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Finanztechnologie: Der Robin Hood des Zahlungsverkehrs?

Finanztechnologie: Der Robin Hood des Zahlungsverkehrs?

10-09-2015 | Einblicke

Der Musiksektor ist durch Technologie grundlegend verändert worden. Airbnb hat sich im Beherbergungsgewerbe etabliert. Und die vielleicht bemerkenswerteste technologische Veränderung ist Ubers Frontalangriff auf die Taxi-Branche. In den genannten Wirtschaftszweigen sorgen Technologieunternehmen für einen „Robin-Hood-Effekt”. Ist der Zahlungsdienstesektor als nächstes an der Reihe?

  • Jeroen van Oerle
    Jeroen
    van Oerle
    Portfolio Manager
  • Patrick  Lemmens
    Patrick
    Lemmens
    Portfolio Manager

In aller Kürze:

  • Neue Technologien machen Zahlungen billiger, schneller und sicherer
  • Globale Zahlungsdienstanbieter wie Visa, MasterCard und American Express sollten davon profitieren
  • Herausgeber und Hersteller von Zahlungskarten und elektronischen Kassensystemen dürften dagegen zu den Verlierern gehören

Das Prinzip ist einfach: Überall dort, wo die Margen hoch und die Kunden unzufrieden sind und die etablierten Unternehmen nicht die von ihren Kunden gewünschten Veränderungen vornehmen, übernehmen Technologieunternehmen das Feld. Wir glauben, dass bestimmte Bereiche der Finanzindustrie tatsächlich als nächste von einem technologischen Umbruch betroffen sein werden. Dieser wird allerdings nicht das gesamte „Ökosystem” erfassen. Die Wertschöpfungskette wird zunehmend fragmentiert.

Bei der Betrachtung der Folgen technologischer Veränderungen in Sektoren wie dem Unterhaltungs- und Beherbergungsgewerbe oder in der Taxi-Branche zeigt sich, dass diesen eine Entwicklung gemeinsam ist, die man als „Robin-Hood-Effekt” bezeichnen könnte. Damit meinen wir, dass ein großer Teil der Margen auf die angebotenen Waren oder Dienstleistungen an die Kunden zurückgegeben wird, deren Position dadurch auch gestärkt wird. Erreicht wird dies durch ein sehr hohes Maß an Transparenz durch Nutzung von Daten und Technologie. Die Vorlieben und Ansprüche der Verbraucher ändern sich. Wir glauben, dass sich durch die Einführung von Finanztechnologie auch die Anforderungen der Kunden verändern werden und es letztlich zu einem „Robin-Hood-Effekt” kommen wird.

Die Zukunft des Zahlungsverkehrs wird durch drei Faktoren geprägt: Technologie, Regulierung und soziodemographische Entwicklung. Innerhalb dieser drei weit gefassten Faktoren gibt es Trends, die entweder zu einem grundlegenden Wandel oder zu Störungen führen werden. Obwohl wir nicht glauben, dass das Ökosystem des Zahlungsverkehrs insgesamt einen revolutionären Wandel erleben wird, sehen wir, dass die drei genannten Faktoren dieses in eine ganz bestimmte Richtung bewegen. Im Mittelpunkt stehen dabei billigere, schnellere und sicherere Transaktionen.

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Globale Zahlungsdienstanbieter werden profitieren

Zurzeit ist es noch schwierig, die Gewinner in den einzelnen Bereichen des Ökosystems zu benennen. Die Technologien und/oder Geschäftsmodelle, die Störungen verursachen können, haben noch nicht die dafür erforderliche massenhafte Verbreitung gefunden. Es gibt allerdings ein Segment, das nach unserer Überzeugung eindeutig zu den Gewinnern gehören wird, nämlich die Anbieter von Zahlungsdiensten. Wir glauben, dass globale Zahlungsdienstleister wie Visa Federation (Visa und Visa Europe) und MasterCard profitieren werden. Auch andere Anbieter, die eine besondere Nische für sich gefunden haben, wie American Express und Alipay, werden – so glauben wir – zu den Gewinnern gehören.

Es hat in der Vergangenheit schon viele Versuche gegeben, diese Zahlungsdienstnetze zu ersetzen, aber keiner davon war erfolgreich. Vertrauen und Größe sind für diese Netze sehr wichtig, und die Marktzutrittsschranken werden immer höher. Technologische Neuerungen innerhalb der Zahlungsdienstnetze tragen nur zu deren Erhalt bei. Störungen verursachende Technologien in anderen Teilen des Ökosystems helfen den etablierten Zahlungsdienstleistern, statt sie zu beeinträchtigen. Unter dem Gesichtspunkt der Regulierung werden die Marktzutrittsschranken auch dadurch höher, dass die Abwicklungsgebühren sinken und die Sicherheitsanforderungen zunehmen.

Die Verlierer sind leichter auszumachen

Wir glauben, dass neue Technologien die Herausgeber und Hersteller von Zahlungskarten (Chips) und elektronischen Kassensystemen vor Herausforderungen stellen werden. Die Einführung mobiler Zahlungsverfahren wird Folgen für die Anbieter von Kassensystemen haben. Auch unter dem Gesichtspunkt der Regulierung werden die Herausgeber und Hersteller von Zahlungskarten unter Druck geraten. Die Geschäftsmodelle der Kartenherausgeber werden durch die Umsetzung der Zahlungsdiensterichtlinie 2 der EU (PSD 2), die zu niedrigeren Einnahmen aus Abwicklungsgebühren führen wird, stark belastet. Und die Kartenhersteller sind gezwungen, die neuesten Standards zu erfüllen, was mit hohen Kosten verbunden ist, die nicht an die Kunden weitergegeben werden können, während gleichzeitig billigere digitale Alternativen verfügbar werden.

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