellschaft oder am Arbeitsplatz auswirken. Sie sollen nicht nur ermitteln, wieviel CO2-Emissionen mit dem Portfolio verbunden sind, sondern auch wieviel Abfall und wieviel Wasser verwendet wird.“ 

„Und wieviel Steuern von den Unternehmen im Portfolio gezahlt werden. Wir alle investieren sehr gerne im Hightech-Sektor. Doch betrachtet man Hightech-Portfolios und schaut, wieviel Steuern sie an die Gesellschaft entrichten, ist der Betrag lächerlich gering.“ 

Auf die junge Generation hören

Ein Teil der Gesellschaft, der gewöhnlich ignoriert wird, sind junge Menschen und Millennials, die „erfahrenen“ Leuten einiges über Nachhaltigkeit beibringen können, sagte Talitha Muusse, eine Generationenexpertin und Mitglied des Aufsichtsrats von MVO Nederland, einer niederländischen Organisation für Corporate Social Responsibility. 

Vom Büro in Rotterdam aus sagte sie: „Ich glaube, dass wir junge Menschen mehr strategisch einbeziehen sollten. Wir verpassen eine Chance, wenn wir nicht die Perspektive einer ganz anderen Generation nutzen. Meine Generation kann außerdem andere Kompetenzen einbringen.“ 

Research und Integration

Die Ansichten von Robeco zur nachhaltigen Zukunft wurden von den Co-Moderatorinnen Masja Zandbergen und Chief Operating Officer Karin van Baardwijk dargelegt. „Ich kann unsere Sicht auf Nachhaltigkeit in zwei zentralen Begriffen zusammenfassen: der eine ist Research und der andere ist Integration“, sagte Masja Zandbergen.  

„Im Hinblick auf Nachhaltigkeit verfügen wir über 36 erfahrene Researchspezialisten. Sie arbeiten mit den Investmentteams zusammen, die alle diese Informationen in ihre Anlageentscheidungen integrieren. Die Integration ist dabei von entscheidender Bedeutung, denn wenn jeder etwas beisteuert, vervielfältigt man die Hirnleistung und dann erhält man die besten Ergebnisse, die besten Ideen und ein Höchstmaß an Innovation.“ 

Aus der Perspektive des Senior Management sagte Karin van Baardwijk: „Als Assetmanager kann man auf die Covid-19-Pandemie aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln schauen: aus der Anlegerperspektive und aus der Unternehmensperspektive. Doch insgesamt besteht der Hauptunterschied darin, dass sich der Fokus schrittweise vom „E“ in ESG auf das „S“ verlagert, also die sozialen Aspekte in den Unternehmen, in die wir investieren.“ 

„Wie die Unternehmen in unseren Portfolios auf die Covid-19-Pandemie reagieren, verrät eine Menge über ihren allgemeinen Ansatz in Bezug auf Nachhaltigkeit. Das wichtigste dabei ist, als leuchtendes Beispiel voranzugehen.“  

Sehen Sie sich die inspirierende Talkshow an

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