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„Wir gehen bei der Auswahl von Themen für eine aktive Einflussnahme als Aktionäre sehr strukturiert vor“

„Wir gehen bei der Auswahl von Themen für eine aktive Einflussnahme als Aktionäre sehr strukturiert vor“

03-04-2018 | Einblicke

Das Active Ownership-Team von Robeco hat für 2018 fünf neue Themen für eine aktive Einflussnahme ausgewählt. Die Leiterin des Teams, Carola van Lamoen, erklärt, warum diese Themen ausgewählt wurden und welche Herausforderungen es gibt, wenn man Unternehmen dazu bewegen will, sich zu verbessern.

  • Carola van Lamoen
    Carola
    van Lamoen
    Head of Sustainable Investing

Was sind Robecos Themen für eine aktive Einflussnahme als Aktionäre für 2018? Warum wurden diese Themen gewählt? Basieren sie darauf, wo Robeco die meisten Investments hat?

Wir gehen bei der Auswahl von Themen für eine aktive Einflussnahme als Aktionäre sehr strukturiert vor. Wir bitten unsere Portfoliomanager und Analysten und die auf Sustainable Investing spezialisierten Research-Teams von RobecoSAM um Input und verbinden diesen Input mit den Ideen der „Engagement“-Spezialisten in meinem Team. Wir fragen unsere Kunden, welche Themen sie für besonders wichtig halten, und stellen auf Basis des gesamten Inputs eine ausgewogene Mischung von in finanzieller Hinsicht wesentlichen Themen zusammen. Außerdem orientieren wir uns bei den Themen für eine aktive Einflussnahme so weit wie möglich an den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung („SDGs“). Am Ende dieses Prozesses stehen fünf Themen.

Das erste betrifft mit dem Klimawandel zusammenhängende Herausforderungen. Hier nehmen wir die weltweit größten CO2-Emittenten ins Visier. Beim zweiten Thema geht es darum, Ernährungssicherheit mit Agrarchemie-, Saatgut- und Kunstdüngerherstellern zu erörtern. Das dritte Thema ist Cybersicherheit. Hier konzentrieren wir unsere Anstrengungen auf diesbezüglich anfällige Unternehmen aus dem Informations- und Kommunikationstechnologiesektor sowie aus konsumnahen Sektoren. Das vierte Thema ist gute Unternehmensführung, wo wir uns u. a. Unternehmen aus Brasilien und China ansehen. Das fünfte Thema ist die Abfallbeseitigung, und zwar insbesondere in der Technologie- und Solarenergiebranche.

Aktuelle Einblicke zum Thema Nachhaltigkeit
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Hängt die Fokussierung auf den Klimawandel mit Robecos neuen Richtlinien hierzu oder mit dem Bekenntnis zu den SDGs zusammen?

Unsere Richtlinien zum Klimawandel zielen auf eine Verringerung der diesbezüglichen Risikoexposition unserer Investments ab. Wir gehören zu einer weltweiten Gruppe von 225 Investoren, die sich zusammengeschlossen haben, um mit den 100 größten CO2-Emittenten der Welt in einen Dialog einzutreten. Im Rahmen dieser als „Climate Action 100+“ bezeichneten Initiative übernehmen wir eine führende Rolle bei der aktiven Einflussnahme auf einige dieser Unternehmen. Zudem werden wir gemeinsam mit anderen auf Hauptversammlungen einiger Unternehmen Vorschläge zur Begrenzung der Klimaerwärmung auf unter 2 °C und zur Reduzierung von Methanemissionen einbringen.

Warum nehmen Sie beim Thema Abfallreduzierung Technologie- und Solarunternehmen ins Visier? Warum nicht Unternehmen, die Kunststoffe herstellen oder damit die Umwelt verschmutzen?

Wir werden uns insbesondere auf den Übergang zu Kreislauf-Geschäftsmodellen konzentrieren, sodass Abfall erst gar nicht entsteht. Bei der Herstellung von Sonnenkollektoren ist Giftmüll nach wie vor ein Problem. Bisher haben wir bei Sonnenkollektoren einen linearen Produktzyklus: Am Ende ihrer Nutzungsdauer werden sie entsorgt statt recycelt. Bei ihrer Entwicklung war eine Wiederverwertung ohnehin nie vorgesehen. Sonnenkollektoren sind nicht biologisch abbaubar. Wie soll man sie dann entsorgen? Wir wollen nicht, dass sie an einem Strand irgendwo in Indien angeschwemmt werden. Wenn Unternehmen mit einem geeigneten Ansatz bereits bei der Herstellung eine spätere Wiederverwertung berücksichtigen, kann dieses Problem verringert werden. Hier orientieren wir uns auch am SDG zu verantwortungsvollem Konsum und Herstellung.

Verschärft sich Ihrer Meinung nach das Problem der Cybersicherheit? Welche Unternehmen sind von Cyberkriminalität besonders bedroht?

Cloud-Computing und die sozialen Medien führen dazu, dass auf IT-Systemen überall auf der Welt immer mehr Daten gespeichert werden: 90 % der heute weltweit existierenden Daten wurden in den letzten beiden Jahren generiert. Es gibt viel mehr Versuche, diese Daten durch Hackerangriffe zu stehlen. Die Sicherheitsanforderungen nehmen zu, aber die Fähigkeiten der Hacker und ihre Anreize, wertvollere Daten zu stehlen, nehmen noch rascher zu als die Fähigkeiten von Unternehmen, auf diese Bedrohungen zu reagieren. Bei der Ausübung einer aktiven Aktionärsrolle auf diesem Gebiet werden wir uns auf den Informations- und Kommunikationssektor sowie auf konsumnahe Sektoren konzentrieren. Einzelhandelsunternehmen haben ihr Online-Geschäft deutlich ausgeweitet, während Banken offensichtlichen Sicherheitsrisiken ausgesetzt sind.

Warum konzentrieren Sie sich im Hinblick auf die Verbesserung der Unternehmensführung auf brasilianische und chinesische Unternehmen? Wonach genau suchen Sie?

Es gibt hier keinen gemeinsamen Nenner. Bei vielen Vorschlägen, die wir von Kunden und den Investment-Teams erhalten, geht es aber darum, in den Schwellenländern Verbesserungen auf dem Gebiet der Unternehmensführung zu erreichen. Wir sehen hier sehr viel Luft nach oben. Die Qualität der Unternehmensführung in den Industrieländern unterscheidet sich von der in den Schwellenländern. Das betrifft zur Verbesserung der Publizität erforderliche Strukturen, die Stärkung von Aktionärsrechten und Ähnliches. Bei unseren Spezialisten für aktive Einflussnahme in Asien stehen insbesondere Fragen der Unternehmensführung im Fokus. Von Anlegern, Regierungen und anderen Interessengruppen ausgeübter Druck hat schon in mehreren Ländern zu einer Verbesserung von Unternehmensführungsstandards geführt. Aber es gibt hier immer noch viele Herausforderungen.

Ist Ernährungssicherheit wieder ein großes Thema? Hat es nicht in den letzten Jahren beachtliche Fortschritte in Bezug auf Palmöl, Kakao und die Reduzierung von Kunstdüngereinsatz gegeben?

Dieses Thema steht immer noch auf der Tagesordnung. Wir haben zwar große Fortschritte gemacht, aber die Ernährungssicherheit ist – so wie der Klimawandel – nach wie vor ein großes globales Problem. Der Wetterverlauf mit Dürren und Überschwemmungen wird negative Folgen für Bauern in den Schwellenländern haben. Hinzu kommt die Verstädterung in Ländern mit niedrigen Einkommen. Eine Weltbevölkerung, die bis zum Jahr 2050 auf 10 Milliarden Menschen anwachsen wird, treibt maßgeblich die Nachfrage nach Nahrungsmitteln an. Es gibt also sehr viel Verbesserungspotenzial. Wir sprechen mit Agrarchemie-, Saatgut- und Kunstdüngerherstellern darüber, was sie zur Entwicklung von Lösungen zur Steigerung der landwirtschaftlichen Erträge beitragen können. Eine besondere Zielsetzung ist dabei die Förderung von Kleinbauern. Ähnlich wie bei der Abfallbeseitigung kam auch hier von einem Kunden der ausdrückliche Wunsch, sich dieser Sache anzunehmen. Und das ganze Thema steht mit dem UN-Ziel der Ernährungssicherung in Einklang.

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