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Verbrauchertrends 2018: Plattformen, Bezahldienste, Computerspiele

Verbrauchertrends 2018: Plattformen, Bezahldienste, Computerspiele

29-01-2018 | Einblicke

Niedrige Arbeitslosigkeit, steigende Löhne und Gehälter sowie hohes Verbrauchervertrauen sollten den Konsum 2018 weltweit ankurbeln. Die „Trend-Investoren” Jack Neele und Richard Speetjens interessieren sich vor allem für die Zunahme des digitalisierten Verbrauchs und die besser werdenden Rahmenbedingungen für Verbraucher in den Schwellenländern. Für starke Marken wird das Marktumfeld schwieriger.

  • Jack  Neele
    Jack
    Neele
    Portfolio Manager
  • Richard  Speetjens
    Richard
    Speetjens
    Portfolio Manager

In aller Kürze

  • Für den digitalisierten Verbraucher heißt es: Volle Kraft voraus!
  • Verbraucher in den Schwellenländern profitieren von stärkerem Weltwirtschaftswachstum
  • Starke Marken: Überleben der Stärksten

Für 2018 erwartet der Markt eine bessere gesamtwirtschaftliche Entwicklung. Da die Schwellenländer von freundlicheren weltweiten Wachstumsaussichten profitieren dürften, werden sie ihr überdurchschnittliches Wachstum wahrscheinlich fortsetzen können. Die Konsumausgaben sollten von niedriger Arbeitslosigkeit, steigenden Löhnen und Gehältern sowie hohem Verbrauchervertrauen profitieren. Die Märkte werden durch solides Gewinnwachstum angetrieben werden.

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Digitale Plattformen: dominierend – dominierender – am dominierendsten

Ausgehend von den Fundamentaldaten sind die Aussichten für riesige digitale Plattformen besonders erfreulich. Starke Plattformen werden dank des Netzwerkeffekts noch stärker werden: Je mehr Menschen eine Plattform nutzen, desto wertvoller wird sie. Ein gutes Beispiel dafür ist die chinesische App WeChat, die auch als „App für alles” bezeichnet wird. Sie bietet viele Funktionen und Plattformen wie Kurzmitteilungs- und Bezahldienste, eine Funktion, um Arzttermine zu vereinbaren, Taxis zu buchen und vieles, vieles mehr. Dadurch wird die App zum Teil des täglichen Lebens ihrer Nutzer, und es ist sehr schwierig für kleinere Nischenanbieter, damit zu konkurrieren. Die großen Plattformen verfügen zudem über sehr viel Kapital, das sie investieren können, um ihre Wettbewerbsvorteile zu zementieren. Wir behalten die Entwicklung in Bezug auf Datenschutzbestimmungen im Auge, da sich diese auf Plattformen im Allgemeinen auswirken können.

Digitale Bezahldienste sind ein wachsender Wirtschaftszweig mit immer noch geringem Verbreitungsgrad. Die Zahl der sog. digitalen Geldbörsen nimmt bspw. rasant zu. Das sind elektronische Geräte, mit denen man elektronisch Geschäfte abwickeln und z. B. mit einem Computer online oder mit einem Smartphone in einem Laden einkaufen kann. Um seinen Kunden die gesamte Bandbreite von Bezahldiensten anbieten zu können, muss sich jedes Unternehmen mit einem Anbieter wie Square, Apple Pay, Paypal oder Android Pay zusammentun.

Ein weiterer Wachstumstrend ist die Verbindung von Bezahldiensten mit einer sozialen Komponente. Ein Beispiel sind kostenlose digitale Geldbörsen, mit denen man Zahlungen gemeinsam mit Freunden ausführen oder an diese weiterleiten oder Taxi-Rechnungen aufteilen kann und vieles mehr. So sind Bezahldienste für Plattformen eine Möglichkeit, den Kreis zu schließen und über ihre Funktion als soziale Medien hinaus zu expandieren. Das ist eine der Stärken chinesischer Internet-Plattformen: Mit ihren Bezahlfunktionen können sie wesentlich mehr Daten sammeln als westliche Plattformen. Wir gehen davon aus, dass Letztere dem Beispiel ihrer chinesischen Pendants folgen werden.

Worauf es ankommt, ist technologische Innovation!

2018 und darüber hinaus erwarten wir sehr viele technologische Innovationen in der Computerspiele-Branche, vor allem in den Bereichen künstliche Intelligenz, virtuelle und erweiterte Realität sowie Internet der Dinge. Wir haben viele Technologieunternehmen besucht und erwarten, dass diese Innovationen über Computerspiele hinausgehen und einige neue Geschäftsmöglichkeiten hervorbringen werden.

Im Fernsehmarkt rechnen wir damit, dass sich die Ausbreitung alternativer Streaming-Dienste fortsetzen wird. In letzter Zeit hat es sehr viele Fusionen und Übernahmen gegeben. Den jüngsten Coup hat dabei Walt Disney mit dem Erwerb von großen Teilen von 21st Century Fox gelandet. Der Disney-Konzern will seine Angebotspalette erweitern und einen eigenen Streaming-Dienst an den Start bringen, um sich dem Wettbewerb mit Netflix besser stellen zu können. Nur die relevanten Kabelnetzbetreiber werden überleben, vor allem in den USA.

Bessere Aussichten für die Verbraucher in den Schwellenländern

Zum ersten Mal seit Jahren beurteilen große Verbrauchsgüterunternehmen bspw. aus der Lebensmittelbranche die Wachstumsaussichten für die Schwellenländer positiver. Da die Erholung der Weltwirtschaft anscheinend andauert, erwarten wir 2018 eine überdurchschnittlich starke Zunahme des Verbrauchs in den Schwellenländern.

Starke Marken müssen relevant bleiben

Für starke Marken werden die Marktbedingungen immer komplexer. Da sich Vertrieb und Werbung in zunehmendem Maße auf mehrere Absatzkanäle – darunter soziale Medien und Streaming-Dienste – erstrecken, ist es schwierig, im Bewusstsein der Verbraucher relevant zu bleiben. Die Auslagerung des Markenmanagements an Werbeagenturen entwickelt sich rückläufig, weil sich immer mehr Unternehmen selbst darum kümmern. Dieser Trends gibt den ganz starken Marken einen klaren Wettbewerbsvorsprung.

Zwei Dinge, auf die man achten sollte: Bewertung und Zinssätze

Als wachstumsorientierte Anleger beobachten wir Bewertungen sorgfältig. Sie sind aber kein dominierender Faktor im Rahmen unserer Anlagepolitik. Wir behalten ein Investment meist solange, wie wir seine fundamentale Wettbewerbsposition zuversichtlich beurteilen. Die Bewertungen sind hoch, aber das gilt auch für das Gewinnwachstum. Bei Gewinnwachstum rar ist, sind Anleger normalerweise bereit, für Wachstum und Beständigkeit Kursaufschläge zu zahlen.

Ein weiterer Faktor, den man im Auge behalten sollte, sind mögliche Zinserhöhungen. Sie können sich auf verschiedene Weise auf Investments auswirken. An einem Ende des Spektrums gibt es hoch bewertete Unternehmen, deren Bewertung bei einem Anstieg der Zinssätze nach unten korrigiert werden muss. Am anderen Ende befinden sich defensive Unternehmen, von denen Anleger auf der Suche nach Rendite angezogen wurden, die aber für diese Anleger möglicherweise an Glanz verlieren werden. Doch i. d. R. werden die Zinssätze dann erhöht, wenn sich das Wirtschaftswachstum beschleunigt. Und das ist gut für die Konsumausgaben.

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